interaktiv

Studieren im Ausland

Das Loch nach dem Studium stopfen

Autor:
Manuel

Rubrik:
studium

14.07.2015

Meine letzte Prüfung ist vorbei, die Bachelorarbeit liegt hinter mir. Jetzt heißt es warten, weiter Bewerbungen verschicken und den Sommer planen. Da kam die Mail von Jac ganz gelegen: „Hättest du Zeit, uns bei einer Ausstellung zu helfen?“ Alles, was ich zu diesem Zeitpunkt über Jacintha wusste, war, dass sie zusammen mit ihrem Ehemann Ali und zwei Kindern ein soziales Unternehmen führte, einen kleinen Laden in Edinburgh betrieb und ein gemeinnütziges Projekt in Bali leitete – und dass mein bester Freund Songze nur Positives über sie zu berichten hatte. Spontan sagte ich zu – und damit begann die Achterbahnfahrt mit „Life Evolved“.
„Life Evolved“ ist der Name einer interaktiven Ausstellung, die Individuen zu positivem Handeln und frischen Gedanken für ein humaneres Zusammenleben inspirieren sollte. Ziel ist die Gestaltung einer Wirtschaft von Menschen für die Menschen und eines nachhaltigen Ansatzes zum Unternehmertun. Hört sich ein bisschen hippie an, oder? Meine erste Frage war da natürlich: „Und wie wollt ihr das anstellen?“ – „Durch Kunst und Erfahrung“, lautete die Antwort. Alles, was wir tun sollten, war Flyer und Poster zu verteilen und kreatives Marketing zu betreiben, um Leute in die Ausstellung zu bringen. Dabei wussten wir nicht einmal, wie die Ausstellung am Ende wirklich aussehen würde, da sie quasi nur in Jacs Kopf existierte.

Anstatt uns genaue Angaben zu machen, glaubte Jac an „organic organization“. Daher gab es keine starren Hierarchien, die Organisationsstruktur sollte sich durch das Zusammenspiel der Beteiligten bilden. Definitiv eine neue Erfahrung für mich, bei der ich mir manchmal verloren vorkam. Ich bin es gewohnt, eine Liste zum Abarbeiten vorgelegt zu bekommen, das war also eine völlig neue Art der Zusammenarbeit. Mit dabei waren neben mir eine litauische Künstlerin, eine spanische Designerin, zwei baskische Powerfrauen, eine taiwanische Wortjongleurin, eine bulgarische Bastlerin, ein britischer Schriftsteller, ein chinesischer Student und Manager sowie eine französische Lebedame. Na, wenn das mal gut geht!

 

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