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Studieren im Ausland

Weltretter und Jetsetter

Pure Ironie, dass diejenigen, die den Leuten Klimasünden vorhalten und vor der Umweltkatastrophe warnen, oftmals mehr reisen und dabei die Luft verpesten als der Ottonormalverbraucher (Beispiel: Al Gore). Mir ging es so, als ich aus zeitlichen und finanziellen Gründen zum Umweltkongress fliegen „musste“. Was mir ein schlechtes Gewissen bereitete, ist zeitgleich eine Verzerrung unseres Wirtschaftssystems. Denn klar ist: Der 36 Euro teure Flug nach Bremen kostet die Menschen und den Planeten durch CO2-Emissionen in der Zukunft mehr als mich die Mehrkosten alternativer Fortbewegungsmittel. Fakt ist jedoch auch, dass Politiker, Prominente und Klimaschützer zu Kongressen rund um die Welt jetten und Abenteurer den Anfang ihres unmotorisierten Durchquerens der Serengeti zum Beispiel auch erst nach dem Linienflug antreten. Ist nicht einer, der daheim bleibt und Computerspiele zockt, nachhaltiger „unterwegs“ als Naturfreunde, die in der Gegend herumreisen und manchmal sogar die Umwelt mit ihren Aktivitäten (Wandern, Mountainbiken, Skifahren, etc…) zerstören? Schaut man sich deren ökologischen Fußabdruck an, dann wahrscheinlich schon. Obwohl der Zocker natürlich Strom braucht und Spiel und Konsole erst mal hergestellt werden müssen. Aber ich glaube, dass wir alle übereinstimmen, dass eine Gesellschaft, in der jeder nur daheim bleibt, um Umweltsünden zu vermeiden, nicht sehr wünschenswert wäre. Schließlich sind wir doch soziale Wesen.

Was also tun? Ich selbst habe mir vorgenommen, als Ausgleich zum Studium und meinen Klimasünden, im kommenden Frühling Bäume zu pflanzen. Am coolsten wäre es natürlich, gemeinsam mit ein paar anderen Leuten unseren eigenen Wald anzulegen, aber das geht vermutlich nicht so einfach. Der beste Zeitpunkt dafür wäre wahrscheinlich vor 50 Jahren gewesen. Aber immerhin: Der zweitbeste Zeitpunkt, etwas zu unternehmen, ist heute.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Oct 6, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Oct 6, 2014

Studieren im Ausland

Typischer Wahnsinn in New York

Vergangenes Wochenende habe ich die legendäre „Rocky Horror Picture Show“ gesehen. In Deutschland habe ich schon davon gehört, aber ich dachte immer, es wäre ein „normales“ Musical. Das ist es anfangs auch gewesen, aber jetzt ist es für mich so viel mehr! Fans des Musicals reisen aus vielen umliegenden Orten New Yorks an, um sich freitags und samstags um Mitternacht ins Kino zu begeben und sich diese Show anzugucken. Wie das genau abläuft? Typisch amerikanisch. Sogenannte „Volunteers“ spielen alle Szenen, die gerade auf der Leinwand laufen, in Echtzeit nach. Dabei wird das Schauspiel ins Lächerliche gezogen und die Charaktere auf der Leinwand bekommen Worte in den Mund gelegt, um das Publikum zum Lachen zu bringen. Bezahlte Zuschauer beteiligen sich lautstark, indem sie die Leinwandcharaktere beschimpfen und ihnen schlüpfrige Fragen stellen. Nicht nur das, die Zuschauer schmeißen bei der Hochzeitsszene mit Reis um sich, bedecken ihre Köpfe mit einer Zeitung, wenn die Charaktere durch den Regen gehen und werden bei peppigen Songs zum Tanzen aufgefordert. Was noch als ironischer Gag gesehen wird: Das Ganze findet im Stadtteil Chelsea statt, einem Schwulen- und Lesben-Viertel. Da ein Hauptdarsteller im Film ein Transvestit ist und die Show als eher „tuntig“ gilt, haben sich unter den Zuschauern viele gay people eingefunden, die sich an diesem Mitmach-Film aktiv beteiligten. What a fun night!

