Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren im Ausland

Voller Terminplan

Nach dem verlängerten Wochenende in Jericoacoara war es schwer, wieder in den Uni-Alltag zurückzukehren. Thais hatte schon auf der Rückfahrt im Auto mit Vorahnungen zu kämpfen und wollte gar nicht an all die Arbeit denken, die in Fortaleza auf sie wartete. Mir ging es nicht anders. Das Ende des Semesters rückte langsam näher. Das hieß, dass ich noch ein Referat halten und zwei Essays für meinen Literaturkurs schreiben musste. Zudem standen noch zwei Klausuren in Soziologie und eine mündliche Prüfung über das Ende der brasilianischen Militärdiktatur in Geschichte aus. Dazu kam noch ein Aufsatz über den Einfluss der Juni-Feste auf die Identität der Bevölkerung im Nordosten Brasiliens und eine Power-Point-Präsentation über die Ess-Traditionen im Bundesstaat Bahia in meinem Portugiesischkurs für ausländische Studierende. Ach ja, und nebenher hatte ich ja auch immer noch neun Stunden Tanztraining pro Woche mit meiner Folklore-Tanzgruppe und zwei Stunden Street Dance, sowie Auftritte am Wochenende.

Wenn ich so darüber nachdachte, stieg Panik in mir hoch. Also entschied ich mich, nicht zu viele Gedanken daran zu verschwenden, sondern die Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen. Einerseits waren diese Wochen dann zwar unglaublich anstrengend, doch andererseits gewann ich in dieser Zeit auch neue Freunde. Bestehende Freundschaften wurden intensiver, da ich mich regelmäßig mit meinen Kommilitonen zum Lernen traf. Auch meinem besten Freund Raphael, der so wie ich neu in Fortaleza war, ging es nicht anders. Durch die Lerngruppen hatten wir das erste Mal das Gefühl, engeren Kontakt zu den anderen Studierenden zu gewinnen. Außerdem merkte ich, dass es mir auch wirklich Spaß machte, mich mit den Thematiken auseinanderzusetzen. Ich lernte viel über Themen, mit denen ich mich in Deutschland nie befasst hätte und gleichzeitig verbesserte sich auch mein Portugiesisch durch das intensive Lernen und die Essays, die ich schreiben musste.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Feb 18, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Feb 18, 2015

Studieren im Ausland

Bewerbung mal anders

Persönlichkeitstests im Internet versprechen einem immer eine große Einsicht in das eigene Leben, die man bisher gar nicht vermisst hat. Als mir eine kanadische Freundin zum ersten Mal den Link zu einem Nationalitätentest geschickt hatte, ließ ich dementsprechend die Finger davon. Als sie mir dann aber erzählte, dass ihre Schwester laut dem Test „deutsch“ sei und sie selbst den kanadischen Charakterzügen und Gepflogenheiten entspräche, wurde ich doch neugierig. Dabei hatte ich weniger Interesse, einen Einblick in meine Persönlichkeit zu gewinnen, als vielmehr Ideen dafür zu bekommen, in welchem Land ich meine nächsten Lebensschritte planen soll. Bei der Jobsuche fand ich Trainee-Programme oder „Graduate Schemes“ in Großbritannien, die mich wirklich interessierten. Angebote aus Deutschland, die ebenso vielversprechend klingen, suche ich hingegen vergebens.

Darüber hinaus könnte ich mir auch vorstellen, in Nordamerika Erfahrung zu sammeln, da die Kultur der Indianer und Ureinwohner des Kontinentes fasziniert. Gleichzeitig würde ich gerne meine Sprachkenntnisse weiterentwickeln. Dafür wäre Europa ziemlich genial. Würde ich eine herausfordernde Stelle „daheim“ finden, würde ich sofort zugreifen. Aber würde ein Leben auf dem Lande wieder klappen oder müsste ich sowieso in eine Großstadt? Und wäre es dann nicht egal, ob ich in London oder Berlin lande? Von meinem Heimatort ist beides weit weg.

Um es kurz zu fassen: Laut des Tests wäre ich Franzose. Ein guter, treuer Mensch, mit Prinzipien und Erfolgsstreben, der andere Menschen respektiert und sich gleichzeitig die Zeit nimmt, das Leben zu genießen. Exemplarisch war die Frage, ob ich mein Essen selbst koche und mit anderen diniere. Die Probe aufs Exempel konnte ich machen, als eine Kommilitonin aus Frankreich bei uns zu Besuch war. Sie hatte gar nichts fürs Kochen übrig und meinte selbst, dass Franzosen Klasse hätten (was sich vor allem in der Kleidung widerspiegle), aber auch ziemlich arrogant seien. Ich kann das schlecht beurteilen, weil ich Frankreich kaum kenne. Aber hey, es gibt ja auch noch Französisch-Kanada, Französisch-Guinea, Martinique, Algerien oder Réunion, wo immerhin auch Französisch gesprochen wird. Nette Inspiration, so ein Test. Mal sehen, wohin es mich letztlich verschlägt.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Feb 16, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Feb 16, 2015

Studieren im Ausland

Zu perfekt, um wahr zu sein!

Thais hatte recht gehabt. Man konnte nicht anders als Jericoacoara zu lieben. Kein Auto durfte in den Ort hineinfahren. Es gab nur Boogies, die das Gepäck der Leute zu den jeweiligen Unterkünften brachten und den Touristen Fahrten zu den nahegelegenen Lagunen anboten. Außerdem liefen eigentlich alle Leute barfuß herum, da die Straßen und Wege aus Sand bestanden. Es gab wunderschöne Läden mit Kunsthandwerk und tolle Restaurants und Bars. Tagsüber machten wir mit den Boogies Ausflüge zu den schönsten Lagunen.

Als wir an der „Lagoa do Paraíso“ ankamen, konnten wir unseren Augen kaum trauen. Der Name hatte nicht zu viel versprochen. Es sah wirklich aus wie im Paradies. Der Strand war strahlend weiß und im türkisen, kristallklaren Wasser waren Hängematten angebracht, in denen man Caiprinhas trinken konnte. Zudem hatten wir wirkliches Glück, da wir außerhalb der Hauptsaison gekommen waren. Die Strände waren relativ leer und die Preise der Unterkünfte nicht allzu teuer. Nachmittags kehrten wir ins Dorf zurück, aßen in einem der kleinen Restaurants Fisch oder Krabben, um dann abends den Sonnenuntergang von einer riesigen Sanddüne aus zu beobachten. Und danach begannen auch schon die Partys am Strand. Kleine Stände eröffneten ihre Bars, an denen sie die unterschiedlichsten Cocktails anboten, und verschiedene Gruppen begannen in einer Runde Samba und Pagode zu spielen. Es war einfach alles zu perfekt, um wahr zu sein!

Am letzten Abend feierten schließlich Paolo, einer der Mexikaner, und ich unseren Geburtstag. Unsere Freunde hatten 23 Kerzen für uns in den Sand gesteckt und angezündet, einen Kuchen in der Jugendherberge für uns gebacken und die Musiker am Strand gefragt, ob sie für uns nicht einen Geburtstagssamba spielen könnten. Wir waren uns einig: Einen schöneren Geburtstag hätten wir uns nicht wünschen können!

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Feb 11, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Feb 11, 2015