Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren im Ausland

Erasmus wer?

In meinem Postfach fand sich plötzlich eine E-Mail vom International Office meiner Heimuniversität mit dem Betreff: „Wichtig! Erasmus-Info“. Da schau an, dachte ich, besser spät als nie! Die E-Mail entpuppte sich als Einladung zu einem Informationstreffen für alle Studenten, die im kommenden Semester mit dem Erasmus-Programm durch die Welt getauscht werden. Es fand sich auch gleich der Hinweis: „Es ist wichtig für Euch, diesen Termin wahrzunehmen, insbesondere im Hinblick auf weitere Fragen Eurerseits. Dann bereitet diese bitte für dieses Treffen vor, da wir alle späteren und in dieser Veranstaltung bereits behandelten Fragen NICHT mehr per Mail beantworten werden.“ Die machen sich das schon immer leicht. Legen einen Termin fest, geben eine Woche vorher Bescheid und erwarten dann, dass alle Beifuß stehen. Klausuren hin oder her.

Im Anhang der E-Mail befinden sich acht Dokumente. Merkzettel, Learning Agreement, Certificate of Arrival, Annahmeerklärung etc. Nachdem ich mir jetzt alles mal ausgedruckt und so gut wie möglich ausgefüllt habe, bin ich immer noch ratlos, wann ich was wo bei wem abgeben muss. Na, da bin ich ja mal gespannt, wie die Infoveranstaltung läuft. Ich werde euch auf jeden Fall davon berichten!

Autor: Sabrina  |  Rubrik: studium  |  Jul 10, 2014
Autor: Sabrina
Rubrik: studium
Jul 10, 2014

Studieren im Ausland

Regierungskrise in der Parallelwelt

„Hast du das mit der Bratušek gehört?“, fagte mich mein Mitbewohner vor ein paar Monaten. Leider hatte ich keine Ahnung, wovon er sprach. „Na, die Ministerpräsidentin von Slowenien muss zurücktreten!“ Ach, Slowenien hat eine Ministerpräsidentin? Das war mir neu. Und ich musste peinlicherweise feststellen, dass, obwohl ich mich für das Land interessiere, in dem ich Erasmus mache (was leider nicht selbstverständlich ist), ich nicht einmal wusste, wie die führenden Politiker in diesem Land heißen. Ich wusste auch nicht, welche Parteien es gibt, welche davon momentan regiert und habe auch nichts davon mitbekommen, dass das Land in einer Regierungskrise steckt! Dabei schaue ich regelmäßig Nachrichten und habe schon den Anspruch, politisch auf dem Laufenden zu sein. Leider hatten die deutschen Nachrichten nichts über Slowenien mit seinen gerade mal zwei Millionen Einwohnern berichtet.

Und in meiner schönen Erasmus-Parallelwelt liest niemand slowenische Zeitungen oder schaut slowenische Nachrichtensendungen im Fernsehen an. Wie auch, mit unseren rudimentären Slowenisch-Kenntnissen? Wenn ich nicht meinen Mitbewohner hätte, der wöchentlich für seine Arbeit an der deutschen Botschaft die deutschsprachige Presse nach Nachrichten über Slowenien durchgucken muss, hätte ich vielleicht sechs Monate hier gelebt, ohne überhaupt zu bemerken, dass es eine Regierungskrise gegeben hat, die Ministerpräsidentin zurücktreten musste und mehrere slowenische Politiker wegen Korruption verurteilt wurden. Ich hätte mich vielleicht gewundert, warum auf einmal in der Stadt wieder Wahlplakate hängen, wo die Europawahl doch schon vorbei ist.

Es soll nämlich Mitte Juli Neuwahlen geben. Allerdings wird der Termin vielleicht noch verschoben, weil viele Slowenen jetzt im Sommerurlaub sind und schon zu einem Termin im Herbst die Wahlbeteiligung wahrscheinlich niedrig wäre. Inzwischen hat Alenka Bratušek übrigens ihre eigene Partei gegründet. Es bleibt also spannend in Sloweniens politischer Welt, auch wenn man in Deutschland davon herzlich wenig mitbekommt.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Jul 10, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Jul 10, 2014

Studieren im Ausland

Bürokratie in Brasilien

Zwei Tage, nachdem ich mit meinem Betreuer Jonathan im Kulturzentrum „Dragão do Mar“ gewesen war, rief mich Thais, meine andere Betreuerin an. „Nächste Woche fängt schon die Uni an. Um sich immatrikulieren zu können, muss man sich erst einmal im Rathaus melden”, erklärte sie mir. So verabredeten wir uns für den nächsten Tag früh morgens, um nicht all zu lange warten zu müssen. Als wir jedoch um kurz vor acht am Rathaus ankamen, wartete schon eine riesige Schlange vor den verschlossenen Türen. Es dauerte fast zwei Stunden, bis wir an der Reihe waren. Doch so hatten wir Zeit, uns zu unterhalten, und Thais erklärte mir das ganze Prozedere: „Du wirst hier als Ausländerin registriert und bekommst einen kleinen Ausweis mit einer Nummer. Das ist der RNE. Und dann wirst du noch als ganz normale Person, die hier in Brasilien lebt, mit ins Register aufgenommen. Die Nummer, die du hierfür erhalten wirst, ist der CPF. Beide Dokumente solltest du immer bei dir haben. Aber vor allem die Nummer des CPF wirst du oft brauchen. Wenn man zum Beispiel in einem Einkaufszentrum etwas kauft, wird man immer danach gefragt. Außerdem benötigst du diese beiden Dokumente, um zur Polizei zu gehen, wo du dein Visum beantragen musst. Und nicht nur dafür. Auch um dich in der Uni einzuschreiben, brauchst du den RNE und den CPF. Du siehst also, du hast noch einiges an Bürokratie vor dir.”

Schließlich wurden wir aufgerufen. Um mich registrieren zu können, brauchte ich meinen Pass, die Aufnahmebestätigung der Universität in Fortaleza, meine Adresse und schließlich die Namen und Geburtstage meiner Eltern. Das überraschte mich. In Deutschland hatte mich noch nie jemand in einer Behörde nach den Daten meiner Eltern gefragt. Thais sah mir mein Erstaunen an und sagte: „Ja, ich weiß! Alle Austauschstudierenden finden das komisch. Ich weiß auch nicht genau, wozu man die Angaben der Eltern braucht. Aber dafür sind hier alle immer total überrascht, dass viele von euch nur einen Nachnamen haben. In Brasilien hat so gut wie jeder zwei: Er setzt sich aus den Nachnamen der Mutter und des Vaters zusammen.“

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 9, 2014
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 9, 2014