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Studieren im Ausland

Ungutes Gefühl

Schon bei meiner Ankunft in Brasilien war ich von verschiedenen Leuten gewarnt worden, dass Fortaleza eine der gefährlichsten Städte des Landes sei und ich vor allem abends nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alleine aus dem Haus gehen sollte. Das ist aber leichter gesagt als getan. Da ich kein Auto besitze und trotzdem nach 18 Uhr noch ein soziales Leben führen möchte, lässt es sich einfach nicht vermeiden, auch abends mit dem Bus zu fahren. Um bis zur Haltestelle zu kommen, muss ich an sieben Häuserblocks vorbei laufen. An der Haltestelle warte ich meistens allein. Natürlich ist mir manchmal etwas unheimlich zumute, doch ich kann es mir einfach nicht leisten, jeden Abend mit dem Taxi nach Hause zu fahren. Unter der Woche habe ich jeden Abend Tanzunterricht, sodass ich meistens nicht vor 21 Uhr daheim bin. Manchmal nimmt mich jemand aus der Tanzgruppe mit und manchmal fahre ich zuerst mit dem Bus und das letzte Stück dann mit dem Motorrad-Taxi, da es um einiges billiger ist als ein normales Auto-Taxi. Aber oft laufe ich auch an den sieben Häuserblocks entlang bis zu meiner Wohnung.

Von meinen brasilianischen Freunden ist eigentlich so gut wie jeder schon einmal überfallen worden und auch den meisten Austauschstudierenden ist das schon passiert. Nur ich hatte bis jetzt Glück. Natürlich habe ich etwas Angst bei dem Gedanken, überfallen zu werden. Aber immerhin weiß ich, was in diesem Fall zu tun wäre: Solange man ein Handy und umgerechnet rund 20 Euro dabei hat und ohne Widersprüche abgibt, sind die Diebe zufrieden. So wird man zwar sein Handy und etwas Geld los, aber man bleibt unversehrt. Auf keinen Fall soll man sich auf Diskussionen einlassen. Bisher ist es mir nicht passiert und ich hoffe, dass es auch so bleibt. Denn was soll ich machen? Es bringt ja nichts, sich in seinem Haus einzusperren und permanent Angst zu haben. Mit einem unguten Gefühl bin ich aber manchmal schon unterwegs.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Aug 7, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Aug 7, 2015

Studieren im Ausland

Urlaub und die liebe Verwandtschaft

Eine schier endlose Woche musste ich es in Deutschland ohne meinen Mann Sam aushalten. Dann konnte ich ihn in Frankfurt am Flughafen endlich wieder in die Arme schließen. Er hatte sogar eine Überraschung für mich: Sein kleiner Hund war auch dabei. Ich ahnte es zwar schon, aber klar und deutlich gesagt hatte er nicht, dass Stasha mitkommen würde. Nun sind wir also bei meiner Familie und genießen unseren Urlaub in Deutschland. Nach dem hoffentlich erfolgreichen Termin bei der Botschaft in ein paar Tagen geht es dann weiter nach Polen und später nach Paris. In beiden Städten hat Sam Freunde und Verwandte, die ich natürlich unbedingt kennenlernen muss. Mal gucken, ob wir uns in Paris auch mal davonschleichen können, denn laut Sams Eltern wird es schwer werden, auch mal was ohne die französische Verwandtschaft unternehmen zu „dürfen“. „Die werden euch 24 Stunden am Tag einnehmen“, warnte mich Sams Mutter vor. Das würde mir natürlich nicht gefallen, schließlich möchte ich ganz viel von der Stadt der Liebe sehen und auch mal allein mit meinem Mann ins Restaurant.

Erst einmal mache ich mir aber weiterhin Sorgen, ob mein neues Visum für die USA genehmigt wird. Es kann nämlich sein, dass man mir sagt, ich soll mich doch lieber gleich für die Green Card bewerben, schließlich bin ich mit einem Amerikaner verheiratet. Wenn das passiert, werde ich das vielleicht tun müssen, obwohl ich damit eigentlich noch warten wollte, um dem Vorwurf der Scheinehe zu entgehen.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2015
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jul 29, 2015

Studieren im Ausland

Bootstour im Paradies

Auf der Ilha Grande werden eine Menge Bootstouren angeboten. Bei bestem Wetter wollten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Die kleinen Boote bringen ihre Insassen nämlich zu den schönsten Stränden der Insel. Dort sollte man schnorcheln und sogar Unterwasserfotos von den verschiedenen Fischarten machen können.

Zusammen mit den vier Chilenen, die wir im Hostel kennengelernt hatten, entschieden wir uns für eine Tour, die den ganzen Tag dauerte. Während die Insel am Tag davor aufgrund des Unwetters in keinster Weise besonders ausgesehen hatte, schien sie nun fast paradiesisch. Das Meer war türkisblau und der Sandstrand, der von Kokospalmen umgeben war, ganz weiß und weich. Es erinnerte mich ein bisschen an Corn Island, eine kleine Karibikinsel vor der Küste Nicaraguas, die ich 2008 während meines FSJ zusammen mit einer Freundin besucht hatte.

Die Tour führte uns zu vier verschiedenen Stränden und Buchten, an denen wir jeweils die Möglichkeit hatten zu baden und zu schnorcheln. Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Rückweg. Unser Führer sagte nämlich ein weiteres Unwetter voraus und sollte damit Recht behalten: Keine 15 Minuten nachdem wir wieder in unserer Unterkunft angelangt waren, begann es erneut zu gewittern. Also verzogen wir uns ins Innere des Hostels und verbrachten den Abend alle zusammen im Aufenthaltsraum. Am nächsten Tag ging es zurück nach Fortaleza – eine sehr schöne Reise ging damit zu Ende.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jul 29, 2015