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Studieren im Ausland

Ungutes Gefühl

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

07.08.2015

Schon bei meiner Ankunft in Brasilien war ich von verschiedenen Leuten gewarnt worden, dass Fortaleza eine der gefährlichsten Städte des Landes sei und ich vor allem abends nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alleine aus dem Haus gehen sollte. Das ist aber leichter gesagt als getan. Da ich kein Auto besitze und trotzdem nach 18 Uhr noch ein soziales Leben führen möchte, lässt es sich einfach nicht vermeiden, auch abends mit dem Bus zu fahren. Um bis zur Haltestelle zu kommen, muss ich an sieben Häuserblocks vorbei laufen. An der Haltestelle warte ich meistens allein. Natürlich ist mir manchmal etwas unheimlich zumute, doch ich kann es mir einfach nicht leisten, jeden Abend mit dem Taxi nach Hause zu fahren. Unter der Woche habe ich jeden Abend Tanzunterricht, sodass ich meistens nicht vor 21 Uhr daheim bin. Manchmal nimmt mich jemand aus der Tanzgruppe mit und manchmal fahre ich zuerst mit dem Bus und das letzte Stück dann mit dem Motorrad-Taxi, da es um einiges billiger ist als ein normales Auto-Taxi. Aber oft laufe ich auch an den sieben Häuserblocks entlang bis zu meiner Wohnung.

Von meinen brasilianischen Freunden ist eigentlich so gut wie jeder schon einmal überfallen worden und auch den meisten Austauschstudierenden ist das schon passiert. Nur ich hatte bis jetzt Glück. Natürlich habe ich etwas Angst bei dem Gedanken, überfallen zu werden. Aber immerhin weiß ich, was in diesem Fall zu tun wäre: Solange man ein Handy und umgerechnet rund 20 Euro dabei hat und ohne Widersprüche abgibt, sind die Diebe zufrieden. So wird man zwar sein Handy und etwas Geld los, aber man bleibt unversehrt. Auf keinen Fall soll man sich auf Diskussionen einlassen. Bisher ist es mir nicht passiert und ich hoffe, dass es auch so bleibt. Denn was soll ich machen? Es bringt ja nichts, sich in seinem Haus einzusperren und permanent Angst zu haben. Mit einem unguten Gefühl bin ich aber manchmal schon unterwegs.

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