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Studieren im Ausland

Ein teures Paket

Oh Mann! Eigentlich wollte ich ja mehreren Familienmitgliedern und auch Freunden eine Freude machen und ein paar Kleinigkeiten zu Weihnachten verschicken. Aber bei den Versandkosten von Amerika nach Deutschland sind bereits Süßigkeiten keine Kleinigkeiten mehr. Kurz vor Weihnachten wollte ich ein Paket, ungefähr fünfeinhalb Kilo schwer, an meine liebe Freundin Patricia verschicken. Das hat mich umgerechnet ganze 54 Euro gekostet. Wahnsinn! Naja, wenn man einmal darüber nachdenkt, ist es vielleicht gar nicht ganz so viel – schließlich wurde das Paket mit den Geschenken auf einen anderen Kontinent geschickt und kam am Ende sicher bei Patricia an. Anstatt weitere Päckchen an meine Familie und Freunde zu senden, habe ich mich dazu entschieden, „nur“ Postkarten zu schreiben. Die Tatsache, dass man an Weihnachten an seine Lieben denkt, ist es schließlich, was zählt. Im „Austausch“ für mein Paket wird mir Patricia übrigens auch eins schicken, mit deutschen Köstlichkeiten. Ich habe da natürlich ganz selbstlos nur an meinen Freund Sam gedacht, der mir von deutschen Produkten vorgeschwärmt hatte: Tütensuppen zum Beispiel. Der wird sich freuen, wenn er das Paket von Patricia sieht, deutsches Essen ist eben doch das Beste.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Dec 31, 2014
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Dec 31, 2014

Studieren im Ausland

Klausuren in der Messehalle

In den letzten beiden Wochen meines Auslandsabenteuers standen die Klausuren auf dem Plan. Die erste und zugleich anspruchsvollste Prüfung hatte ich in Englischer Literatur der Romantik. Soviel gleich zu Beginn: Ich habe es überlebt. Jedoch das Spektakel, das die Iren um ihre Klausuren aufziehen, ist schon ein Erlebnis. Aber der Reihe nach: Da die meisten Kurse während des Semesters einstündig stattfinden, wird ein extra Zeitplan erstellt, in dem alle Kurse einen mehrstündigen Prüfungstermin zugeteilt bekommen. So ergeben sich viele Überschneidungen von Kursen mit hoher Teilnehmerzahl und die Hörsäle in der Uni reichen nicht aus, um alle Prüflinge unterzubringen. Deshalb wird für zwei Wochen eine Messehalle außerhalb des Campus gemietet. Die Uni bietet einen extra Shuttlebus an, der aber nur stündlich fährt und deshalb nur einen Bruchteil der Studierenden befördern kann. Auch ich stand gequetscht in der Menschentraube, die versuchte, sich noch in den Bus zu drängen, und habe es natürlich nicht hinein geschafft. Was also tun? Richtig, hier kann man ausnahmsweise mal mit dem Strom schwimmen. Ich folgte einfach den hunderten von anderen Studierenden, die den öffentlichen Bus nahmen und den Rest des Weges liefen. An der Halle angekommen, blieb mir erstmal die Spucke weg. Nicht weil sie so schön war, sondern weil dieser komplette Aufriss für mein Verständnis total irrational war. In der Vorhalle gab es Aushänge mit Sitznummern, 1 bis 2000, auf denen man seinen Namen finden musste. Ich hatte 1068. Dann musste man seine Taschen für einen Euro an einer Garderobe abgeben, denn in die Prüfungshalle durfte man nur Stifte, Wasser und seinen Studentenausweis mitnehmen. Die war aber noch nicht geöffnet, weshalb sich alle 2.000 Studierenden in der Vorhalle sammelten und panisch versuchten, letzte Informationen in ihr Kurzzeitgedächtnis zu pressen.

