interaktiv

Studieren im Ausland

Bewerbung mal anders

Autor:
Manuel

Rubrik:
studium

16.02.2015

Persönlichkeitstests im Internet versprechen einem immer eine große Einsicht in das eigene Leben, die man bisher gar nicht vermisst hat. Als mir eine kanadische Freundin zum ersten Mal den Link zu einem Nationalitätentest geschickt hatte, ließ ich dementsprechend die Finger davon. Als sie mir dann aber erzählte, dass ihre Schwester laut dem Test „deutsch“ sei und sie selbst den kanadischen Charakterzügen und Gepflogenheiten entspräche, wurde ich doch neugierig. Dabei hatte ich weniger Interesse, einen Einblick in meine Persönlichkeit zu gewinnen, als vielmehr Ideen dafür zu bekommen, in welchem Land ich meine nächsten Lebensschritte planen soll. Bei der Jobsuche fand ich Trainee-Programme oder „Graduate Schemes“ in Großbritannien, die mich wirklich interessierten. Angebote aus Deutschland, die ebenso vielversprechend klingen, suche ich hingegen vergebens.

Darüber hinaus könnte ich mir auch vorstellen, in Nordamerika Erfahrung zu sammeln, da die Kultur der Indianer und Ureinwohner des Kontinentes fasziniert. Gleichzeitig würde ich gerne meine Sprachkenntnisse weiterentwickeln. Dafür wäre Europa ziemlich genial. Würde ich eine herausfordernde Stelle „daheim“ finden, würde ich sofort zugreifen. Aber würde ein Leben auf dem Lande wieder klappen oder müsste ich sowieso in eine Großstadt? Und wäre es dann nicht egal, ob ich in London oder Berlin lande? Von meinem Heimatort ist beides weit weg.

Um es kurz zu fassen: Laut des Tests wäre ich Franzose. Ein guter, treuer Mensch, mit Prinzipien und Erfolgsstreben, der andere Menschen respektiert und sich gleichzeitig die Zeit nimmt, das Leben zu genießen. Exemplarisch war die Frage, ob ich mein Essen selbst koche und mit anderen diniere. Die Probe aufs Exempel konnte ich machen, als eine Kommilitonin aus Frankreich bei uns zu Besuch war. Sie hatte gar nichts fürs Kochen übrig und meinte selbst, dass Franzosen Klasse hätten (was sich vor allem in der Kleidung widerspiegle), aber auch ziemlich arrogant seien. Ich kann das schlecht beurteilen, weil ich Frankreich kaum kenne. Aber hey, es gibt ja auch noch Französisch-Kanada, Französisch-Guinea, Martinique, Algerien oder Réunion, wo immerhin auch Französisch gesprochen wird. Nette Inspiration, so ein Test. Mal sehen, wohin es mich letztlich verschlägt.

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