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Studieren im Ausland

Le temps perdu

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

08.05.2014

Am Ende saß ich fast eine Stunde lang mit meinen neuen Nachbarn zusammen und wir unterhielten uns, oder zumindest versuchten wir es. Nach vielem Nachhaken glaubte ich verstanden zu haben, dass mein Nachbar, der sich als Daniel vorgestellt hatte, nun schon seit über 15 Jahren in dem Gebäude wohnt, geschieden ist und zwei Kinder hat, die bei seiner Ex-Frau im Landesinneren wohnen. Auch er kam eigentlich aus einer anderen, kleineren Stadt, doch war er vor vielen Jahren nach Fortaleza gekommen, um hier eine Arbeit zu suchen. Seit ein paar Jahren wohnen nun auch seine Mutter und deren Schwester hier bei ihm. Sie erzählten mir, dass schon seit zwei Jahren regelmäßig Austauschstudenten die Wohnung neben ihnen mieteten, allerdings waren es bis jetzt immer Spanier gewesen. Was ich denn studiere und ob ich verheiratet sei, fragten sie mich. Als ich ihnen sagte, dass ich Regionalstudien Lateinamerika und Sozialwissenschaften studierte, sahen sie mich mit großen, ratlosen Augen an. So versuchte ich ihnen zu erklären, dass es eine Mischung aus Literatur, Geschichte, Sprachwissenschaften, Soziologie und Politik ist. Das machte die Sache ein bisschen klarer, doch komisch fanden sie es, glaube ich, trotzdem. Allerdings fragt mich auch meine Oma jedes Mal aufs Neue, was ich denn studiere und schüttelt dann immer den Kopf: „Was es heutzutage alles gibt!“

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