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Studieren im Ausland

Mein erster Unitag in Brasilien

Ich war extra früh aufgestanden, um nicht zu spät zu kommen. Aufgeregt saß ich im Bus und zählte die Haltestellen, damit ich die der Uni nicht verpasste. Ich hatte zwar auch den Busfahrer gefragt, ob er mir Bescheid sagen könnte, wenn wir ankämen, doch war so viel Verkehr und er wirkte so gestresst, dass ich mir nicht sicher war, ob er daran denken würde. Die beiden Kurse, die für den ersten Tag auf dem Stundeplan standen, waren „Brasilianische Kinderliteratur“ und „Ökonomische, Politische und Soziale Geschichte Brasiliens“. Ansonsten hatte ich noch einen Portugiesischkurs für ausländische Studierende gewählt und ein Soziologieseminar über die Entstehung der brasilianischen Gesellschaft. Gerne hätte ich mich bei anderen erkundigt, welche Professoren gut und welche Leistungsnachweise erforderlich waren. Doch ich musste mich anfangs so schnell entscheiden, dass dafür leider keine Zeit mehr blieb. Es blieb mir nichts anderes übrig als zu hoffen, dass ich meine Entscheidung nicht bereuen würde.

Als ich am Historischen Institut ankam, standen schon ganz viele Studierende an den schwarzen Brettern, da dort die Aushänge waren, in welchem Raum welcher Kurs stattfinden würde. Meinen Kurs konnte ich beim besten Willen nicht finden und als ich eine Studentin fragte, ob sie wüsste, wo dieses Seminar stattfinden würde, meinte sie, dass sie weder von dem Kurs, noch von der Professorin jemals etwas gehört hatte. Sie war jedoch sehr hilfsbereit und brachte mich direkt zum Koordinator der Fakultät für Geschichte. Dort wartete ich eine knappe Stunde und als ich schließlich an die Reihe kam, stellte sich heraus, dass das Seminar auf dem anderen Unicampus stattfand. Es war ein Einführungskurs in die brasilianische Geschichte für Geographiestudierende und deshalb an einer anderen Fakultät angesiedelt. Damit schied er für mich leider aus und ich musste mich abermals entscheiden. Schließlich wählte ich einen Kurs über die Brasilianische Militärdiktatur. Ich bin gespannt, ob das nun klappt!

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2014
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 31, 2014

Studieren im Ausland

Bauer oder Akademiker

Was sagte schon der Alte Fritz? „Die Landwirtschaft ist die erste aller Künste.“ Auf vielen Traktoren findet man dann auch Sticker wie „Landwirtschaft für eine gesunde Volkswirtschaft“ oder ähnliches. Oftmals werden Landwirte als konservativ oder rau wahrgenommen. Pragmatisch, würde ich eher sagen. Als Student und „Bücherwurm“ muss man sich dann doch einiges anhören von diesen Pragmatikern: „So und nicht anders wird’s gemacht, das hat nämlich schon immer so funktioniert“, sagen die. Oder: „Verstehste das nicht, ist doch selbsterklärend!“ Viele Wissenschaftler sind da aufgeschmissen. Manchmal introvertiert, sind sie ja quasi das charakterliche Gegenteil eines Landwirts.
Allerdings kommt bei meinem Praktikum nicht nur diese „praktische“ Seite durch, sondern auch der akademische Hintergrund. Wie man zum Beispiel Klärschlamm zur Düngung einsetzen kann, optimale Zufuhrstoffe für Biogas bekommt oder welche Sorten am besten wachsen – das alles ist dokumentiert. Schließlich haben tausende von Wissenschaftlern das in jahrelangen Versuchsanordnungen und deren statistischer Auswertung herausgefunden. In der Realität wird man aber wohl keinen Landwirt vorfinden, der sich daran hält. Die verlassen sich doch oft auf ihre Erfahrung.
Eine romantische Vorstellung vom Bauern, der sich um sein Land kümmert und in harmonischem Einklang mit der Natur lebt, habe ich allerdings nicht bekommen. Bei den niedrigen Preisen für Lebensmittel in Deutschland, kann man das auch kaum erwarten.
Dennoch genieße ich mein Praktikum: Ich sammle Proben an der Ostsee, helfe bei der Ernte in Brandenburg und führe Versuche in Berlin-Mitte durch. Außerdem beträgt mein Arbeitsweg nur 30 Sekunden.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jul 29, 2014

Studieren im Ausland

Daniel, der Jackpot

Ich hatte Glück, ziemlich weit vorne zu sitzen und so wenigstens ein bisschen was zu verstehen. Aber das, was ich verstand, verwirrte mich nur umso mehr. Learning Agreement vor der Abreise abgeben oder danach. Arrival-Form im Original per Post schicken oder als Kopie per E-Mail. Letter of Acceptance nachreichen oder nicht. Ähm, ja was denn nun? Ich quälte mich durch die Veranstaltung, bis nach zwei Stunden endgültig alle Studierenden in diesem Hörsaal keinen Durchblick mehr hatten und das Treffen beendet wurde. Frustriert wackelte ich nach Hause.
Daheim checkte ich mein Postfach und wie es der Zufall so wollte, war darin eine Mail des Erasmus-Koordinators Daniel Bride meiner Dubliner Austausch-Uni. Na super, dachte ich, noch mehr Verwirrung. Aber genau das Gegenteil war der Fall. In der seitenlangen Mail wurden alle Fragen behandelt, die wir Austauschstudenten uns jetzt gerade stellen: Wer unterzeichnet das Learning Agreement, woher bekommen wir den Zulassungsbescheid der Austausch-Uni, hat unsere Registrierung geklappt, wann findet die Kurswahl statt und, und, und. Das nenne ich Service. Als ich Daniel noch ein paar weitere Fragen stellte, erhielt ich innerhalb eines Tages eine Antwort mit den nötigen Formularen angehängt. Zudem war die Mail auch noch auf Deutsch, da er dies neben BWL studiert hatte. Na, wenn der Kerl kein Jackpot ist!
Was ich damit sagen möchte, ist, dass man den Kopf nicht gleich in den Sand stecken sollte, wenn man bei der ersten Anlaufstelle nicht die passenden Antworten auf seine Fragen bekommt. Manchmal muss man ein bisschen rumfragen oder es ergibt sich, wie bei mir in, von selbst. Ja, ich muss schon zugeben, dass ich auch immer ein bisschen voreilig im Frustriertsein bin. Vielleicht lehrt mich dieses Auslandsabenteuer ja endlich ein bisschen mehr Ausdauer und Geduld.

Autor: Sabrina  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2014
Autor: Sabrina
Rubrik: studium
Jul 23, 2014