interaktiv

Studieren im Ausland

Eine internationale WG

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

16.07.2014

Bevor ich nach Brasilien gegangen war, hatte mich meine Betreuerin gefragt, ob ich lieber mit Jungen oder Mädchen zusammenwohnen möchte. Mir war es eigentlich egal, aber ich wollte gerne mit Brasilianern leben. Nun war ich schon über einer Woche in Brasilien und völlig allein in der Wohnung, sodass ich mich wahnsinnig freute, als Thais mich anrief und mir mitteilte, dass am darauffolgenden Tag eine Französin bei mir einziehen würde. Außerdem kämen in die Wohnung über uns zwei Mexikaner und nebenan würden noch ein Junge aus Bulgarien und ein anderer Deutscher einziehen. Das war zwar nicht gerade das, was ich mir unter einer brasilianischen WG vorgestellt hatte, doch freute ich mich auf Gesellschaft. Obwohl ich es auch nicht schrecklich gefunden hatte, die erste Woche allein zu wohnen, merkte ich, dass ich in so einem fernen Land, in dem ich noch kaum jemanden kannte und die Sprache nur so mittelmäßig sprach, doch gerne einen Mitbewohner hätte – und da war mir die Nationalität völlig egal. Und ich hatte Glück. Mélanie und ich verstanden uns vom ersten Augenblick. Zu Beginn war ich noch etwas enttäuscht, da sie kein einziges Wort Portugiesisch konnte und ich doch so gerne meine Sprachkenntnisse vertiefen und nicht die ganze Zeit Englisch sprechen wollte. Allerdings nahm sie Unterricht und nach zwei oder drei Wochen fingen wir an, nur noch auf Portugiesisch miteinander zu reden. Klar, am Anfang war es mühselig, aber wir blieben hartnäckig und bald schien es so, als ob wir uns nie auf einer anderen Sprache unterhalten hätten.
Und auch mit Polo und Pepe, den beiden Mexikanern, verstanden wir uns super. Im Gegensatz zu Polo hatte Pepe schon vor einem Jahr ein Semester in São Paulo studiert, sodass er bereits Portugiesisch konnte. So unterhielt ich mich mit Pepe hauptsächlich auf Portugiesisch und mit Polo auf Spanisch – und lernte dabei, zwischen den Sprachen hin und her zu springen.

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