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Studieren im Ausland

Bürokratie in Brasilien

Zwei Tage, nachdem ich mit meinem Betreuer Jonathan im Kulturzentrum „Dragão do Mar“ gewesen war, rief mich Thais, meine andere Betreuerin an. „Nächste Woche fängt schon die Uni an. Um sich immatrikulieren zu können, muss man sich erst einmal im Rathaus melden”, erklärte sie mir. So verabredeten wir uns für den nächsten Tag früh morgens, um nicht all zu lange warten zu müssen. Als wir jedoch um kurz vor acht am Rathaus ankamen, wartete schon eine riesige Schlange vor den verschlossenen Türen. Es dauerte fast zwei Stunden, bis wir an der Reihe waren. Doch so hatten wir Zeit, uns zu unterhalten, und Thais erklärte mir das ganze Prozedere: „Du wirst hier als Ausländerin registriert und bekommst einen kleinen Ausweis mit einer Nummer. Das ist der RNE. Und dann wirst du noch als ganz normale Person, die hier in Brasilien lebt, mit ins Register aufgenommen. Die Nummer, die du hierfür erhalten wirst, ist der CPF. Beide Dokumente solltest du immer bei dir haben. Aber vor allem die Nummer des CPF wirst du oft brauchen. Wenn man zum Beispiel in einem Einkaufszentrum etwas kauft, wird man immer danach gefragt. Außerdem benötigst du diese beiden Dokumente, um zur Polizei zu gehen, wo du dein Visum beantragen musst. Und nicht nur dafür. Auch um dich in der Uni einzuschreiben, brauchst du den RNE und den CPF. Du siehst also, du hast noch einiges an Bürokratie vor dir.”

Schließlich wurden wir aufgerufen. Um mich registrieren zu können, brauchte ich meinen Pass, die Aufnahmebestätigung der Universität in Fortaleza, meine Adresse und schließlich die Namen und Geburtstage meiner Eltern. Das überraschte mich. In Deutschland hatte mich noch nie jemand in einer Behörde nach den Daten meiner Eltern gefragt. Thais sah mir mein Erstaunen an und sagte: „Ja, ich weiß! Alle Austauschstudierenden finden das komisch. Ich weiß auch nicht genau, wozu man die Angaben der Eltern braucht. Aber dafür sind hier alle immer total überrascht, dass viele von euch nur einen Nachnamen haben. In Brasilien hat so gut wie jeder zwei: Er setzt sich aus den Nachnamen der Mutter und des Vaters zusammen.“

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 9, 2014
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 9, 2014

Studieren im Ausland

Sommer

Der Schweiß lief mir in Strömen über den ganzen Körper, als ich nach einer kleinen „Abkürzung“ durch den Busch endlich auf der „Victoria Peak“ ankam, dem Gipfel, der über Hongkong thront. Vor zwei Tagen schrieb ich meine letzte Prüfung, hatte am Tag zuvor noch Zeit, all meine sieben Sachen zu packen und Freunden Auf Wiedersehen zu sagen und verbrachte die Nacht im Flieger. Hier in Hongkong hatte ich einen Tag Aufenthalt, bevor es zurück nach Frankfurt ging. Zeit auszuspannen und kurz darüber nachzudenken, was in diesem Jahr so alles passiert ist: Akademische Höhen, moralische Tiefen, 40 Stunden Arbeit in drei Tagen, nasse Nächten im Zelt, schuften in Tonga, ein Tauchschein in Fidschi, Müllsortierungsprobleme und Plastikdiäten, Pflegeerfahrung und, und, und ... Da kann man doch nicht einfach non-stopp zurück nach Hause fliegen! Hongkong war genau der richtige Ort, eine Welt zwischendrin.

Mein Flieger in Frankfurt landete um sechs Uhr morgens. Es folgte ein „Daheim“ im Schnelldurchlauf: Grillparty, Musical, Bank- und Zahnarzttermine, Bekanntenbesuche, Fußball-WM schauen, Freunde sehen, mit der Band spielen, ein frisch verheiratetes Paar nach Australien verabschieden, Footballspiele meines Bruders anschauen, das schwäbische Land zu Fuß und auf dem Rad wieder neu entdecken. Kurzum: Schön ist es, daheim zu sein! Trotzdem kommt es mir wie eine Zeitreise vor. Zurück in den bekannten Alltag und zu alten Gewohnheiten, Hotel Mama und Jugendsünden. Meine Einwände bezüglich Ernährung, Gerechtigkeitsfragen und Umweltproblemen scheinen einfach nicht durchzudringen. Ich frage mich, ob sich das überhaupt ändern lässt.

Jetzt sitze ich im ICE nach Berlin, um dort mein landwirtschaftliches Praktikum an der Forschungsstation der Humboldt Universität anzutreten. Während den Osterferien verbrachte ich panisch einen ganzen Tag in der Bibliothek statt unterwegs zu sein. Ich habe dringend ein Praktikum gesucht, da mir doch etwas unwohl wurde, den ganzen Sommer nur zu reisen oder zu arbeiten, ohne etwas anzugehen, was im Zusammenhang mit meinem Studium steht. Die Lösung ist das agrarwissenschaftliche Praktikum. Zwei Monate, die Details bekomme ich dann später mitgeteilt, ich werde berichten.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jul 7, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jul 7, 2014

Studieren im Ausland

Im Meeresdrachen

Als wir im Kulturzentrum „Dragão do Mar“ ankamen, ging gerade die Sonne unter. „Ich liebe dieses Kulturzentrum einfach!”, sagte Jonathan. „Komm, ich führe dich jetzt erst einmal herum.” Das „Dragão do Mar“ befindet sich auf einem großen Platz, der von bunten, kleinen Häusern im Kolonialstil umringt ist, in denen es verschiedene Cafés und Restaurants gibt. „Hier kann man eine der besten Pizzen in ganz Fortaleza essen”, erklärte mir mein Betreuer. Außerdem gibt es hier ein kleines Kino, in dem tolle Filme gezeigt werden, die nicht in den großen Kinos laufen, und ein Theater. Wenn du Lust hast, können wir am Wochenende zusammen gehen. Ah, und hast du nicht gesagt, dass du so gerne tanzt? Jeden Donnerstag gibt es hier ein Tanztheater, das nur einen Real kostet.“

Ich war völlig begeistert von diesem Kulturzentrum! Jonathan hatte, glaube ich, mein Strahlen gesehen und zeigte mir auch noch die Museen. Es gab eins für zeitgenössische Kunst und eins über der Geschichte des Ceará, des Bundesstaates, in dem Fortaleza liegt. Ansonsten gibt es im Meeresdrachen Vorträge zu verschiedenen Themen und Musikveranstaltungen. Am Wochenende treffen sich Zirkuskünstler auf dem Platz und geben Kindern Unterricht, und auf dem großen Platz finden Konzerte statt.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 4, 2014
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 4, 2014