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Studieren im Ausland

Weihnachten in Neuseeland

Die Haupterkenntnis meiner Reisen und Jobs in Neuseeland war folgende: Te Waipounamu (Maori für die Südinsel) ist für mich und viele andere „das“ Neuseeland. Meine ersten Eindrücke sammelte ich beim Wwoofen (Worldwide Working On Organic Farms) im Norden der Insel in Nelson. Im Braemar Eco-Village haben sich ein paar Gleichgesinnte zusammengetan, um am Stadtrand ein nachhaltigeres Leben anzufangen – mit Bio-Gemüse, Hühnern, Kühen, Solartechnologie und isolierten Häusern. Hier durfte ich auch meine ersten Zaunpfosten inm Boden verankern und mit einer anderen Wwooferin vegetarisch leben.

Obendrein konnte ich auch einen der „Great Walks“ von Neuseeland machen, den „Abel Tasman Coastal Track“. Außerdem startete ich hier meine Recherchen bezüglich des Themas Recyceln und einen passenden Blog dazu, der hoffentlich nächstes Jahr in einer Filmdokumentation münden wird. Obwohl ich gespannt auf meine nächsten Stopps war, verließ ich Nelson doch mit ein bisschen Wehmut gen Süden.

Nach einer durchzechten Nacht mit einer Filmpremiere in Christchurch, vier Tagen Telefonbücher austragen mit Bergkulisse in Queenstown und einigen Trampabenteuern, kam ich im Edinburgh des Südens an und fühlte mich mit dem Regen gleich wieder wie „daheim“ in Schottland. Meine nächsten Wwoofing-Gastgeber waren Ökologen und ich durfte eine Woche lang Pferdemist aufsammeln, gärtnern, Holz hacken und Unkraut jäten – aber vor allem äußert gut speisen: Lammkeule vom Bio-Schaf, das zuvor auf der Weide vor dem Haus herumgehüpft war, Milch und Käse vom Bauernhof, frisches Gemüse sowie jede Menge Snacks und Leckereien. „Weihnachtsbrödle“ miteingeschlossen. Nach so vielen Leckereien wollte ich auch zur Tat schreiten und konnte mit selbstgebackenem Vollkornbrot und Nougat-Nuss-Stangen mit Schokoladenüberzug überzeugen. Aber bevor ich mich zu häuslich einrichtete, ging es dann weiter nach Windsor.

Dort verbrachte ich letztendlich Weihnachten auf einem Hippie-Anwesen, wo Frösche quakten und der Garten die Hauptnahrungsquelle darstellte. Wie daheim gab es auf jeden Fall viel zu viel zu Essen. Ansonsten bestanden die Tage aus Regen, Scrabble und Monopoly spielen, kochen, spülen, Feuer machen und mit den Jungs singen und Gitarre spielen. Fröhliche Weihnachten!

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jan 8, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jan 8, 2014

Studieren im Ausland

Meine Förderung geht weiter!

Ich bin fast in die Luft gesprungen, als die E-Mail ins Postfach flatterte: Mein Stipendium der Studienstiftung wird fortgesetzt, womit ich nicht sicher gerechnet hatte. Deswegen habe ich in den letzten Semestern auch so hart neben der Uni geackert. Damit bin ich natürlich finanziell gleich um einiges besser gestellt – und doppelt motiviert in die Prüfungen gegangen. Und bis auf ein Fach, wo ich nur knapp am „A“ vorbeigeschrammt bin, habe ich die anderen drei „geAced“.

Dennoch habe ich gleichzeitig das Gefühl, dass Leistungsmessung wie in der Schule manchmal doch etwas ungerecht ist. Okay, ich gehöre zu den Besten, aber nach welchen Standards? Würde ich in Deutschland auch zu den Besten gehören, müsste ich dort mehr oder weniger dafür tun? Gibt es nicht in der Uni auch noch Leute, die mehr Potenzial haben als sie an den Tag legen? Was ist mit denen, die keinen Nebenjob haben, sich nicht übermäßig und mit größerem Zeitaufwand in Vereinen oder gemeinnützigen Organisationen engagieren, sondern wirklich nur lernen und extrem diszipliniert sind? In Auckland wird bei dieser Beschreibung meist der Zeigefinger auf Asiaten gerichtet. Aber wer internationale Studiengebühren von fast 10.000 Euro pro Semester zahlt, der hat auch ordentlich Anreiz und wahrscheinlich auch Verpflichtung gegenüber den Eltern, mehr als nur das Beste zu geben und andere Dinge dafür zu vernachlässigen. Und die paar Öcken, die man in einem Nebenjob verdienen würde, reißen es dann doch auch nicht mehr raus. Trotzdem bin ich froh, mich auch neben dem Studium engagiert zu haben und wer weiß – am Ende hat das den Ausschlag dafür gegeben, dass ich weiterhin gefördert werde.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jan 7, 2014

Studieren im Ausland

Dumpster diving

In dunkler Nacht die Mülltonnen von Supermärkten nach abgelaufenen Lebensmitteln oder Obst und Gemüse mit Schöhnheitsfehlern zu durchsuchen, nennt man hier „dumpster diving“. Es ist eine Protestbewegung gegen unsere Konsum- und Wegwerfgesellschaft, in der sogar Veganer, die aus moralischen Gründen auf Produkte gezüchteter Tiere verzichten, Käse konsumieren. In einer Dokumentation habe ich neulich den Grund dafür erfahren: Sobald der Käse im Müll landet, ist er aus dem Systemkreislauf verschwunden und deswegen kann man es moralisch vertreten, ihn zu essen. Der Käse würde sonst ja weggeschmissen. Fakt ist, dass viel zu viele Lebensmittel in der Mülltonne landen, auch bei uns im Wohnheim. Neulich stand eine ganze Ladung Essen neben dem Müll. Mein Hausmeister ermutigte mich: „Greif ruhig zu, ansonsten kommt‘s eh in die Tonne“.

Ob das die gesündeste Entscheidung war, weiß ich nicht. Aber zwei Gründe sprachen ja dafür: Wieso einkaufen, wenn genügend da ist? Auch wenn man etwas kreativ beim Kochen sein muss. Außerdem spare ich mir dann doch das Geld. Witzigerweise schlemmte ich vorzüglich: Es gab Shrimps und Gemüsepfannen, Frikadellen im Brötchen, gebratenen Reis und Eis mit Marmelade. Und der Nachschub schien nicht nachzulassen. Mit dieser positiven Erfahrung und dem Schock darüber, wie verschwenderisch wir sind, frage ich mich, ob ich auch mal „dumpster diven“ sollte?

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Dec 13, 2013
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Dec 13, 2013