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Studieren im Ausland

Mit dir überstehe ich die Einsamkeit

In meinem Geschichtskurs hatte ich nicht so viel Glück. Die Professorin sprach so schnell, dass ich am Anfang dachte, sie spräche Chinesisch. Und wenn die anderen Studierenden etwas sagten, konnte ich ihnen einfach nicht folgen. Im Gegensatz zu mir hatten alle anderen ein so großes Vorwissen über die brasilianische Militärdiktatur, dass ich schlichtweg nicht verstand, wovon sie sprachen. Dazu kam, dass sich niemand mit mir unterhielt. Öfter schon hatte ich den Versuch unternommen, eine Unterhaltung mit meinen Kommilitonen zu beginnen, doch waren sie meistens kurz angebunden und zeigten kein Interesse. Viele brasilianische Austauschstudierende hatten in Köln darüber geklagt, dass die Deutschen sich nicht für sie interessierten und es schwierig sei, Anschluss zu finden. Sie hatten mir damals versichert, dass das in Brasilien anders sei. Doch leider konnte ich das von meinen Geschichtskommilitonen nicht behaupten.

Und in meinem Kurs über brasilianische Kinderliteratur erging es mir ähnlich. Zwar konnte ich dem Inhalt des Seminars besser folgen, aber viel mehr Kontakt zu brasilianischen Studierenden hatte ich auch nicht. So freute ich mich jedes Mal umso mehr auf meinen Soziologiekurs traf mich jeden Tag mit Rapha. Wir gingen zusammen in die Mensa, aßen „Tapioca“, erkundeten die Bars im Universitätsviertel und gingen gemeinsam zu Kulturveranstaltungen im Dragão do Mar.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Oct 27, 2014
Autor: Esther
Rubrik: studium
Oct 27, 2014

Studieren im Ausland

Der erste Prüfungsstress

Die vergangenen zwei Wochen waren ziemlich vollgepackt mit Mitsemesterprüfungen. Diese Woche musste ich vier Aufsätze abgeben, jeweils um die 1.500 Wörter. In den nächsten Wochen folgen noch zwei weitere und einige Referate. Verglichen mit meiner deutschen Uni ist das Arbeitspensum während des Semesters hier schon um ein vielfaches höher. Zuhause sind die harten Phasen vor allem am Ende des Semesters und die Semesterferien, wenn Klausuren und die großen Hausarbeiten anstehen. Doch hier teilen sich die Modulprüfungen auf. In einigen Kursen muss ich mehrere kleinere Essays abgeben, aber dennoch am Ende des Semesters eine Klausur schreiben. Nur einen Kurs kann ich mit einer klassichen Hausarbeit abschließen, die allerdings auch noch vor der Klausurenphase abgegeben werden muss. Was man dabei vor allem lernt, ist Koordination und Zeitmanagement.

Hätte ich meine Aufsätze nicht aus langer Hand geplant und größtenteils schon zuvor fertig gehabt, würde ich jetzt auf ziemlich heißen Kohlen sitzen. So wie viele andere, wenn ich mich hier in der Universitätsbibliothek so umsehe. Ich habe gerade die Onlineversion meines letzten Aufsatzes für diese Woche abgegeben und kann jetzt erstmal tief durchatmen. Aber die nächsten Aufgaben liegen schon auf dem Tisch. Die Vorbereitung für eine Politikklausur, ein weiterer Essay in Philosophie, ein Referat für meinen Literaturkurs über irische Schriftstellerinnen und nochmal eins für den Historienkurs Irlands. Es wird nicht langweilig.

Was hier allerdings auch noch anders ist als ich es von daheim aus kenne: Nächste Woche ist Reading Week. Viele Lehrstühle halten in dieser Woche keine Veranstaltungen und geben den Studierenden Zeit, das große Lesepensum aufzuholen, das während der ersten Essayzeit vernachlässigt wurde. Auch soll man sich hier schon mal auf die Abschlussklausuren Mitte Dezember vorbereiten. So die Theorie. Viele Studierende nutzen die Zeit aber auch für Urlaub, Ausflüge oder ganz einfach Party. Schließlich ist kommende Woche Halloween und die ganze Stadt ist jetzt schon im Dekofieber. Ich war bisher noch nie auf einer Halloweenparty und werde die Chance wohl auch nutzen, wenn man in dieser Nacht schon mal in einem Land ist, das dieses Fest so groß wie Weihnachten aufzieht. Das hab ich mir nach diesem ersten Prüfungsstress wohl auch verdient.

Autor: Sabrina  |  Rubrik: studium  |  Oct 24, 2014
Autor: Sabrina
Rubrik: studium
Oct 24, 2014

Studieren im Ausland

24 Stunden Geburtstag

Die Uhr tickt. Und Jack Bauers Sekunden entschwinden, bevor er den Machenschaften der US-Regierung in der Echtzeit-Fernsehserie „24“ auf die Schliche kommt. Anlässlich meines 24. Geburtstages dachte ich mir, ich könnte auf ähnliche Weise innerhalb von 24 Stunden mein Leben nachleben.

Früh morgens wollte ich meine Kindheitserlebnisse, wie eine Kissenburg bauen oder Kresse einsäen, nachstellen. Danach motorische Errungenschaften wie Fahrrad fahren und im Meer schwimmen neu erleben, meine Jugendeskapaden nochmal mitmachen und die Zeit nach dem Abitur vergegenwärtigen. Im Gegensatz zu meinen ersten Lebensjahren, bei denen es mir schwer fiel mich an bestimmte Aktivitäten oder Highlights zu erinnern, waren die letzten Jahre so ereignisreich, dass ich mich nur schwer für etwas entscheiden konnte. Klar, das liegt auch an meinem Gedächtnis, das sich besser an näher an der Gegenwart gelegene Geschehnisse erinnert, aber natürlich auch viel mehr Erinnerungsunterstützung in Form von Bildern, Videos und sozialen Medien bekommt.

Trotz eines müden Tages danach war es einfach genial, sich an Momente wie den ersten Kuss, das erste Bier, den ersten Auftritt mit der Band oder Projekte mit Freunden zu erinnern. Eine gute Art zu reflektieren, festzustellen, was man lange vernachlässigt hat (zum Beispiel Kampfsport zu trainieren) und worauf man sich fortan freuen und konzentrieren möchte. Ob ich mit 48 dann versuche, zwei Tage lang wach zu bleiben, kann ich mir ja noch überlegen. Und vielleicht zelebriere ich meinen 30. einfach, indem ich mir eine 30-tägige Auszeit gönne.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Oct 17, 2014
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Oct 17, 2014