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Studieren im Ausland

Man muss es positiv sehen

Als sie die Tür aufmachten, erkannte ich die Wohnung von Fotos, die mir Thais geschickt hatte. Nur hatten sie die letzten Mieter (auch Austauschstudenten) in einem schrecklichen Zustand hinterlassen. Es war eine zwei Zimmer-Wohnung, in der jeweils ein Doppelbett, ein Schrank, ein Schreibtisch und ein Stuhl standen. Dazu kam eine große Küche, bereits voll ausgestattet, die gleichzeitig auch Aufenthaltsraum war. Sie war wirklich schön, nur leider unglaublich schmutzig. Doch nachdem ich für die nächsten zwei Tage eh noch nichts vor hatte – ich kannte ja noch niemanden und die Uni würde erst in einer Woche beginnen – beschloss ich, meine ersten Tage in Brasilien putzend zu verbringen.

Mit lauter Musik, viel Energie und guten Mutes schrubbte ich stundenlang die Wände, den Boden, das Klo und die Kacheln, bis unter der braunen Schicht langsam der weiße Originalton zum Vorschein kam. Zuerst war ich ein bisschen traurig, da ich mir meine Ankunft während des Karnevals in Brasilien etwas anders vorgestellt hatte. Doch versuchte ich es positiv zu sehen. Die letzten Tage in Deutschland waren so stressig gewesen. So hatte ich zumindest jetzt ein bisschen Zeit nur für mich, um nachzudenken, zu lesen, Musik zu hören – und zu putzen.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Nov 15, 2013
Autor: Esther
Rubrik: studium
Nov 15, 2013

Studieren im Ausland

Zuerst das Vergnügen, dann die Arbeit

Im Frühlings-Semester ist wirklich einiges passiert. Nicht nur, dass ich Marc kennen- und lieben gelernt habe, sondern auch, dass meine Noten etwas in den Keller gegangen sind. Und das nicht nur in einem Fach. Ich gebe Marc die „Schuld“ dafür, weiß aber natürlich, dass man ich im verliebten Zustand nicht immer so aufs Lernen konzentrieren kann.

In einem meiner Kurse, der eigentlich sogar der Wichtigste des Semesters war, war ich dem Durchfallen eine Zeit lang sogar sehr nah. Er war einfach zu zeitintensiv und ich wollte lieber mit Marc zusammen sein. Ein Scheitern hätte jedoch bedeutet, dass ich den Kurs wiederholen muss und die Folgekurse nicht belegen kann. Auch mein Journalismus-Kurs verlangte mir ganz schön viel ab: Fast jede Woche sollten wir raus und Umfragen in der Mall oder in der Nachbarschaft zu verschiedenen Themen machen, um anschließend Reportagen schreiben zu können. Dann war da noch mein Assistenten-Job beim Inhaber des Medien Lehrstuhls und natürlich „Media Performance“ mit Marc. In diesem Kurs duldete ich natürlich keine schlechten Noten. Unser naechstes Projekt nach dem Interview war ein Kurzreferat über ein selbst gewähltes Thema oder über ein wichtiges Ereignis in unserem Leben. Marc und ich wollten daran wieder zusammen arbeiten und entschieden uns dazu, in die Pizzeria gegenüber vom Campus zu gehen, in der wir auch unser erstes Date hatten. Dort ist es dann passiert: Der Kuss, der uns endgültig zusammenbrachte.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Nov 12, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Nov 12, 2013

Studieren im Ausland

Mein neues Zuhause

Nach 15 Minuten hielten wir schließlich vor einer Bar, in der elektronischer Forró gespielt wurde. Mehrere Leute saßen an Plastiktischen und tranken Bier. „So, da wären wir.“, sagte Thais Vater und stieg aus dem Auto. Er begrüßte den Barbesitzer, der ihm einen Schlüsselbund in die Hand drückte, und stellte mich vor: „Das ist Esther, sie kommt aus Deutschland und wird für ein Jahr an der UFC studieren.“ Der Barbesitzer sagte etwas, das ich nicht verstehen konnte, lachte dann und begrüßte mich schließlich. „Sie haben auch einen kleinen Kiosk hier.“, erklärte mir Thais Mutter. „Also, wenn du direkt etwas für die nächsten zwei Tage kaufen willst, dann kannst du das jetzt tun. Wir werden aber übermorgen, wenn die Geschäfte wieder aufhaben, auch noch einmal kommen, um dann einen Großeinkauf mit dir zu machen.“

Nachdem ich mir ein paar Sachen ausgesucht hatte, gingen wir zu meiner Wohnung, die im ersten Stock des Gebäudes direkt gegenüber der Bar lag. „Es gibt drei Schlüssel“, sagte Thais Mutter. „Einer ist für die Eingangstür, der zweite für die Wohnungstür und der dritte kleine Schlüssel ist für das Schloss, das hier an der Gittertür hängt.“ Sie zeigte auf eine eiserne Tür, vor der wir Halt machten, als wir im ersten Stock ankamen. „Es ist wichtig, dass du es immer gut schließt, sodass wirklich nur diejenigen hier reinkommen, die auch in diesem Stockwerk wohnen.“ Schließlich machten wir vor einer dunkelbraunen Holztür halt. „Und das hier ist dein neues Zuhause.“

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Nov 11, 2013
Autor: Esther
Rubrik: studium
Nov 11, 2013