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Studieren im Ausland

Kapverdisches Kreol (Teil 2)

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

08.06.2015

Das Kapverdische Kreol, über das ich euch in meinem letzten Eintrag berichtete, beschäftigte mich nachhaltig. Irgendwo hatte ich doch schon mal davon gehört? Schließlich erinnerte ich mich daran, dass ich in meinem zweiten Semester in Sprachwissenschaft eine Vorlesung über spanisch-, portugiesisch- und französischbasierte Kreolsprachen belegt hatte. Damals war das Kapverdische Kreol jedoch nur am Rande besprochen worden, weshalb ich es auch relativ schnell wieder vergessen hatte. Wir haben damals vor allem darüber gesprochen, wie sich diese Sprachen entwickelten und welche Charakteristika sie alle gemeinsam hatten, egal ob sie auf dem amerikanischen, afrikanischen oder asiatischen Kontinent gesprochen wurden. Wenn ich mich recht erinnere, sind sie alle durch den Kontakt von Anhängern europäischer Kolonien mit der einheimischen Bevölkerung entstanden. Der Wortschatz wurde – soweit ich weiß – zum Großteil der Sprache der Kolonisten entnommen, nur die Grammatik ist vollkommen anders. Und genau das faszinierte mich. Egal ob es sich um eine Kreolsprache Asiens, Afrikas oder Amerikas handelte: Sie alle weisen die gleichen grammatikalischen Merkmale auf. So werden Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft durch bestimmte Tempusmarker ausgedrückt, anstelle durch eine Flexion des Verbs. Im Kapverdischen Kreol wird das Präsens meines Wissens durch das Wort „ta“ ausgedrückt. Anstelle „Ich gehe“ zu sagen, ist es also „Ich ta gehen“.

Schon immer wollte ich mich ausführlicher mit dieser Sprache beschäftigen – endlich hatte ich die Gelegenheit dazu. Andy und Diltino fanden die Idee zwar anfangs witzig und nahmen mich nicht wirklich ernst, aber trotzdem verbredete ich mich mit ihnen zu meiner ersten Stunde in Kapverdischem Kreol.

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