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Studieren im Ausland

Chillen mit einem Model

Für die letzten Tage in Auckland suchte ich mir noch ein paar Jobs zum Geldverdienen. Hier steht der Sommer vor der Türe und ich wollte lieber viel draußen sein und noch ein paar Leute sehen. „Let’s go for a hoon“, meinte Laura und ich musste nachfragen, um erklärt zu bekommen, was das ist: Auf den Roller setzen, durch die Stadt fahren, neue Plätze entdecken und sich einfach einen schönen Tag machen. Na, da sagt man doch nicht nein. Wir trafen uns am Hafen und fuhren an mehrere Strände, wo wir nicht nur darüber quatschten, wo wir uns einen Leckerbissen gönnen sollten, sondern auch über ihr Modeldasein seit ihrer Teilnahme an „New Zealand’s Next Top Model“.

Es ist schon komisch, wenn man jemanden im Hörsaal kennenlernt und dann auf dem Rückweg von der Arbeit spät nachts in deren Gesicht auf einem Werbeplakat schaut. Sie ist auf jeden Fall auf dem Boden geblieben: „Well, I’m definitely not one of those bitches from the other TV shows. I guess I’m just a normal Kiwi Girl“, hat sie damals zur Jury gemeint, als sie gefragt wurde, wieso sie in der Show bleiben sollte. Sie ist so bodenständig, dass es der Pie zum Mittagessen und dazu noch ein Bananen-Smoothie sein darf. Außerdem verzichtet sie auf Plastikflaschen und hat ein kreativ ausgeschmücktes Schlafzimmer sowie eine Pflanze, die im Waschbecken wuchert.

Den Abend verbrachten wir dann nach einer Runde Chillen und Gitarrenklimpern bei einem „Pecha Kucha“ Vortrag. „Pecha Kucha“ ist eine Vortragstechnik, bei der das Gesagte mit Bildern und Folien untermalt wird, die jeweils 20 Sekunden lang eingeblendet werden. Das soll alle aufmerksam und bei Laune halten. Im Publikum saßen Alternative, Künstler, Designer, Architekten, Fotografen, Studenten und Hipster. Pizza und Bier fehlten dabei auch nicht. Und ich dachte mir nur, wie froh ich bin, dass ich Laura erst als Mensch und dann das Model in ihr kennengelernt hatte, weil ich wirklich fürchtete, dass ich sonst ziemlich voreingenommen gewesen wäre.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jan 15, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jan 15, 2014

Studieren im Ausland

Zurück in die Realität

Wenn man verliebt ist, setzen offenbar die Gehirnzellen aus, die klar denken können. So kam es nämlich, dass ich, wohlbemerkt Streberin, die schlechtesten Noten seit langem bekam. Tja, das wars mit meinem Ziel, das Queens College am Ende mit einem Einser-Schnitt zu verlassen. Was solls denke ich mir heute, ein paar Monate, nachdem Marc zurük nach Kalifornien ging. Manchmal muss man eben Prioritäten setzen und ich, Dauersingle, habe eben der Liebe einen größeren Wert beigemessen, als dem Lernen.

Als Marc New York verließ, hatte ich erst einmal Zeit, um mir über meine Zukunft klar zu werden. Was wollte ich in den USA erreichen? Vermisse ich Deutschland eigentlich? Will ich irgendwann zurück, oder soll ich mich darauf konzentrieren, hier einen Ehemann zu finden? Hilfreich wäre es, da die Jobsuche nach dem Abschluss der Uni sicher nicht einfach werden wird. Eine Heirat mit einem Amerikaner würde mein Leben um einiges erleichtern. Zunächst jedoch brauchte ich Zeit, um über Marc hinwegzukommen, die Semesterferien zu genießen und mich auf meine akademischen Ziele zu fokussieren. Mir ist klar geworden, dass es keinen anderen Ort auf der Welt gibt, an dem ich leben möchte. New York ist, wo ich ewig bleiben will. Deswegen muss ich mich nun anstrengen, um die bestmöglichen Noten zu bekommen und gleichzeitig der Männerwelt etwas offener gegenüber stehen – auch wenn mir das nach einer großen, erst einmal verlorenen Liebe, nicht leicht fällt.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jan 9, 2014
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jan 9, 2014

Studieren im Ausland

Weihnachten in Neuseeland

Die Haupterkenntnis meiner Reisen und Jobs in Neuseeland war folgende: Te Waipounamu (Maori für die Südinsel) ist für mich und viele andere „das“ Neuseeland. Meine ersten Eindrücke sammelte ich beim Wwoofen (Worldwide Working On Organic Farms) im Norden der Insel in Nelson. Im Braemar Eco-Village haben sich ein paar Gleichgesinnte zusammengetan, um am Stadtrand ein nachhaltigeres Leben anzufangen – mit Bio-Gemüse, Hühnern, Kühen, Solartechnologie und isolierten Häusern. Hier durfte ich auch meine ersten Zaunpfosten inm Boden verankern und mit einer anderen Wwooferin vegetarisch leben.

Obendrein konnte ich auch einen der „Great Walks“ von Neuseeland machen, den „Abel Tasman Coastal Track“. Außerdem startete ich hier meine Recherchen bezüglich des Themas Recyceln und einen passenden Blog dazu, der hoffentlich nächstes Jahr in einer Filmdokumentation münden wird. Obwohl ich gespannt auf meine nächsten Stopps war, verließ ich Nelson doch mit ein bisschen Wehmut gen Süden.

Nach einer durchzechten Nacht mit einer Filmpremiere in Christchurch, vier Tagen Telefonbücher austragen mit Bergkulisse in Queenstown und einigen Trampabenteuern, kam ich im Edinburgh des Südens an und fühlte mich mit dem Regen gleich wieder wie „daheim“ in Schottland. Meine nächsten Wwoofing-Gastgeber waren Ökologen und ich durfte eine Woche lang Pferdemist aufsammeln, gärtnern, Holz hacken und Unkraut jäten – aber vor allem äußert gut speisen: Lammkeule vom Bio-Schaf, das zuvor auf der Weide vor dem Haus herumgehüpft war, Milch und Käse vom Bauernhof, frisches Gemüse sowie jede Menge Snacks und Leckereien. „Weihnachtsbrödle“ miteingeschlossen. Nach so vielen Leckereien wollte ich auch zur Tat schreiten und konnte mit selbstgebackenem Vollkornbrot und Nougat-Nuss-Stangen mit Schokoladenüberzug überzeugen. Aber bevor ich mich zu häuslich einrichtete, ging es dann weiter nach Windsor.

Dort verbrachte ich letztendlich Weihnachten auf einem Hippie-Anwesen, wo Frösche quakten und der Garten die Hauptnahrungsquelle darstellte. Wie daheim gab es auf jeden Fall viel zu viel zu Essen. Ansonsten bestanden die Tage aus Regen, Scrabble und Monopoly spielen, kochen, spülen, Feuer machen und mit den Jungs singen und Gitarre spielen. Fröhliche Weihnachten!

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jan 8, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jan 8, 2014