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Studieren im Ausland

Ilha Grande

Unsere Zeit in Rio verging unheimlich schnell. Bevor wir jedoch zurück nach Fortaleza flogen, verbrachten wir noch zwei Tage auf Ilha Grande, einer der bekanntesten Inseln Brasiliens. Um nach auf „die große Insel“ zu kommen, fuhren wir zuerst mit dem Bus nach Angra dos Reis, einer kleinen Küstenstadt rund zweieinhalb Stunden von Rio de Janeiro entfernt. Von dort schipperten wir mit einem Boot zu unserem Ziel, das etwa 25 Kilometer südlich vom Festland liegt.

Als wir ankamen, setzte ein regelrechtes Unwetter ein. Klitschnass kamen wir in unserem Hostel an. Nachdem wir uns umgezogen hatten, gingen wir in den Aufenthaltsraum, in dem bereits vier Chilenen saßen und Karten spielten. Sie begrüßten uns fröhlich und fragten uns, ob wir nicht mit ihnen spielen wollten. Bei dem Wetter könne man sowieso nichts anderes machen.

Bald darauf gesellte sich auch noch João zu uns, der Besitzer des Hostels. Während wir Karten spielten, erzählte er uns etwas über die Geschichte der Insel. Die indigene Bevölkerung, die vor der Entdeckung Amerikas hier gelebt hatte, zählte zum Stamm der Tamoios. Nachdem die Insel im 16. und 17. Jahrhundert zunehmend von Freibeutern und Piraten als Zufluchtsort genutzt worden war, galt sie im 18. Jahrhundert als einer der wichtigsten Umschlagsplätze des Sklavenhandels. Später dann wurde auf Ilha Grande ein Gefängnis errichtet, in dem zur Zeit der Militärdiktatur hauptsächlich politische Gefangene eingesperrt wurden. Das klang alles irgendwie nicht so schön. Aber schon am nächsten Tag – bei viel besserem Wetter – konnten wir uns davon überzeugen, dass sich die Insel mittlerweile zu einem touristischen Paradies entwickelt hat.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 21, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 21, 2015

Studieren im Ausland

Favela Inn

Das, was unseren Aufenthalt in Rio zu etwas wirklich Besonderem für mich machte, war unsere Unterkunft. Ein Freund hatte mir von dem Hostel Favela Inn erzählt und ziemlich von der Familie geschwärmt, die diese Unterkunft ins Leben gerufen hatte. Sie liegt im Stadtviertel Chapeu Mangueira, einer befriedeten Favela, die direkt an die Copa Cabana grenzt. Vom Strand aus muss man nur eine Straße überqueren und anschließend durch einen Spalt zwischen zwei Hauswänden gehen. Dann gelangt man an eine steile Treppe, die sich den Berg hinaufschlängelt. Nach einem rund zehnminütigen Aufstieg kommt man zu einem wunderschön bunt angestrichenen Haus – und man hat die Jugendherberge erreicht.

Vom ersten Moment an fühlte ich mich dort wie zu Hause. Obwohl es ein Hostel war, hatten wir eher das Gefühl, bei einer Familie zu leben. Mehrere Abende verbrachten wir mit den Besitzern und unterhielten uns bis spät in die Nacht. Und nicht nur sie kümmerten sich rührend um uns. Auch die Nachbarn waren sehr nett und gaben uns Tipps, was wir noch alles in Rio machen sollten. Eine Nachbarin lud uns sogar zu sich nach Hause ein und kochte an einem Abend für uns.

Zwei Tage bevor wir aus Rio abreisten, wurde auch endlich das Wetter besser, sodass wir einen kleinen Eindruck davon bekamen, wie schön Rio im Sommer sein kann. So verbrachten wir unseren vorletzten Tag einfach nur an der Copa Cabana, tranken Kokoswasser, aßen Krabben und genossen die wunderschöne Aussicht, die wir auf den Zuckerhut hatten. An unserem letzten Tag machten wir mit den Leuten vom Hostel schließlich noch eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir einen wunderbaren Blick auf die zweitgrößte Stadt Brasiliens hatten. Eins ist klar: Sollte ich irgendwann noch einmal nach Rio kommen, werde ich auf jeden Fall wieder im Favela Inn übernachten.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 20, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 20, 2015

Studieren im Ausland

Das Loch nach dem Studium stopfen

Meine letzte Prüfung ist vorbei, die Bachelorarbeit liegt hinter mir. Jetzt heißt es warten, weiter Bewerbungen verschicken und den Sommer planen. Da kam die Mail von Jac ganz gelegen: „Hättest du Zeit, uns bei einer Ausstellung zu helfen?“ Alles, was ich zu diesem Zeitpunkt über Jacintha wusste, war, dass sie zusammen mit ihrem Ehemann Ali und zwei Kindern ein soziales Unternehmen führte, einen kleinen Laden in Edinburgh betrieb und ein gemeinnütziges Projekt in Bali leitete – und dass mein bester Freund Songze nur Positives über sie zu berichten hatte. Spontan sagte ich zu – und damit begann die Achterbahnfahrt mit „Life Evolved“.
„Life Evolved“ ist der Name einer interaktiven Ausstellung, die Individuen zu positivem Handeln und frischen Gedanken für ein humaneres Zusammenleben inspirieren sollte. Ziel ist die Gestaltung einer Wirtschaft von Menschen für die Menschen und eines nachhaltigen Ansatzes zum Unternehmertun. Hört sich ein bisschen hippie an, oder? Meine erste Frage war da natürlich: „Und wie wollt ihr das anstellen?“ – „Durch Kunst und Erfahrung“, lautete die Antwort. Alles, was wir tun sollten, war Flyer und Poster zu verteilen und kreatives Marketing zu betreiben, um Leute in die Ausstellung zu bringen. Dabei wussten wir nicht einmal, wie die Ausstellung am Ende wirklich aussehen würde, da sie quasi nur in Jacs Kopf existierte.

Anstatt uns genaue Angaben zu machen, glaubte Jac an „organic organization“. Daher gab es keine starren Hierarchien, die Organisationsstruktur sollte sich durch das Zusammenspiel der Beteiligten bilden. Definitiv eine neue Erfahrung für mich, bei der ich mir manchmal verloren vorkam. Ich bin es gewohnt, eine Liste zum Abarbeiten vorgelegt zu bekommen, das war also eine völlig neue Art der Zusammenarbeit. Mit dabei waren neben mir eine litauische Künstlerin, eine spanische Designerin, zwei baskische Powerfrauen, eine taiwanische Wortjongleurin, eine bulgarische Bastlerin, ein britischer Schriftsteller, ein chinesischer Student und Manager sowie eine französische Lebedame. Na, wenn das mal gut geht!

 

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jul 14, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jul 14, 2015