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Studieren im Ausland

Trennung vorhergesehen

Neun Wochen sollten es sein, die Marc und ich zusammen hatten. Schließlich war er nur für ein Semester in New York und hatte seinen Rückflug schon gebucht. Der letzte Tag der Examen sollte auch sein letzter Tag in New York sein. Aber daran wollte ich nicht denken, schließlich waren wir erst frisch zusammen. Wenn es um das Thema „Zeit“ ging, war ich aber ganz schön empfindlich. Ein Tag ohne ihn galt für mich als verloren. So kam es, dass ich versuchte, zumindest jedes Wochenende bei ihm zu sein. Leider wohnte ich relativ weit weg und mit den vollen Highways von Long Island nach Manhattan dauerte die Fahrt manchmal fast zwei Stunden. Das und die Kosten fürs Benzin waren mir jedoch egal.

Marc war drei Mal die Woche für Kurse in Queens und so traf ich ihn an diesen Tagen dort. Ob ich Unterricht hatte oder nicht. Wir wollten keine Zeit vergeuden und versuchten, unsere Planungen um die Verpflichtungen des anderen herumzubauen. Was wir außerdem versuchten, war, nicht zu auffällig zu sein. Im Unterricht hielten wir uns mit dem Turteln zurück, obwohl uns ein paar Mitschüler nach zwei Wochen bereits durchschauten. Schließlich sah es etwas komisch aus, dass der beliebteste Schüler der Klasse, der immer mit jedem Small Talk hält, plötzlich „da hinten“ in der Ecke mit der Deutschen sitzt und nicht mehr wirklich mit den anderen redete. Besonders die Lehrerin machte manchmal Bemerkungen gegenüber Mr. California und Miss Germany, wie sie uns nannte. Ich fand das insgeheim aber nicht störend, sondern schmeichelhaft.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Nov 18, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Nov 18, 2013

Studieren im Ausland

Man muss es positiv sehen

Als sie die Tür aufmachten, erkannte ich die Wohnung von Fotos, die mir Thais geschickt hatte. Nur hatten sie die letzten Mieter (auch Austauschstudenten) in einem schrecklichen Zustand hinterlassen. Es war eine zwei Zimmer-Wohnung, in der jeweils ein Doppelbett, ein Schrank, ein Schreibtisch und ein Stuhl standen. Dazu kam eine große Küche, bereits voll ausgestattet, die gleichzeitig auch Aufenthaltsraum war. Sie war wirklich schön, nur leider unglaublich schmutzig. Doch nachdem ich für die nächsten zwei Tage eh noch nichts vor hatte – ich kannte ja noch niemanden und die Uni würde erst in einer Woche beginnen – beschloss ich, meine ersten Tage in Brasilien putzend zu verbringen.

Mit lauter Musik, viel Energie und guten Mutes schrubbte ich stundenlang die Wände, den Boden, das Klo und die Kacheln, bis unter der braunen Schicht langsam der weiße Originalton zum Vorschein kam. Zuerst war ich ein bisschen traurig, da ich mir meine Ankunft während des Karnevals in Brasilien etwas anders vorgestellt hatte. Doch versuchte ich es positiv zu sehen. Die letzten Tage in Deutschland waren so stressig gewesen. So hatte ich zumindest jetzt ein bisschen Zeit nur für mich, um nachzudenken, zu lesen, Musik zu hören – und zu putzen.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Nov 15, 2013
Autor: Esther
Rubrik: studium
Nov 15, 2013

Studieren im Ausland

Zuerst das Vergnügen, dann die Arbeit

Im Frühlings-Semester ist wirklich einiges passiert. Nicht nur, dass ich Marc kennen- und lieben gelernt habe, sondern auch, dass meine Noten etwas in den Keller gegangen sind. Und das nicht nur in einem Fach. Ich gebe Marc die „Schuld“ dafür, weiß aber natürlich, dass man ich im verliebten Zustand nicht immer so aufs Lernen konzentrieren kann.

In einem meiner Kurse, der eigentlich sogar der Wichtigste des Semesters war, war ich dem Durchfallen eine Zeit lang sogar sehr nah. Er war einfach zu zeitintensiv und ich wollte lieber mit Marc zusammen sein. Ein Scheitern hätte jedoch bedeutet, dass ich den Kurs wiederholen muss und die Folgekurse nicht belegen kann. Auch mein Journalismus-Kurs verlangte mir ganz schön viel ab: Fast jede Woche sollten wir raus und Umfragen in der Mall oder in der Nachbarschaft zu verschiedenen Themen machen, um anschließend Reportagen schreiben zu können. Dann war da noch mein Assistenten-Job beim Inhaber des Medien Lehrstuhls und natürlich „Media Performance“ mit Marc. In diesem Kurs duldete ich natürlich keine schlechten Noten. Unser naechstes Projekt nach dem Interview war ein Kurzreferat über ein selbst gewähltes Thema oder über ein wichtiges Ereignis in unserem Leben. Marc und ich wollten daran wieder zusammen arbeiten und entschieden uns dazu, in die Pizzeria gegenüber vom Campus zu gehen, in der wir auch unser erstes Date hatten. Dort ist es dann passiert: Der Kuss, der uns endgültig zusammenbrachte.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Nov 12, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Nov 12, 2013