interaktiv

Studieren im Ausland

Trennung vorhergesehen

Autor:
Katharina

Rubrik:
studium

18.11.2013

Neun Wochen sollten es sein, die Marc und ich zusammen hatten. Schließlich war er nur für ein Semester in New York und hatte seinen Rückflug schon gebucht. Der letzte Tag der Examen sollte auch sein letzter Tag in New York sein. Aber daran wollte ich nicht denken, schließlich waren wir erst frisch zusammen. Wenn es um das Thema „Zeit“ ging, war ich aber ganz schön empfindlich. Ein Tag ohne ihn galt für mich als verloren. So kam es, dass ich versuchte, zumindest jedes Wochenende bei ihm zu sein. Leider wohnte ich relativ weit weg und mit den vollen Highways von Long Island nach Manhattan dauerte die Fahrt manchmal fast zwei Stunden. Das und die Kosten fürs Benzin waren mir jedoch egal.

Marc war drei Mal die Woche für Kurse in Queens und so traf ich ihn an diesen Tagen dort. Ob ich Unterricht hatte oder nicht. Wir wollten keine Zeit vergeuden und versuchten, unsere Planungen um die Verpflichtungen des anderen herumzubauen. Was wir außerdem versuchten, war, nicht zu auffällig zu sein. Im Unterricht hielten wir uns mit dem Turteln zurück, obwohl uns ein paar Mitschüler nach zwei Wochen bereits durchschauten. Schließlich sah es etwas komisch aus, dass der beliebteste Schüler der Klasse, der immer mit jedem Small Talk hält, plötzlich „da hinten“ in der Ecke mit der Deutschen sitzt und nicht mehr wirklich mit den anderen redete. Besonders die Lehrerin machte manchmal Bemerkungen gegenüber Mr. California und Miss Germany, wie sie uns nannte. Ich fand das insgeheim aber nicht störend, sondern schmeichelhaft.

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