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Studieren im Ausland

Missverständnis

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

29.12.2014

Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich mit der Zeit das Arbeitspensum, das uns regelmäßig in der Uni aufgehalst wurde, etwas besser bewältigen könnte. Aber auch nach zwei Monaten in Brasilien stellte sich keine Verbesserung ein. Im Gegenteil: Ich hatte das Gefühl, dass es noch stressiger wurde. Bereits in Deutschland hatte ich diesen Druck gespürt. Ich wollte eben immer alle Texte lesen, die uns aufgegeben wurden, sie wirklich verstehen und mir nicht einfach nur Zusammenfassungen aus dem Internet herunterladen. Ich hatte gehofft, dass es hier in Brasilien etwas entspannter zugehen würde, doch kam zu dem Arbeitspensum noch dazu, dass alles in einer Fremdsprache war, die ich nur so halbwegs beherrschte.

Schließlich entschied ich mich dazu, zum Büro für internationale Beziehungen der Universität zu gehen und zu fragen, ob ich an einem Kurs nur als Gasthörerin teilnehmen könnte, da es mir einfach zu viel war. In meinen Augen machte es mehr Sinn, weniger Kurse zu belegen, diese dafür aber intensiv und mit Ruhe zu machen, als viele Kurse nur halbherzig und gestresst. Doch ging mein Vorhaben ziemlich nach hinten los. Die Verantwortliche für internationale Studierende warf mir vor, dass ich nur nach Brasilien gekommen wäre, um am Strand Party zu machen und nicht daran interessiert sei, etwas an der Uni zu lernen. Ich versuchte ihr meine Situation zu erklären, doch wollte sie nichts davon wissen. Wahrscheinlich hatte sie schon genug ausländische Studierende kennengelernt, die mit dieser Einstellung nach Brasilien gekommen waren, und um ehrlich zu sein, beobachtete ich dieses Verhalten bei vielen meiner ausländischen Kommilitonen. So sagte sie mir, dass es in keinster Weise möglich sei, an Kursen nur als Gasthörerin teilzunehmen, und dass sie meine Professoren auch noch einmal persönlich über mein Verhalten informieren würde. Und es kam noch schlimmer: Sie schrieb auch meinem Koordinator in Deutschland, der sich wiederum bei mir meldete und sich beschwerte. Das hatte ich nun davon, dass ich aufrichtig studieren und meine Sachen gut machen wollte.

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