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Studieren im Ausland

Leckeres Gruselmenü

Autor:
Sabrina

Rubrik:
studium

07.11.2014

Wie erwartet steppte der Halloween-Bär durch Dublin. Aber nicht nur am 31. Oktober, sondern eigentlich die ganze Woche. Jeden Tag konnte man mehr Häuser hinter künstlichen Spinnweben, Lichtergirlanden, Scream-Masken, überdimensionalen Plastikspinnen und Kürbisverzierungen verschwinden sehen. Es war wie die Vorbereitung auf die Apokalypse. Meine Vermieterin hielt sich mit der Dekoration eigentlich recht zurück, doch als ich am Freitagmorgen das Haus verlassen wollte, hätte mich beim Anblick des „Toten“ auf unserer Hecke fast der Schlag getroffen. Über Nacht war unser Vorgarten zum Zombiefriedhof geworden und die Süßigkeiten für „Trick or Treat“ lagen auch schon bereit.

Auch meine Freunde und ich haben uns Gedanken gemacht, wie wir den Abend verbringen wollten und haben uns dann ganz klassisch und bodenständig für einen Mädels-Kochabend entschieden. Wir trafen uns alle bei Charlotte, die bei einer südafrikanischen Gastfamilie wohnt. Das neugebaute Haus ist dem Traum einer gut bürgerlichen Familie entsprungen, die Kinder sind zum Knuddeln, der Hund hört aufs Wort und auch die Katze hat uns mit ihrer Anwesenheit beglückt. Alles fast ein bisschen wie in dem Film „Die Frauen von Stepford“ mit Nicole Kidman. Passend zum gruseligen Anlass. Zu acht haben wir dann an unseren Kürbissen geschnitzt. Aus dem Kürbisfleisch habe ich eine traditionelle Suppe gekocht, die Kerne wurden geröstet, das selbstgebackene Kräuterbrot war gerade fertig und an den Wein hatten wir natürlich auch gedacht. Zur Nachspeise hat Charlotte dann noch Bratäpfel gezaubert. Zwischendurch haben immer wieder Kinder an der Tür geklingelt und haufenweise Süßigkeiten von uns abgestaubt. So lernten wir an diesem Abend also auch noch Casper, Batman, Spiderman und sämtliche Skelette aus der Umgebung kennen. Eines süßer als das andere!

Vielleicht war dies nicht der abenteuerlichste Halloweenabend aller Zeiten, doch ich habe ihn mit neuen Freunden verbracht, erfahren, wo Stepford liegt und die erste Kürbissuppe meines Lebens gekocht. Wenn das kein Erfolg war!

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