interaktiv

Studieren im Ausland

Am Strand der Hoffnung

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

12.01.2015

Bevor ich nach Fortaleza ging, hatten mir alle Brasilianer in Deutschland von den wunderschönen Stränden dort und mir prophezeit, dass ich wahrscheinlich mehr Zeit am Strand als in der Uni verbringen würde. Aber es kam ganz anders: Nach über zwei Monaten in Brasilien war ich erst ein einziges Mal am Strand. Einerseits hatte ich so viel mit der Uni und meiner Tanzgruppe zu tun, dass ich kaum Zeit hatte, an den Strand zu fahren. Andererseits war es auch um einiges komplizierter an den Strand zu gelangen als ich es mir in Deutschland vorgestellt hatte. Zwar gab es einen, der gar nicht weit von unserer Wohnung entfernt lag, doch hatten mich alle gewarnt, ihn zu besuchen, da es dort relativ gefährlich sein sollte.

Der offizielle Strand von Fortaleza, „der Strand der Hoffnung“, wie er so schön heißt, war jedoch mit dem Bus über eineinhalb Stunden entfernt. Nicht etwa, weil er so weit weg gewesen wäre, sondern weil von mir zu Hause kein Bus direkt dorthin fuhr. Ich musste erst zu einem der Busbahnhöfe fahren, um dort umzusteigen. Allerdings musste man manchmal über eine halbe Stunde auf den jeweiligen Bus warten und gerade am Wochenende fuhren die Busse noch unregelmäßiger als unter der Woche, was den Strandausflug noch komplizierter machte.

Dennoch beschlossen Rapha und ich an einem Wochenende, dass wir die kleine Odyssee auf uns nehmen würden, um an den „Strand der Hoffnung“ zu gelangen. Nachdem wir spät aufgestanden waren und gefrühstückt hatten, kamen wir erst um halb zwei an. Der Strand war schon brechend voll. Allerdings nicht – wie ich es aus Europa kannte – mit Leuten, die sich auf ihren Strandmatten sonnten, sondern mit Sonnenschirmen, teils aus Plastik, teils aus Palmenblättern, die zu Tischen von unzähligen Restaurants gehörten, die sich am Strand befanden. Ein Nachmittag am Strand sah also völlig anders aus als ich es kannte. Hier saß man an Tischen, hörte Musik – normalerweise Samba oder Pagode – trank Bier oder Kokoswasser, aß Krebse und ging zwischendurch immer mal wieder im Meer baden. Außerdem kamen ständig Verkäufer vorbei, die Krabben, Hängematten, Bikinis, Sonnenbrillen, Süßigkeiten, gegrillten Käse und vieles mehr anboten.

Diesen Artikel teilen