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Oct 2, 2014
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Oct 2, 2014

Studieren im Ausland

Vom Karma eins auf den Deckel bekommen

Heute habe ich wieder mal eine Lehrstunde in Sachen Vorurteil und Leichtgläubigkeit erhalten. Eigentlich bin ich immer diejenige, die predigt, dass man sich sein eigenes Bild von allem und jedem selbst machen soll, anstatt vorgefertigte Meinungen zu übernehmen. Aber genau mir ist das jetzt passiert. Als Helena und ich vor ein paar Wochen in unser Haus eingezogen sind, in dem auch noch andere Mieter wohnen, mit denen wir uns Küche, Wohnzimmer und Esszimmer teilen, hatten wir noch keinen Kühlschrank in unserem Zimmer. Die Vermieterin wollte sich darum kümmern und wir sollten derweil unser Essen im Gemeinschaftskühlschrank lagern. Daran bin ich ja aus meinen Aufenthalten in Hostels gewohnt, also war es kein Problem. Doch jeden Tag fehlte etwas. Mal eine Packung Toast, mal drei Joghurts, mal zwei Päckchen Schinken. Wir hatten einen Essensdieb! Als wir mal wieder ungläubig vor dem leeren Kühlschrankregal standen, sprach uns ein Student an, der im Stock unter uns wohnt, und wir haben ihm von unseren fehlenden Sachen erzählt. Er meinte, dass es ihm genauso ging und er sicher wisse, dass der Italiener aus Zimmer fünf der Dieb sei. Er habe ihn dabei schon erwischt. Als wir den besagten Mann zum ersten Mal sahen, glaubten wir die Geschichte dann sofort. Er trug einen abgewetzten Jogginganzug, roch stark nach Rauch, hatte eine gelbliche Hautfarbe und sprach nur gebrochenes Englisch. Jeden Tag blockierte er stundenlang die Küche und schwärzte jeden bei der Vermieterin an, der sein Geschirr nicht abwusch. Mit dem war sicher nicht gut Kirschen essen. Wir versuchten, ihm aus dem Weg zu gehen. Er war uns unheimlich, ja, wir ekelten uns sogar vor ihm und erzählten unseren Freunden, was das für ein komischer Kauz sei. Und wir waren froh, als wir endlich unseren eigenen Kühlschrank bekamen.

Heute schlug dann das Karma mit aller Gewalt zu. Ich war an der Reihe, die Dreckwäsche in den Waschsalon zu bringen und Essen einzukaufen. Halb zu Tode geschleppt und triefend nass vom strömenden irischen Regen, nahm ich gerade meine Wäsche aus der Trommel, als ein feiner Herr im Anzug den Salon betrat und sein Hemd aus der Reinigung abholte. Ich erschrak, als er mich grüßte und ich ihn erkannte. Es war der Italiener. Er fragte mich, ob er mich nach Hause fahren soll. Verwirrt stieg ich in sein Auto. Das sollte derselbe Typ sein, der in seinem vermoderten Jogginganzug unser Essen klaute? Es stellte sich heraus, dass sein Name Claudio ist, er hier in Dublin arbeitet und das Geld an seine Familie in Italien schickt. Er erzählte, dass er sich manchmal reicht einsam fühle. Sein großes Hobby sei das Kochen, weshalb er oft stundenlang am Herd stünde. Vor unserem Haus angekommen, bugsierte er meine Taschen aus dem Auto, trug sie ins Haus und verabschiedete sich. Er müsse wieder zur Arbeit, aber wir würden uns ja bestimmt heute Abend beim Kochen treffen.

Toll Sabrina, dachte ich, Claudio ist so ein netter Mensch, der einfach nur ein bisschen Anschluss sucht, sich aber mit seinem gebrochenen Englisch schwer tut. Er hat mich extra nach Hause gefahren, damit ich nicht im Gussregen auf den Bus warten muss. Vielleicht hat er dafür sogar Ärger mit seinem Boss riskiert. Und ich hatte nichts Besseres zu tun als ihn aufgrund einer Bemerkung sofort zu verurteilen und abzustempeln. Das ist mir hoffentlich eine Lehre, denn ich fühle mich richtig mies! Heute Abend koche ich definitiv für ihn mit! Und hoffentlich hat die Waschmaschine zur Strafe einen meiner Socken gefressen …

Autor: Sabrina  |  Rubrik: studium  |  Oct 1, 2014
Autor: Sabrina
Rubrik: studium
Oct 1, 2014