interaktiv

Studieren im Ausland

Versuchskaninchen für die Wissenschaft

Autor:
Manuel

Rubrik:
studium

13.06.2014

Unters Messer für die Forschung? Nicht ganz, aber von 7:30 Uhr bis 16:30 Uhr in einem Sessel sitzen, Blutproben abgeben und nach Plan essen und trinken, um eine Bitterpille aus Kräuterstoffen darauf zu testen, ob sie den Appetit vermindern kann, erscheint mir in Ordnung. Laut den Wissenschaftlern könnte das ein Heilmittel gegen Fettleibigkeit und Übergewicht sein. Für mich als Versuchskaninchen bedeutet es genügend Zeit zu haben, um mehr über das Leben eines Wissenschaftlers zu erfahren.

Edward erklärt, wieso Akademiker und Wissenschaftler seiner Meinung nach erst in den späten 30ern Familien gründen: „Du hast einen Ein-Jahres-Vertrag und im Anbetracht der Ausbildung, die du genossen hast, ist der Gehaltscheck gar nicht so hoch. Keine Bank gibt dir auf dieser Basis ein Darlehen. Für einen anderen Job bist du zu überqualifiziert. Und einfach aus der Tür gehen kannst du auch nicht, weil du viel zu spezialisiert ist, und nicht so leicht eine andere Stelle findest.“ Bis ein Produkt marktreif ist, können Jahrzehnte vergehen.

Die Bitterstoffe scheinen anzuschlagen, mit geringen Nebenwirkungen wie Durchfall. Evolutionstechnisch erklärt Edward das so: Wir haben Geschmacksrezeptoren im Mund und in unserem Magen. Sobald Bitterstoffe über diese Rezeptoren wahrgenommen werden, ist das eine Warnung dafür, dass das, was auch immer dem Körper zugeführt wurde, giftig oder unverträglich sein könnte. Nach dem Motto „lieber hungern als sterben“ suggeriert der Körper ein Völlegefühl oder zumindest den Anreiz, die Nahrungsaufnahme zu stoppen. „Es ist schon ein gutes Gefühl, vielleicht etwas gutes für die Gesellschaft zu tun“, meint der Versuchsleiter, der davor im Leistungssport geforscht hat. Ich jedenfalls bekam 150 Dollar für meinen „Körpereinsatz“.

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