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Studieren im Ausland

Was sollte ich tun?

Seit knapp zwei Wochen bin ich von meiner Reise aus dem Bundesstaat Bahia zurück und endlich erreichte mich die Nachricht, dass die Professoren meiner Uni ihren Streik beenden. Eigentlich sollte mein zweites Semester an der UFC schon im August anfangen, nun verschiebt es sich. In den vergangenen Wochen habe ich immer wieder darüber nachgedacht, was das für mich bedeutet. Vor Monaten, als der Streik noch nicht begonnen hatte, habe ich nämlich ein Flugticket für den 7. Januar von Fortaleza nach Nicaragua gekauft. Da das Semester offiziell Anfang Dezember enden sollte, hätte ich noch genügend Zeit gehabt, mich von allen meinen Freunden in Brasilien zu verabschieden und meine Zeit hier entspannt ausklingen zu lassen. In Nicaragua möchte ich im Anschluss meine Gastfamilie und Freunde besuchen, die ich während meines Freiwilligen Sozialen Jahres kennengelernt habe. Anschließend will ich noch für drei Wochen nach Texas fliegen, wo ich 2005 ein Austauschjahr verbracht habe.

Nun wird das Semester jedoch erst Anfang März enden. Was soll ich nun tun? Soll ich die Flüge nach Nicaragua und Texas stornieren und direkt zurück nach Köln fliegen? Die Leute, die ich besuchen möchte, habe ich aber schon seit über zwei Jahren nicht mehr gesehen. Sie haben sich so gefreut, als ich ihnen erzählt habe, dass ich bald kommen werde. Schließlich weiß ich überhaupt nicht, wann ich das nächste Mal die Gelegenheit haben werde, sie zu besuchen. Je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher wird mir bewusst, dass ich diese Reise nicht stornieren will.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Nov 9, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Nov 9, 2015

Studieren im Ausland

Bei der Familie meines besten Freundes

Mein Freund Rapha wurde eigentlich gar nicht in Vitória da Conquista geboren, sondern in einem kleinen Dorf, das circa. zwei Stunden entfernt lag. Erst als er auf eine weiterführende Schule ging, war er nach Vitória da Conquista zu seiner Schwester, die bereits Ende dreißig war, und zu seiner Nichte gezogen, die beide bei einer Großtante lebten. Die Stadt hat etwas über 250.000 Einwohner. Da es dort nicht so viele touristische Attraktionen gibt, verbrachten wir viel Zeit mit der Familie oder im Park und gingen abends mit anderen Freunden von Rapha weg. Seine Cousine Carol lieh mir zwei dicke Pullover und eine Jacke, weil es vor allem abends richtig kalt wurde. Vitória da Conquista liegt ziemlich genau an der Grenze zwischen dem Nord- und Südosten Brasiliens, sodass es im August frisch werden konnte. Wie damals auch schon in Rio hatte ich nicht damit gerechnet, dass es so kalt werden würde, und hatte aus Fortaleza nur ein paar langärmelige T-Shirts mitgebracht. Aber Carol meinte, dass ich hier zu Hause sei und sie mir, was auch immer ich bräuchte, leihen würde.

Nach einer Woche in Vitória da Conquista nahmen wir einen Bus und fuhren in das Dorf, in dem Rapha und Fa geboren waren. Es sei wirklich sehr klein und eigentlich gäbe es dort nicht viel zu tun, aber die Natur sei wirklich schön, und um sich etwas von der Großstadt zu erholen, sei es perfekt, erklärte mir Fa. Außerdem müsse ich ja seinen Heimatort und seine Mutter kennenlernen, fügte Rapha hinzu. Als wir dort ankamen, erwartete sie uns auch schon in der Tür stehend. Sie hatte zu unserer Begrüßung eine unglaublich leckere „Feijoada“ – einen Bohneneintopf, der als das Nationalgericht Brasiliens gilt – gekocht und umarmte mich herzlich. Auch sie sagte mir, ich solle mich wie zu Hause fühlen. Und das tat ich. Mit Rapha und Fa besuchte ich alle im Dorf zurückgebliebenen Freunde und wir unternahmen zusammen verschiedene Tagesausflüge; mal zu einem Wasserfall, mal auf die Fazenda eines Großonkels. Wie schon in Salvador verging auch hier im Süden der Bahia die Zeit schnell, und das Ende der Reise kam näher.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Nov 2, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Nov 2, 2015

Studieren im Ausland

Immer schön weiterbilden

Kennt ihr das Gefühl: Abitur – nie wieder Schule. Bachelor – nie wieder Prüfungen? Jetzt stehe ich gefühlt im Berufsleben und lerne es doch zu schätzen. Denn nun muss ich, der ich ein Interesse für lebenslanges Lernen habe, das Vokabelpauken, Lesen und Philosophieren auf die Freizeit verschieben. Und wo anfangs die Vorsätze noch groß sind, wirkt ein ganz normaler Arbeitstag eher ernüchternd. Ich muss eiserne Disziplin walten lassen.

Die „großen“ Dinge habe ich mir in den Kalender geschrieben. Mitte September habe ich das Schumacher College in Dartington besucht, eine Uni, die gar nicht nach einer Hochschule ausschaut. Die Studierenden leben dort zusammen auf einem alten englischen Anwesen, wo Essen nachhaltig angebaut und zubereitet wird. Darüber hinaus fließt eine Ganzheitslehre und was mancher als Esoterik bezeichnen würde in die Postgraduiertenbildung ein. Ich wollte sehen, ob die Masterprogramme wie zum Beispiel „Transformational Economics“ oder „Sustainable Food Systems“ ihr Geld wert sind, da die Studiengebühren doch sehr hoch sind. Aber an diesem Ort mit genialen und globalen Denkern zu leben, würde mich schon reizen.

Der nächste rote Kreis im Kalender ist eine Reise Ende November zum COY – der „Conference of the Youth“ anlässlich des Klimagipfels im Dezember. Dabei freue ich mich nicht nur auf ein Wiedersehen mit einer neuseeländischen Kommilitonin, sondern auch darauf, Workshops zu geben und aktiv mit zu überlegen, wie wir die Klimawandel-Debatte anders gestalten können.

Ich darf mich aber überhaupt nicht beklagen, denn ich profitiere sehr von meinem Praktikum. Ich durfte schon an einem „Social-Media-Workshop“ teilnehmen und meine Fähigkeiten bei der Bestiversity testen – dem schlauen Zelt bei einem riesigen Musikfestival auf der Isle of Wight. Einige Vorhaben wie Segeln, Gärtnern, meine Bachelorarbeit umschreiben und eine „Food-Systems“-Animation fertig gestalten, konnte ich bisher aber noch nicht anpacken. Produktivität hat halt doch ihre Grenzen und ich nur 24 Stunden pro Tag – da muss ich mir nichts vormachen.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Oct 28, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Oct 28, 2015