interaktiv

Studieren im Ausland

Mehr als wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit

Autor:
Manuel

Rubrik:
studium

19.11.2014

„Tragt in die Welt nun ein Licht …“ hab ich im Ohr, als wir in der „Dynamic Earth“ in Edinburgh die Bildungsinitiativen des Unternehmens kennenlernen. Unter dem Klangwort „Geoscience Outreach“ erarbeiten Studenten des Wissenschaftszentrums Themen und Darstellungsformen für Menschen, die weniger Zugang zu universitärem Wissen haben. Das können Workshops an Schulen sein, Gartenbauprojekte in Gemeinden, Flyer über Geologie in einem Naturpark oder Videos über Bäume. Wichtig ist dabei, dass man eben kein Sendungsbewusstsein entwickelt, sondern seine wahre Begeisterung für ein Thema findet für das man Feuer und Flamme ist und das man mit anderen teilen möchte. „Outreach“ – was man als Öffentlichkeitsarbeit übersetzen könnte – geht aber tiefer, weil das Wissen nicht nur wie Laternenlicht in die Welt getragen, sondern das Zielpublikum miteinbezogen und zum Denken angeregt werden soll.

Einerseits bin ich ein bisschen enttäuscht, dass mein Projekt wahrscheinlich in der ersten Runde innerhalb der Unimauern stattfinden wird, aber anderseits ist das ja auch ein gutes Versuchskaninchen. Ich möchte Akteure verschiedener Disziplinen an einen Tisch bringen, um das komplexe System von Nahrungsmitteln zu verstehen und darüber nachzudenken, wie wir tagtäglich Entscheidungen treffen. Anstatt also die Realität in Kategorien einzuteilen, möchte ich mit ein paar Tricks die Frage in Umlauf bringen, ob wir die Welt der Nahrungsmittelindustrie auch als Ganzes verstehen können. Dahinter steckt meine Begeisterung für Nahrungsmittelfragen und meine eigenen Entscheidungsschwierigkeiten, wenn ich zum Beispiel vor einem Supermarktregal stehe und zwischen Bio, Faitrade, Verpackungsmaterialen, regional, vegan oder ökologischem Fußabdruck abwägen muss. Man kann ja doch nicht alles richtig machen, oder?

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