Zwanzig Minuten vor Prüfungsbeginn gab eine Lautsprecherstimme Bescheid, dass man die Halle nun betreten dürfe. Die ganze Schar sprang also auf einmal auf und stürmte zum Eingang. Was uns drinnen erwartete, war irrsinnig: Eine alte Lagerhalle von der Größe eines Fußballfeldes, in der 2.000 Tische und Stühle in Reih und Glied aufgestellt waren. Ordner wiesen letzte Plätze zu, die Stimme aus dem Lautsprecher gab Anweisungen und ich hatte mittlerweile alles vergessen, was ich über die Erhabenheit in der Romantik wusste. Zeitgleich wurden auf allen Reihen die Aufgaben verteilt. Links neben mir war ein Statistik-Kurs, während zu meiner rechten eine Chemieprüfung stattfand. Meine Klausur sollte zwei Stunden dauern, doch manch andere hatten nur eine Stunde, weshalb es mir vorkam, als würden ständig Leute kommen und gehen. Und die Lautsprecherstimme hielt auch nicht den Mund. Während der ersten zehn Minuten rief sie reihenweise Kurse auf und teilte ihnen mit, welche Fehler in den Angabenblättern zu finden waren und wie sie die Aufgaben abzuarbeiten haben. Irgendwann habe ich aufgehört zuzuhören, da ich Lord Byron dann doch mehr Aufmerksamkeit zu schenken hatte. Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei.

Draußen holte ich erstmal tief Luft und versuchte die Eindrücke hinunterzuschlucken. Egal, wie ich in dieser Klausur abschneide, allein die Teilnahme an diesem völlig überzogenen Riesenevent war schon ein Abenteuer und die Reise wert.

Autor: Sabrina  |  Rubrik: studium  |  Dec 30, 2014
Autor: Sabrina
Rubrik: studium
Dec 30, 2014

Studieren im Ausland

Missverständnis

Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich mit der Zeit das Arbeitspensum, das uns regelmäßig in der Uni aufgehalst wurde, etwas besser bewältigen könnte. Aber auch nach zwei Monaten in Brasilien stellte sich keine Verbesserung ein. Im Gegenteil: Ich hatte das Gefühl, dass es noch stressiger wurde. Bereits in Deutschland hatte ich diesen Druck gespürt. Ich wollte eben immer alle Texte lesen, die uns aufgegeben wurden, sie wirklich verstehen und mir nicht einfach nur Zusammenfassungen aus dem Internet herunterladen. Ich hatte gehofft, dass es hier in Brasilien etwas entspannter zugehen würde, doch kam zu dem Arbeitspensum noch dazu, dass alles in einer Fremdsprache war, die ich nur so halbwegs beherrschte.

Schließlich entschied ich mich dazu, zum Büro für internationale Beziehungen der Universität zu gehen und zu fragen, ob ich an einem Kurs nur als Gasthörerin teilnehmen könnte, da es mir einfach zu viel war. In meinen Augen machte es mehr Sinn, weniger Kurse zu belegen, diese dafür aber intensiv und mit Ruhe zu machen, als viele Kurse nur halbherzig und gestresst. Doch ging mein Vorhaben ziemlich nach hinten los. Die Verantwortliche für internationale Studierende warf mir vor, dass ich nur nach Brasilien gekommen wäre, um am Strand Party zu machen und nicht daran interessiert sei, etwas an der Uni zu lernen. Ich versuchte ihr meine Situation zu erklären, doch wollte sie nichts davon wissen. Wahrscheinlich hatte sie schon genug ausländische Studierende kennengelernt, die mit dieser Einstellung nach Brasilien gekommen waren, und um ehrlich zu sein, beobachtete ich dieses Verhalten bei vielen meiner ausländischen Kommilitonen. So sagte sie mir, dass es in keinster Weise möglich sei, an Kursen nur als Gasthörerin teilzunehmen, und dass sie meine Professoren auch noch einmal persönlich über mein Verhalten informieren würde. Und es kam noch schlimmer: Sie schrieb auch meinem Koordinator in Deutschland, der sich wiederum bei mir meldete und sich beschwerte. Das hatte ich nun davon, dass ich aufrichtig studieren und meine Sachen gut machen wollte.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Dec 29, 2014
Autor: Esther
Rubrik: studium
Dec 29, 2014