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Studieren im Ausland

Entweder liebst du sie oder du hasst sie

Nachdem mich Polo dazu überredet hatte, mit ihm für ein paar Tage nach Brasília zu fliegen, begann ich, mich mit der Geschichte der Stadt auseinanderzusetzen. So lernte ich, dass Brasília ausschließlich dafür konzipiert worden war, die ehemalige Hauptstadt Rio de Janeiro abzulösen. Die erste Hauptstadt Brasiliens war Salvador gewesen. Allerdings war Salvador bereits Mitte des 18. Jahrhunderts durch Rio ersetzt worden. Bis Ende des 19. Jahrhunderts der Beschluss gefasst wurde, eine neutrale föderale Hauptstadt zu gründen. Nach langjähriger Planung begannen die Bauarbeiten schließlich 1956 – und in weniger als vier Jahren wurde aus dem Nichts eine komplett neue Hauptstadt aus dem Boden gestampft.

Brasília war für seine architektonischen Meisterwerke bekannt, die allesamt vom berühmten Architekten Oscar Niemeyer erdacht worden waren. Jedes Mal, wenn Polo von ihm sprach, begannen seine Augen zu leuchten. „Er ist mein absolutes Vorbild“, sagte er. Er war unglaublich glücklich, dass er seine Bauwerke nicht mehr nur in Lehrbüchern sah, sondern persönlich kennenlernte.

Als ich meiner Betreuerin Thais von unserer Reise erzählte, war sie hellauf begeistert: „Brasília ist toll! Du wirst es lieben!“ Ich war froh, diese positiven Worte von ihr zu hören. Denn mittlerweile hatte ich schon so viele unterschiedliche Meinungen über die Hauptstadt gehört, dass ich teilweise etwas verunsichert gewesen war. Andere Austauschstudierende, die dort für ein paar Tage zu Besuch gewesen waren, hatten gar nichts mit der Stadt anfangen können. Thais meinte dazu: „So ist das mit Brasília. Entweder du liebst die Stadt oder du hasst sie. Aber mach dir keine Sorgen. Wie ich dich kenne, wirst du sie lieben.“

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Mar 18, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Mar 18, 2015

Studieren im Ausland

Bäume pflanzen schadet dem Klima

Bäume pflanzen schien mir immer ein Allheilmittel, um seine eigenen Emissionen auszugleichen. Um die halbe Welt fliegen und dann einfach für 30 Euro Bäume im Amazonasgebiet pflanzen – und das Klimagewissen ist wieder gereinigt. Zumindest dachte ich so, bis ich eine Fallstudie in der Uni bearbeiten musste, bei der wir uns entweder für die amerikanische Seite (Bäume pflanzen um CO2 auszugleichen als primäre Politik gegen den Klimawandel) oder die europäische Seite (Bäume pflanzen rettet das Klima nicht) entscheiden musste. Meine Gruppe entschied sich für die europäische Sichtweise und nach zwei Wochen war ich der festen Überzeugung: Bäume pflanzen kann auch schaden.
Ich versuche, das zu erklären: Betrachtet man die weltweite durch Menschen verursachte Treibhausgasemission, stimmt es schon, dass fast ein Fünftel eingespart werden könnte, wenn wir Rodungen und die Zerstörung der Regenwälder aufhalten. Aber: Die Lungen der Welt absorbieren nicht nur Kohlenstoffdioxid, sie stoßen es auch aus. Mit erhöhten Temperaturen, trockeneren Jahren und akuter Waldbrandgefahr können Wälder plötzlich auch zu Treibhausgasherden werden.
Was sollte man also tun? Die Devise lautet: die richtigen Bäume am richtigen Ort und zur richtigen Zeit pflanzen. Man sollte sich bewusst sein, dass all das CO2, das wir durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen (Öl, Kohle, Gas,...) aus dem Erdboden befördern, nicht durch das Pflanzen von Bäumen ausgeglichen werden kann.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Mar 11, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Mar 11, 2015

Studieren im Ausland

Oder soll ich doch Deutsch studieren?

Das Gespräch mit der zuständigen Dame des Germanistik-Lehrstuhls hat mir Hoffnung darauf gemacht, dass man mit einem Abschluss in diesem Fach nicht nur Deutschlehrerin an einer Uni werden kann, sondern auch an Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen. Dazu kommt auch, dass deutschsprachige Kindergärten, die es zum Beispiel in Brooklyn oder Manhattan gibt, nicht nur Erzieher suchen, sondern oft auch Deutschlehrer, die Erfahrungen in der Kinderbetreuung haben. Da ich in Deutschland im Kindergarten ein Praktikum gemacht und ein Jahr hier als Au-pair gearbeitet habe, hätte ich da vielleicht gute Chancen.
Auf der anderen Seite frage ich mich natürlich, ob wirklich so viele Deutschlehrer gesucht werden. Und wenn ja: Auch hier in New York? Der Staat New York ist mein Zuhause geworden und hier möchten Sam und ich nur ungern wegziehen. Hmm, ich denke, ich werde das Glück entscheiden lassen, ob ich nun Ernährungswissenschaften oder Deutsch im Masterstudiengang studiere. Ich bin definitiv positiv gestimmt, dass ich in einem der beiden Fächer angenommen werde – vielleicht sogar in beiden. Hoffentlich muss am Ende nicht das Los entscheiden. Mein Freund Sam würde sich für mich wünschen, Deutschlehrerin zu werden, denn dann könnte ich ihm meine Muttersprache beibringen. Ganz schön eigennützig, mein Sam!

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Mar 11, 2015
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Mar 11, 2015