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Studieren im Ausland

Die schönste Hauptsache der Welt: Essen und Trinken

Eigentlich dreht sich ja doch alles darum: Ohne Essen verweigert unser Körper die Arbeit, und wie wir alle wissen, ist nach drei Tagen ohne Wasser das physikalische Ende in Sicht. Essen ist aber mehr als biologischer Zwang: es schmeckt, es erlaubt Ausflüchte, kulturelle Ausflüge, Kommunikation (Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen), aber leider auch Störungen. Essen geht jeden an, auch dich! Und als soziale Größe ist Essen auch Plattform für Austausch. Ich stelle fest, dass sich alle meine Interessen darin vereinen: Ökologie, Soziologie und Wirtschaft. Ist die momentane Lage auf den Lebensmittelmärkten auf der Welt gerecht? Und kann man Natur und Kultur wirklich trennen?

Als ich an der Uni in Auckland „Future Bio und Food Economies“ belegte, arbeiteten wir aus sozialwissenschaftlicher Hinsicht auf, wie Essen all diese Funktionen erfüllt und man zum Beispiel mit einem verbesserten Label mehr Wertsteigerung erreicht, als durch wissenschaftliche Errungenschaften. Ich bemerkte, dass Vegetarismus eine Reduzierung von Treibhausgasemissionen beschleunigen würde und man sich als Umweltwissenschaftler dem nicht entziehen kann. Außerdem habe ich gelernt, dass Zucker- und Kaffeeimporte häufig als die Triebwerke für die industrielle Revolution bezeichnet werden.

Aber auch in meinem persönlichen Umfeld ist das Thema überall präsent. Mein Bruder geht auf ein ernährungswissenschaftliches Gymnasium und vertritt die Auffassung, dass vom Salat der Bizeps schrumpft und darum Proteine her müssen – Proteine, die wir zurzeit nicht gerade nachhaltig gewinnen. Ein Kumpel von mir wird nächstes Jahr ein Brauereistudium angehen und kann schon jetzt Vorträge über Whisky, Bier und das passende Essen halten. Immer mehr Leute erzählen mir, dass sie laktoseintolerant sind oder Gluten nicht vertragen. Von muslimischen und jüdischen Freunden bekomme ich dann die Bedeutung von „halal“ (laut Koran eraubte Lebensmittel) und „koscher“ (ebenfalls zum Verzehr erlaubte Lebensmittel) genauestens erklärt. Eine gute Freundin ernährt sich aus Überzeugung von Rohkost, Bio und Fastengetränken. Wiederum Freunde aus Freiburg berichten von der Volxküche (ein Event, bei dem man ein- bis mehrmals pro Woche gemeinsam kocht), dem Containern und Food Sharing als aktive soziale Handlungen gegen das derzeitige System. Es ist eine Form des Protests und ein Aufzeigen von Alternativen. Außerdem schickt mir Papa stolze Bilder von der Kartoffelernte, selbst gemachten Trünken und seinen Chillizüchtungen.

Zu guter Letzt fängt der Tag auch gleich viel besser an, wenn man den Kollegen Cookies zum Frühstück mitbringt. Und wenn ich einkaufen gehe könnte, ich stundenlang nach Herkunftsort, Herstellungsweise, Zusatzmittel, Verpackungsmaterialen und so weiter auf Etiketten forschen. Jedes Nahrungsmittel hat eine Geschichte zu erzählen – über den Ort, wo es herkommt.

Und manchmal muss man einfach nur zubeißen. Meinem usbekischen Mitbewohner kann ich nur sehr schwer erklären, was ich unter „Flexitarier sein“ verstehe, denn er besteht darauf, dass ich mindestens zwei Steaks und eine Wurst beim Grillen esse – denn bei ihm daheim ist es unhöflich, Essen oder Trinken auszuschlagen. In ein kulturelles Fettnäpfchen tritt man eben vor allem bei den Tischmanieren.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Aug 1, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Aug 1, 2014

Studieren im Ausland

Klare Ansage

Die Wohnungssuche ist nun in vollem Gange. Täglich surfe ich durch virtuelle Immobilienportale, die mir mal mehr oder minder interessante Anzeigen präsentieren. Gestern habe ich eine wirklich tolle Wohnung gesehen. Zwei junge Brasilianer wollen zwei Räume mit jeweils eigenem Bad vermieten. Lage top, Preis mehr als in Ordnung. Perfekt für Helena und mich. Da zögerst du nicht, dachte ich mir, und schrieb die Jungs an. Es dauerte auch nicht lange, bis eine Antwort kam. Und so entwickelte sich ein kurzes Gespräch, wobei ich mich mit dem potenziellen Vermieter zur Zimmerbesichtigung verabredete.

