interaktiv

Studieren im Ausland

Sommer

Autor:
Manuel

Rubrik:
studium

07.07.2014

Der Schweiß lief mir in Strömen über den ganzen Körper, als ich nach einer kleinen „Abkürzung“ durch den Busch endlich auf der „Victoria Peak“ ankam, dem Gipfel, der über Hongkong thront. Vor zwei Tagen schrieb ich meine letzte Prüfung, hatte am Tag zuvor noch Zeit, all meine sieben Sachen zu packen und Freunden Auf Wiedersehen zu sagen und verbrachte die Nacht im Flieger. Hier in Hongkong hatte ich einen Tag Aufenthalt, bevor es zurück nach Frankfurt ging. Zeit auszuspannen und kurz darüber nachzudenken, was in diesem Jahr so alles passiert ist: Akademische Höhen, moralische Tiefen, 40 Stunden Arbeit in drei Tagen, nasse Nächten im Zelt, schuften in Tonga, ein Tauchschein in Fidschi, Müllsortierungsprobleme und Plastikdiäten, Pflegeerfahrung und, und, und ... Da kann man doch nicht einfach non-stopp zurück nach Hause fliegen! Hongkong war genau der richtige Ort, eine Welt zwischendrin.

Mein Flieger in Frankfurt landete um sechs Uhr morgens. Es folgte ein „Daheim“ im Schnelldurchlauf: Grillparty, Musical, Bank- und Zahnarzttermine, Bekanntenbesuche, Fußball-WM schauen, Freunde sehen, mit der Band spielen, ein frisch verheiratetes Paar nach Australien verabschieden, Footballspiele meines Bruders anschauen, das schwäbische Land zu Fuß und auf dem Rad wieder neu entdecken. Kurzum: Schön ist es, daheim zu sein! Trotzdem kommt es mir wie eine Zeitreise vor. Zurück in den bekannten Alltag und zu alten Gewohnheiten, Hotel Mama und Jugendsünden. Meine Einwände bezüglich Ernährung, Gerechtigkeitsfragen und Umweltproblemen scheinen einfach nicht durchzudringen. Ich frage mich, ob sich das überhaupt ändern lässt.

Jetzt sitze ich im ICE nach Berlin, um dort mein landwirtschaftliches Praktikum an der Forschungsstation der Humboldt Universität anzutreten. Während den Osterferien verbrachte ich panisch einen ganzen Tag in der Bibliothek statt unterwegs zu sein. Ich habe dringend ein Praktikum gesucht, da mir doch etwas unwohl wurde, den ganzen Sommer nur zu reisen oder zu arbeiten, ohne etwas anzugehen, was im Zusammenhang mit meinem Studium steht. Die Lösung ist das agrarwissenschaftliche Praktikum. Zwei Monate, die Details bekomme ich dann später mitgeteilt, ich werde berichten.

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