interaktiv

Studieren im Ausland

Tapioca

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

20.08.2014

Bevor mein Soziologieprofessor uns ein schönes Wochenende wünschte, hatte er uns gebeten, den Reader am Eingang der sozialwissenschaftlichen Fakultät zu kaufen und bis zur nächsten Stunde – das war vier Tage später – das erste Kapitel zu lesen. So machten Rapha und ich uns nach dem Seminar auf den Weg, um die Texte zu kaufen.

Bevor ich nach Brasilien gegangen war, hatten mir Kommilitonen von ihrem Auslandsaufenthalt erzählt und dass sie so gut wie die ganze Zeit nur am Strand gewesen waren, da sie praktisch nichts für die Uni hatten tun müssen. Doch als wir bei Dona Maria ankamen, der Frau, die den Copy-Shop am Eingang betrieb, und sie uns den Reader zeigte, fielen mir fast die Augen aus dem Kopf. Während wir in Deutschland meistens je Seminar rund 30 Seiten pro Woche lesen mussten, bestand der Reader hier aus drei Büchern, von denen zwei 350 und eines 150 Seiten hatte. Zusätzlich gab es noch Ausschnitte aus anderen Werken, die jeweils um die 50 Seiten lang waren. Das Kapitel, das wir bis zur nächsten Stunde lesen sollten, hatte 62 Seiten. Da war ich wirklich froh, dass mein Literaturkurs erst in ein paar Wochen beginnen würde. Rapha sah mein unglückliches Gesicht und auch er war nicht sonderlich begeistert. Doch er lachte nur und sagte: „Mach dir keinen Stress! Das wird schon! Lass uns erst einmal „Tapioca“ essen gehen.“ Als ich Rapha fragte, was denn genau „Tapioca“ sind, erklärte er mir, dass es eine indigene Speise sei. „Guck mal, das sind sie“, sagte er und deutete auf einen kleinen Fladen. ‚Tapioca‘ werden aus Maniokmehl hergestellt. Entweder man macht sie dünn, wie eine Art Crêpe, oder klein und dick, wie amerikanische „Pancakes“. Viele Leute essen sie einfach nur mit Butter. Man kann sie aber auch mit Käse und Schinken zubereiten. Andere mögen sie lieber mit Kokosmilch. Aber ich esse sie am Liebsten mit Kondensmilch. Komm, probier’ sie mal!“

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