Aber dann wurde es skurril: Julio, einer dieser netten Brasilianer, vergewisserte sich, dass wir auch wirklich kein Portugiesisch sprächen, da die Jungs ihr Englisch aufbessern wollten. Na, da sind sie bei mir richtig. Kein Wort kann ich! Auch auf die Frage, wie alt wir wären und ob wir etwas dagegen hätten, wenn ab und zu kleinere Partys in der Wohnung stattfinden würden, konnte ich noch guten Gewissens antworten. Als Julio dann aber fragte, ob ich wüsste, was eine Shisha sei und ob ich etwas dagegen hätte, wenn die Jungs in der Wohnung rauchen würden, wurde ich doch skeptisch. Ich meinte: „Klar, Shisha ist cool, solange ihr normalen Tabak nehmt und keine abgefahrenen Sachen hineinmischt. Drogen sind für uns nämlich leider inakzeptabel!“ Seitdem hat Julio sich nicht mehr gemeldet, was natürlich auch eine Antwort ist. Ich denke also, dass sich diese eigentlich wirklich tolle Wohnung für uns erledigt hat. Also muss ich weiterhin daft.ie und rent.ie rauf- und runtersurfen.

Autor: Sabrina  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2014
Autor: Sabrina
Rubrik: studium
Jul 31, 2014

Studieren im Ausland

Mein erster Unitag in Brasilien

Ich war extra früh aufgestanden, um nicht zu spät zu kommen. Aufgeregt saß ich im Bus und zählte die Haltestellen, damit ich die der Uni nicht verpasste. Ich hatte zwar auch den Busfahrer gefragt, ob er mir Bescheid sagen könnte, wenn wir ankämen, doch war so viel Verkehr und er wirkte so gestresst, dass ich mir nicht sicher war, ob er daran denken würde. Die beiden Kurse, die für den ersten Tag auf dem Stundeplan standen, waren „Brasilianische Kinderliteratur“ und „Ökonomische, Politische und Soziale Geschichte Brasiliens“. Ansonsten hatte ich noch einen Portugiesischkurs für ausländische Studierende gewählt und ein Soziologieseminar über die Entstehung der brasilianischen Gesellschaft. Gerne hätte ich mich bei anderen erkundigt, welche Professoren gut und welche Leistungsnachweise erforderlich waren. Doch ich musste mich anfangs so schnell entscheiden, dass dafür leider keine Zeit mehr blieb. Es blieb mir nichts anderes übrig als zu hoffen, dass ich meine Entscheidung nicht bereuen würde.

Als ich am Historischen Institut ankam, standen schon ganz viele Studierende an den schwarzen Brettern, da dort die Aushänge waren, in welchem Raum welcher Kurs stattfinden würde. Meinen Kurs konnte ich beim besten Willen nicht finden und als ich eine Studentin fragte, ob sie wüsste, wo dieses Seminar stattfinden würde, meinte sie, dass sie weder von dem Kurs, noch von der Professorin jemals etwas gehört hatte. Sie war jedoch sehr hilfsbereit und brachte mich direkt zum Koordinator der Fakultät für Geschichte. Dort wartete ich eine knappe Stunde und als ich schließlich an die Reihe kam, stellte sich heraus, dass das Seminar auf dem anderen Unicampus stattfand. Es war ein Einführungskurs in die brasilianische Geschichte für Geographiestudierende und deshalb an einer anderen Fakultät angesiedelt. Damit schied er für mich leider aus und ich musste mich abermals entscheiden. Schließlich wählte ich einen Kurs über die Brasilianische Militärdiktatur. Ich bin gespannt, ob das nun klappt!

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2014
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 31, 2014