interaktiv

Studieren im Ausland

Vor Ort helfen?

Autor:
Manuel

Rubrik:
studium

12.03.2014

Der alte Fernseher hat schon Streifen im Bild, dennoch bleibt das Traumschiff in der Südsee eine der beliebtesten Fernsehfantasien der Zuschauer des Zweiten Deutschen Fernsehens. Inmitten dieses Paradieses fand ich mich unlängst auf einem Fahrrad wieder und machte ein paar Besorgungen. Kurz vor meiner Ankunft in Tonga zog der Tropensturm Ian über die 200 Kilometer nördlich gelegenen Ha’apai Inselgruppe, nahm den Großteil der Häuser mit, riss Bäume und Palmen aus und brachte eine Menge Salzwasser in die Böden, was noch für einige Zeit für Ernteausfälle sorgen wird. Ich saß also auf meinem Fahrrad und überlegte, wie ich helfen kann. Um nichts zu überstürzen, klopfte ich beim deutschen Konsulat an, die konnten aber nur zur Geldspende raten, was das Rote Kreuz auch bevorzugte. Durch Zufall traf ich Chris, der, von Gott berufen, vor zwei Jahren nach Tonga kam, um Missionsarbeit zu betreiben und der nun auf die Inseln wollte, um Fotos zu machen und den Leuten beim Wiederaufbau zu helfen – für umme. „Wenn ich Geld machen wollte, wäre ich in den USA geblieben“, wo er ein Bauunternehmen und sein eigenes Haus hatte.

Leider wäre die Fähre am Tag meines geplanten Rückfluges nach Neuseeland erst zurückgekehrt und so beschloss ich, dass vielleicht das Geld, das ich durch sparen und zelten zusammen bekomme, doch helfen würde. Ich empfand es als Niederlage und Erfolg zugleich, denn so konnte ich meine Arbeitskraft nicht einbringen. Und es fühlt sich seltsam an, einfach sein Geld an eine Organisation zu geben. Ich musste lernen, ihnen zu vertrauen.

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