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Studieren im Ausland

Urlaub und die liebe Verwandtschaft

Eine schier endlose Woche musste ich es in Deutschland ohne meinen Mann Sam aushalten. Dann konnte ich ihn in Frankfurt am Flughafen endlich wieder in die Arme schließen. Er hatte sogar eine Überraschung für mich: Sein kleiner Hund war auch dabei. Ich ahnte es zwar schon, aber klar und deutlich gesagt hatte er nicht, dass Stasha mitkommen würde. Nun sind wir also bei meiner Familie und genießen unseren Urlaub in Deutschland. Nach dem hoffentlich erfolgreichen Termin bei der Botschaft in ein paar Tagen geht es dann weiter nach Polen und später nach Paris. In beiden Städten hat Sam Freunde und Verwandte, die ich natürlich unbedingt kennenlernen muss. Mal gucken, ob wir uns in Paris auch mal davonschleichen können, denn laut Sams Eltern wird es schwer werden, auch mal was ohne die französische Verwandtschaft unternehmen zu „dürfen“. „Die werden euch 24 Stunden am Tag einnehmen“, warnte mich Sams Mutter vor. Das würde mir natürlich nicht gefallen, schließlich möchte ich ganz viel von der Stadt der Liebe sehen und auch mal allein mit meinem Mann ins Restaurant.

Erst einmal mache ich mir aber weiterhin Sorgen, ob mein neues Visum für die USA genehmigt wird. Es kann nämlich sein, dass man mir sagt, ich soll mich doch lieber gleich für die Green Card bewerben, schließlich bin ich mit einem Amerikaner verheiratet. Wenn das passiert, werde ich das vielleicht tun müssen, obwohl ich damit eigentlich noch warten wollte, um dem Vorwurf der Scheinehe zu entgehen.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2015
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jul 29, 2015

Studieren im Ausland

Bootstour im Paradies

Auf der Ilha Grande werden eine Menge Bootstouren angeboten. Bei bestem Wetter wollten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Die kleinen Boote bringen ihre Insassen nämlich zu den schönsten Stränden der Insel. Dort sollte man schnorcheln und sogar Unterwasserfotos von den verschiedenen Fischarten machen können.

Zusammen mit den vier Chilenen, die wir im Hostel kennengelernt hatten, entschieden wir uns für eine Tour, die den ganzen Tag dauerte. Während die Insel am Tag davor aufgrund des Unwetters in keinster Weise besonders ausgesehen hatte, schien sie nun fast paradiesisch. Das Meer war türkisblau und der Sandstrand, der von Kokospalmen umgeben war, ganz weiß und weich. Es erinnerte mich ein bisschen an Corn Island, eine kleine Karibikinsel vor der Küste Nicaraguas, die ich 2008 während meines FSJ zusammen mit einer Freundin besucht hatte.

Die Tour führte uns zu vier verschiedenen Stränden und Buchten, an denen wir jeweils die Möglichkeit hatten zu baden und zu schnorcheln. Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Rückweg. Unser Führer sagte nämlich ein weiteres Unwetter voraus und sollte damit Recht behalten: Keine 15 Minuten nachdem wir wieder in unserer Unterkunft angelangt waren, begann es erneut zu gewittern. Also verzogen wir uns ins Innere des Hostels und verbrachten den Abend alle zusammen im Aufenthaltsraum. Am nächsten Tag ging es zurück nach Fortaleza – eine sehr schöne Reise ging damit zu Ende.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 29, 2015

Studieren im Ausland

Schick im Schottenrock

In Großbritannien wird die Zeugnisübergabe beim Bachelorabschluss traditionell gefeiert. Das kann man sich schon so ein bisschen wie in einem amerikanischen College-Film vorstellen: Ohne Talar geht nichts. Das Hutwerfen bleibt dafür aus und ein Schottenrock wäre in Amerika wohl auch eher unüblich – wobei schon manche Kommilitonen geschmunzelt und nach der Lederhose bei mir verlangt hatten. Kleider machen eben Leute. Der Kilt, den ich trug, war vom Buchanan Clan, ein Freund hatte ihn mir geliehen – und bevor hier wild spekuliert wird: Ich trug Unterwäsche.

Dann war da diese Aufregung: Nur nicht stolpern. Denn vor Tausenden von Gästen, den Dekanen sowie allen nicht anwesenden Bekannten und den lokalen Pub-Besuchern in Edinburgh, die das Ganze via Live-Stream verfolgten, wird man auf die Bühne gerufen. Während ich wartete, bis ich an die Reihe kam, verfolgte ich mit Lampenfieber, wie meine Kommilitonen vor mir ihren „Hutschlag“ vom Rektor bekamen. Diese Geste, die früher als Zeichen der Befreiung von Sklaven eingesetzt wurde, wurde nämlich in die Unitradition aufgenommen – und zwar als Befreiungsschlag von all den Verpflichtungen und Qualen, die Studierende über die Jahre hinweg erfahren. Diese Erklärung ging dem Rektor natürlich nicht ohne Schmunzeln über die Lippen, als er uns die Prozedur erklärte. Als ich dran war, kam die Erleichterung: Alles lief gut.

Wieder an der frischen Luft, gab es ein rechtes Blitzgewitter, Umarmungen, viel Händeschütteln und ein mulmiges Gefühl – manche Leute wird man wahrscheinlich nicht so bald wiedersehen. Und während sich alle in ihrem Talar ablichten ließen, zog ich meins aus und warf die Kutte meinem Bruder und meinem Vater über. Das war meine Art und Weise, meinen Stolz und meine Dankbarkeit gegenüber meiner Familie auszudrücken. Meine Mutter, die selbst leider nicht anwesend sein konnte, schrieb mir eine Postkarte: Ich bin stolz auf dich. Das von meiner Mutter zu hören, bedeutet mir am meisten.

Nun sind vier Jahre, ein Auslandsjahr, ein First Class Degree und viele Geschichten vorbei. Ein Ende ist allerdings noch nicht in Sicht. Nur den Schottenrock musste ich vor dem Abendessen ausziehen, diese Röcke aus Schafswolle sind wirklich warm!

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jul 28, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jul 28, 2015