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Studentenleben live

Wo willst du hin?

Als ich meinem Vertrauensdozenten erklärte, dass ich zwischen einem Masterstudium und dem Eintritt ins Berufsleben nach dem Bachelor schwanke, stellte er mir die ultimative Frage: Was willst du denn später mal machen? Die Frage ist gut und suggeriert: Sag mir, wohin du willst und ich kann dir helfen, die einzelnen Schritte dorthin zu planen.

Ob ich mir eine akademische Karriere gar nicht vorstellen könne, wollte er wissen. Gute Frage. Ich habe keine klare Antwort. Wie in meinem vorherigen Beitrag erwähnt, scheine ich zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt etwas mit der akademischen Welt anzuecken, weil ich eher nach anwendungsorientierten Themen und Projekten suche. Eine Akademikerkarriere könnte jedoch mit meinen Talenten harmonieren: Ich bin neugierig, kann gut „schwätzen“ und vielleicht gut denken. Aber mich nervt es, wenn meinem „Philosophieren“ oftmals keine Taten folgen.

Zufällig lernte ich neulich eine Rangerin kennen, die mir von ihrem Start ins Berufsleben erzählte. Als sie ihre Masterarbeit schrieb, beschäftigte sie sich damit, was die Besucher von Parks erwarten und wie man das umsetzten könnte. Sie bekam dafür nicht gerade die besten Noten von ihren Dozenten. Als sie aber dann nach einer Stelle suchte, waren gerade die Fähigkeiten und das Wissen, das sie in ihrer Masterarbeit angehäuft hatte, gefragt. Im akademischen Sinn hat sie mit ihrer Arbeit wenig erreicht, aber sie ermöglichte ihr den Einstieg in eine Karriere im öffentlichen Dienst als Rangerin. Ihre aufmunternden Worte taten gut. Ich überlege als, ob ich nicht doch erst noch einen Master mache.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jun 16, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jun 16, 2015

Studieren im Ausland

Angekommen

Wie ich neulich schon berichtet habe, möchte ich gerne kapverdisches Kreol lernen und Andy, ein Junge, den ich an der Uni in Fortaleza kennengelernt habe, gibt mir tatsächlich Unterricht. Zwei Mal pro Woche treffen wir uns zum Üben. Dadurch, dass er früher schon mal Englisch-Unterricht gegeben hat, ist er ziemlich geübt und weiß genau wie er vorgehen muss. Und da ich in Deutschland mal eine Vorlesung zu dieser Sprache gehört habe und mir die Strukturen daher nicht völlig fremd sind, lerne ich schnell. Nachdem er mir den grundlegenden Wortschatz und die grammatikalischen Strukturen erklärt hat, sprechen wir nun auch über geographische Aspekte, die politische Lage und die Geschichte der Kapverden. Aber er zeigte mir auch Rezepte einiger Gerichte wie „Katxupa“, einer Art Mais-Bohnen-Fleisch-Eintopf, der als Nationalgericht der Kapverden gilt. Außerdem übersetzten wir Lieder verschiedener Sänger. Besonders gut gefällt mir Mayra Andrades Musik. Ich bekam sogar eine ihrer CDs geschenkt, die ich Tag und Nacht hörte, sodass ich mittlerweile alle Lieder mitsingen kann.

Neben dem Kreolunterricht gehe ich auch weiterhin einmal in der Woche zum Streetdance und drei Mal in der Woche zum Tanztraining meiner Folkloretanzgruppe „Oré Anacã“. Das Training dauerte jeweils drei Stunden und ist ganz schön anstrengend. Aber für die vielen Auftritte an den Wochenenden müssen wir fit sein. Dank meiner Tanzgruppen, meinem besten Freundes und meinem Mitbewohner fühle ich mich immer wohler in Fortaleza. Ich bin wirklich froh, mich dazu entschieden zu haben, ein ganzes Jahr in Brasilien zu bleiben und nicht nur für ein Semester. Nach fünf Monaten bin ich jetzt richtig „angekommen“, habe mich integriert und Freunde gefunden. Ich bin sehr glücklich, dass ich dieses Leben noch ein halbes Jahr führen darf.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jun 15, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jun 15, 2015

Studieren im Ausland

Es ist nur eine Bachelorarbeit

Eine Woche vor Abgabe meiner Bachelorarbeit fragte ich meinen Dozenten nach seiner Meinung zu meinem Werk. Der allerdings schaute mich eher verdutzt an, hatte er doch etwas Schwierigkeiten nachzuvollziehen, was ich denn eigentlich mit meinen 10.000 Worten zum Ausdruck bringen wollte. Ich erklärte ihm meine Faszination für Kreislaufwirtschaft und meine These, dass die Zukunft der Windenergie auch von seltenen Erden und anderen Materialen abhängt, für die wir im Moment keine Entsorgungs- oder Wiederverwertungslösungen haben. Außerdem wollte ich erforschen, welche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Generatorentypen bestehen.

Hört sich nach viel an? Da liegst du genau richtig. Mein Anspruch „alles in einem“ unterzubringen, könnte den Untergang meiner Bachelorarbeite bedeuten. Ich bin vielleicht zu ambitioniert und will mit der Arbeit zu viel erreichen. In den Worten meines Dozenten: „Das hier ist vom Thema her eher eine Doktorarbeit. Vergiss nicht, Manuel, das ist nur eine Bachelorarbeit. Wieso konzentrierst du dich nicht auf einen Aspekt?“ Der Rat war deprimierend, weil ich dachte, dass ich mir etwas Cleveres ausgedacht hatte, aber die einfachsten Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens vernachlässigt hatte: Eine klar definierte Arbeitshypothese. Alles, was ich hatte, war ein cooles Modell in Excel, das verschiedenste Fragen ermöglichte, aber mehrere Hypothesen zu beantworten versuchte – und das ist definitiv zu viel für eine Bachelorarbeit. Fortsetzung folgt.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jun 11, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jun 11, 2015