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Studieren im Ausland

Favela Inn

Das, was unseren Aufenthalt in Rio zu etwas wirklich Besonderem für mich machte, war unsere Unterkunft. Ein Freund hatte mir von dem Hostel Favela Inn erzählt und ziemlich von der Familie geschwärmt, die diese Unterkunft ins Leben gerufen hatte. Sie liegt im Stadtviertel Chapeu Mangueira, einer befriedeten Favela, die direkt an die Copa Cabana grenzt. Vom Strand aus muss man nur eine Straße überqueren und anschließend durch einen Spalt zwischen zwei Hauswänden gehen. Dann gelangt man an eine steile Treppe, die sich den Berg hinaufschlängelt. Nach einem rund zehnminütigen Aufstieg kommt man zu einem wunderschön bunt angestrichenen Haus – und man hat die Jugendherberge erreicht.

Vom ersten Moment an fühlte ich mich dort wie zu Hause. Obwohl es ein Hostel war, hatten wir eher das Gefühl, bei einer Familie zu leben. Mehrere Abende verbrachten wir mit den Besitzern und unterhielten uns bis spät in die Nacht. Und nicht nur sie kümmerten sich rührend um uns. Auch die Nachbarn waren sehr nett und gaben uns Tipps, was wir noch alles in Rio machen sollten. Eine Nachbarin lud uns sogar zu sich nach Hause ein und kochte an einem Abend für uns.

Zwei Tage bevor wir aus Rio abreisten, wurde auch endlich das Wetter besser, sodass wir einen kleinen Eindruck davon bekamen, wie schön Rio im Sommer sein kann. So verbrachten wir unseren vorletzten Tag einfach nur an der Copa Cabana, tranken Kokoswasser, aßen Krabben und genossen die wunderschöne Aussicht, die wir auf den Zuckerhut hatten. An unserem letzten Tag machten wir mit den Leuten vom Hostel schließlich noch eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir einen wunderbaren Blick auf die zweitgrößte Stadt Brasiliens hatten. Eins ist klar: Sollte ich irgendwann noch einmal nach Rio kommen, werde ich auf jeden Fall wieder im Favela Inn übernachten.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 20, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 20, 2015

Studieren im Ausland

Das Loch nach dem Studium stopfen

Meine letzte Prüfung ist vorbei, die Bachelorarbeit liegt hinter mir. Jetzt heißt es warten, weiter Bewerbungen verschicken und den Sommer planen. Da kam die Mail von Jac ganz gelegen: „Hättest du Zeit, uns bei einer Ausstellung zu helfen?“ Alles, was ich zu diesem Zeitpunkt über Jacintha wusste, war, dass sie zusammen mit ihrem Ehemann Ali und zwei Kindern ein soziales Unternehmen führte, einen kleinen Laden in Edinburgh betrieb und ein gemeinnütziges Projekt in Bali leitete – und dass mein bester Freund Songze nur Positives über sie zu berichten hatte. Spontan sagte ich zu – und damit begann die Achterbahnfahrt mit „Life Evolved“.
„Life Evolved“ ist der Name einer interaktiven Ausstellung, die Individuen zu positivem Handeln und frischen Gedanken für ein humaneres Zusammenleben inspirieren sollte. Ziel ist die Gestaltung einer Wirtschaft von Menschen für die Menschen und eines nachhaltigen Ansatzes zum Unternehmertun. Hört sich ein bisschen hippie an, oder? Meine erste Frage war da natürlich: „Und wie wollt ihr das anstellen?“ – „Durch Kunst und Erfahrung“, lautete die Antwort. Alles, was wir tun sollten, war Flyer und Poster zu verteilen und kreatives Marketing zu betreiben, um Leute in die Ausstellung zu bringen. Dabei wussten wir nicht einmal, wie die Ausstellung am Ende wirklich aussehen würde, da sie quasi nur in Jacs Kopf existierte.

Anstatt uns genaue Angaben zu machen, glaubte Jac an „organic organization“. Daher gab es keine starren Hierarchien, die Organisationsstruktur sollte sich durch das Zusammenspiel der Beteiligten bilden. Definitiv eine neue Erfahrung für mich, bei der ich mir manchmal verloren vorkam. Ich bin es gewohnt, eine Liste zum Abarbeiten vorgelegt zu bekommen, das war also eine völlig neue Art der Zusammenarbeit. Mit dabei waren neben mir eine litauische Künstlerin, eine spanische Designerin, zwei baskische Powerfrauen, eine taiwanische Wortjongleurin, eine bulgarische Bastlerin, ein britischer Schriftsteller, ein chinesischer Student und Manager sowie eine französische Lebedame. Na, wenn das mal gut geht!

 

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jul 14, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jul 14, 2015

Studieren im Ausland

Regen in Rio

Meine Betreuerin hatte mich vorgewarnt, dass es in Rio etwas kälter sein könnte. Doch da die Leute hier in Fortaleza schon 24 Grad als kalt bezeichnen, habe ich sie nicht wirklich ernst genommen. Als wir dann in Rio ankamen, war es stark bewölkt und hatte 17 Grad. Das ist an und für sich gar nicht so kalt, aber da ich seit sechs Monaten an 30 Grad gewöhnt bin, fror ich unglaublich. Und: Ich hatte weder geschlossene Schuhe, noch einen Pulli oder eine Jacke mitgenommen. Auch an den darauffolgenden Tagen hatten wir mit dem Wetter nicht allzu viel Glück. Meistens hatte es unter 20 Grad, war bewölkt oder es regnete. Nur an wenigen Tagen ließ sich die Sonne blicken. Trotzdem erkundeten wir natürlich die Stadt – ausgestattet mit Regencape und Regenschirm.

In den ersten Tagen besuchten wir verschiedene Museen, die berühmte bunte Treppe, das Fußballstadion Maracanã, spazierten durch den riesigen Botanischen Garten und machten eine Führung durch die Nationalbibliothek, eine der größten Bibliotheken der Welt mit knapp neun Millionen Werken. Abends gingen wir in verschiedene Bars und besuchten im Stadtviertel Lapa die berühmten Straßensambas. Einen Tag verbrachten wir auch in Niterói, einer Stadt ganz in der Nähe von Rio, die bekannt für die Bauwerke des Architekten Oscar Niemeyer ist. Und an den Tagen, an denen das Wetter etwas besser war, fuhren wir mit einer Seilbahn auf den Zuckerhut und bestiegen den Corcovado, auf dem sich die 30 Meter hohe Christusstatue befindet. Die Sicht, die sich uns bot, war schier unglaublich! Es war genau das Bild, das man von Filmen, Bildern und Postkarten her kennt. Leider war es auch an diesem Tag nicht wirklich sonnig. Doch verliehen die Wolken und der Nebel der Stadt etwas Mystisches.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jun 25, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jun 25, 2015