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Studieren im Ausland

Was tun?

Bald stehen sie wieder vor der Tür: die Sommerferien. Hier in Amerika dauern sie drei Monate lang. Was soll ich in der Zeit bloß anstellen? Mein Freund Sam und ich würden am liebsten nach Deutschland oder Frankreich reisen, aber leider steht mir da mein Visum im Weg. Das ist nämlich abgelaufen und deshalb nur hier in den USA gültig. Klingt kompliziert, ist es auch. Solange ich mich hier wegen meines Studiums aufhalte, gilt mein Studentenvisum. Will ich aber das Land verlassen und anschließend wieder einreisen, brauche ich ein neues, gültiges Visum. Das heißt also, dass ich wieder nach Deutschland muss, um dort die amerikanische Botschaft aufzusuchen und ein neues Visum zu beantragen. Das kann aber natürlich abgelehnt werden. Will ich das riskieren? Nein!

Sam versucht ständig mich davon zu überzeugen, dass sie es garantiert nicht ablehnen werden, da ich ja vorhabe, in den USA ein Masterstudium anzuschließen. Jedoch bin ich mir damit gar nicht mehr so sicher. Will ich die Kosten wirklich auf mich nehmen? Das Bachelorstudium hat mich mindestens 35.000 Dollar gekostet. Das zweijährige Masterstudium wird bestimmt genauso teuer werden. Aber was ist die Alternative, wenn ich hier in den USA bleiben möchte? Vielleicht sollte ich parallel zu meinen Studienplänen nach einem Job hier suchen. Ich habe zwar „nur“ ein Studentenvisum, aber das erlaubt mir, nach erfolgreich abgeschlossenem Studium, ein Jahr in den USA in dem Berufsfeld zu arbeiten, in dem ich studiert habe. Was ich letztlich machen werde, weiß ich noch nicht genau, aber ich werde es euch wissen lassen.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Apr 27, 2015
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Apr 27, 2015

Studieren im Ausland

Und, was hältst du von Windparks?

Es war einmal eine kleine Gemeinde im Westen Schottlands, in der ein Landeigentümer den stetig um seine Ohren wehenden Wind in Elektrizität und Geld umwandeln wollte. Um die Unterstützung von Leuten aus der Gegend zu bekommen, schlug er vor, dass die Gemeinde in eines der zwölf geplanten Windräder investieren solle und dafür am Profit beteiligt werde. Durch eine Stiftung sollte dann den Gemeindemitgliedern Geld zur Verfügung stehen. Gesagt, getan (mit bürokratischen Zwischenstopps natürlich): Bis heute erhielten die Blaskapelle, einige Studenten und das Gemeindehaus finanzielle Unterstützung vom Windpark.

Ich half einem Kommilitonen bei einer Umfrage, für die wir in besagtes Dorf fuhren und zwei Tage vor den Tante-Emma-Läden Leute bezüglich ihrer Meinung zur „Community Windfarm“ interviewten. Das Meinungsbild der Gemeinde war deutlich gespalten: Die einen würden Windparks auch ohne Gemeindebeteiligung unterstützen, da sie Jobs schaffen und den richtigen Weg in die Zukunft zeigen. Ob das immer die ehrliche Meinung der Befragten war, kann ich nicht sagen. Bei solchen Umfragen spielt nämlich immer sozialer Konformismus mit à la „natürlich wollen die hören, dass ich für erneuerbare Energien bin“. Andere hingegen argumentieren, dass dennoch nur die reichen Landbesitzer davon profitieren würden, sie die Gewinnbeteiligung doch mit ihrer eigenen Stromrechnung mitfinanzieren und Windräder ein Schandfleck in den Schottischen Highlands bleiben. In einer Kampagne des Guardians hieß es vor kurzem: Der Kampf um den Klimawandel hat nichts mit Fakten und wissenschaftlichen Argumenten zu tun. Um erneuerbare Energien durchzusetzen und von fossilen Brennstoffen wegzukommen, müssten emotionale und macht-spezifische Hürden überwunden werden. Ich kann das aufgrund meiner Erfahrungen nur unterschreiben, denn wenn sich schon in einem 1.300-Einwohner-Dorf, die Meinungen so spalten, wie muss es dann erst auf Länder- oder Bundesebene aussehen?

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Apr 16, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Apr 16, 2015

Studieren im Ausland

Feindschaft und Vorurteile

Rafael konnte unglaublich gut Geschichten erzählen. Während der ganzen Autofahrt zum Strand unterhielten wir uns, und wenn er seine Eltern oder seine Chefin imitierte, konnten Rapha und ich uns kaum halten vor Lachen. Kurz bevor wir jedoch am Strand ankamen, schaute mich Rafael plötzlich ernst an und verunsicherte mich durch diesen plötzlichen Wechsel der Stimmung. Was war nur los? Ich merkte, dass ihm etwas unter den Nägeln brannte. „Ich bin schwul“, brachte er schließlich heraus. Ich konnte es nicht fassen. Warum sollte das ein Problem für mich sein? Ich hatte eher Angst, er würde mir gestehen, dass er Drogendealer ist. Deshalb lachte ich nur und winkte ab. Als er meine Reaktion sah, war er sichtlich erleichtert. Er erzählte mir, mit wie viel Feindschaft und Vorurteilen er deshalb schon zu tun hatte. Hier in Brasilien ist Homosexualität offenbar wirklich ein großes Problem. Einen Mitbewohner fand Rafael wohl auch deshalb nur schwer. Mehrere seiner Freundschaften sind deshalb schon in die Brüche gegangen und selbst sein eigener Vater weigert sich anzuerkennen, dass er und sein Bruder schwul sind. Gott sei Dank ist seine Mutter anders. Ihr kann er immerhin seine Freunde vorstellen. Ich fand die Geschichte unglaublich traurig und versicherte ihm, dass er sich meinetwegen keine Sorgen machen müsse. Wie es aussah, hatte ich den richtigen Ton getroffen und Rafael beruhigte sich. Dem Tag am Strand stand nun nichts mehr im Weg.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Apr 16, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Apr 16, 2015