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Studieren im Ausland

Austauschstudenten

Und wieder ist die Prüfungszeit vorbei. Wieder trennen sich die Wege, viele Bekanntschaften bleiben wohl oberflächlich, denn wir hatten keine Zeit, sie zu vertiefen. Trotzdem hatten wir eine geniale Zeit, verrückte Abende und stellten vor allem fest, warum wir alle hier sind: Wir haben als Austauschstudenten einen inneren Trieb, das Außergewöhnliche anzugehen und die Dinge nicht 08/15 zu erledigen.

Patrick hat Diabetes und will dennoch die Welt erkunden, ein paar Jahre hart im Finanzsektor arbeiten und dann das tun, was er eigentlich will, nämlich sich auf einer pazifischen Insel niederlassen. Tess will Landschaftsarchitektur und Stadtplanung studieren und dabei die bekannten Pfade der Bebauung verlassen. Wir haben sogar schon damit angefangen, indem wir einen Kräutergarten für das Studentenwohnheim vorgeschlagen haben. Beim Grillabend stellte sich heraus, dass David schon fürs Militär in seiner Heimat getüftelt hat und dass Markus schon immer ein Daniel Düsentrieb werden wollte. Tanja hat sich zum Ziel gesetzt, in möglichst vielen Ländern gelebt zu haben. Sophia hatte sich schon während ihres Au-pair-Jahres in Neuseeland verliebt, sodass sie zum Studieren zurückkam. Ein Leben in Deutschland kann sie sich gar nicht mehr vorstellen. Lucy, die später mal für die Vereinten Nationen in Chinesisch, Russisch und Spanisch dolmetschen will, ist der Meinung, dass man eine Sprache am besten vor Ort lernt.

So könnte ich ewig weitermachen. Es ist schon toll, welch unterschiedliche Menschen man in so einem Auslandsemester kennenlernt.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Dec 4, 2013
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Dec 4, 2013

Studieren im Ausland

FH besser als Uni?

Ich kann mich noch an die Berufsberatung erinnern, als es hieß, praktisch veranlagte Menschen studieren eher an einer Fachhochschule und an der Uni wird mehr Theorie gepaukt. Die neue englische Bezeichnung „University of Applied Sciences“ für FHs scheint das noch deutlicher zu machen. Damals dachte ich mir, ich bin definitiv ein FH-Typ. Und immer mehr glaube ich, dass das die richtige Einschätzung war. Während meiner Kurse an der Uni geht es heiß her, zumeist aber auf Papier. Wir reden zwar nicht nur über Naturschutz, sondern besuchen und analysieren auch Schutzgebiete, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich dabei das Gelernte in die Realität umsetzen kann. Da hätte ich das Kleingedruckte lesen sollen: Die Universitätsausbildung ist keine spezifische Berufsausbildung, sondern ein Erwerb einer allgemeinen Berufsbefähigung mit vertiefter Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen.

Interessanterweise sind es auch Wissenschaftler, die kritisieren, dass Wissenschaft zu realitätsfern ist und keine nutzbaren Resultate liefert. Als ich während des Paukens für meine Prüfungen auf einen Artikel von Michael Gibbons und anderen von 1994 stieß, war ich heilfroh, dass auch in den Reihen der Wissenschaftler die experiment-, resultat- und theoriegetriebenen Methoden kritisiert werden. Sie schlagen eine Wissenschaft vor, die nicht getrennt von der Gesellschaft stattfinden soll, aber getrieben vom Markt und auch von Politikern transdisziplinär und antihierarchisch robusteres Wissen vermitteln soll. Meiner Meinung nach geht es darum, Wissen zu schaffen, das schneller und praktischer Anwendung findet. Dafür müsste man die Ansätze von Uni und FH verbinden – ein genialer Ansatz!

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2013
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Nov 26, 2013

Studieren im Ausland

Trennung vorhergesehen

Neun Wochen sollten es sein, die Marc und ich zusammen hatten. Schließlich war er nur für ein Semester in New York und hatte seinen Rückflug schon gebucht. Der letzte Tag der Examen sollte auch sein letzter Tag in New York sein. Aber daran wollte ich nicht denken, schließlich waren wir erst frisch zusammen. Wenn es um das Thema „Zeit“ ging, war ich aber ganz schön empfindlich. Ein Tag ohne ihn galt für mich als verloren. So kam es, dass ich versuchte, zumindest jedes Wochenende bei ihm zu sein. Leider wohnte ich relativ weit weg und mit den vollen Highways von Long Island nach Manhattan dauerte die Fahrt manchmal fast zwei Stunden. Das und die Kosten fürs Benzin waren mir jedoch egal.

Marc war drei Mal die Woche für Kurse in Queens und so traf ich ihn an diesen Tagen dort. Ob ich Unterricht hatte oder nicht. Wir wollten keine Zeit vergeuden und versuchten, unsere Planungen um die Verpflichtungen des anderen herumzubauen. Was wir außerdem versuchten, war, nicht zu auffällig zu sein. Im Unterricht hielten wir uns mit dem Turteln zurück, obwohl uns ein paar Mitschüler nach zwei Wochen bereits durchschauten. Schließlich sah es etwas komisch aus, dass der beliebteste Schüler der Klasse, der immer mit jedem Small Talk hält, plötzlich „da hinten“ in der Ecke mit der Deutschen sitzt und nicht mehr wirklich mit den anderen redete. Besonders die Lehrerin machte manchmal Bemerkungen gegenüber Mr. California und Miss Germany, wie sie uns nannte. Ich fand das insgeheim aber nicht störend, sondern schmeichelhaft.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Nov 18, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Nov 18, 2013