interaktiv

Studieren im Ausland

Bei der Familie meines besten Freundes

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

02.11.2015

Mein Freund Rapha wurde eigentlich gar nicht in Vitória da Conquista geboren, sondern in einem kleinen Dorf, das circa. zwei Stunden entfernt lag. Erst als er auf eine weiterführende Schule ging, war er nach Vitória da Conquista zu seiner Schwester, die bereits Ende dreißig war, und zu seiner Nichte gezogen, die beide bei einer Großtante lebten. Die Stadt hat etwas über 250.000 Einwohner. Da es dort nicht so viele touristische Attraktionen gibt, verbrachten wir viel Zeit mit der Familie oder im Park und gingen abends mit anderen Freunden von Rapha weg. Seine Cousine Carol lieh mir zwei dicke Pullover und eine Jacke, weil es vor allem abends richtig kalt wurde. Vitória da Conquista liegt ziemlich genau an der Grenze zwischen dem Nord- und Südosten Brasiliens, sodass es im August frisch werden konnte. Wie damals auch schon in Rio hatte ich nicht damit gerechnet, dass es so kalt werden würde, und hatte aus Fortaleza nur ein paar langärmelige T-Shirts mitgebracht. Aber Carol meinte, dass ich hier zu Hause sei und sie mir, was auch immer ich bräuchte, leihen würde.

Nach einer Woche in Vitória da Conquista nahmen wir einen Bus und fuhren in das Dorf, in dem Rapha und Fa geboren waren. Es sei wirklich sehr klein und eigentlich gäbe es dort nicht viel zu tun, aber die Natur sei wirklich schön, und um sich etwas von der Großstadt zu erholen, sei es perfekt, erklärte mir Fa. Außerdem müsse ich ja seinen Heimatort und seine Mutter kennenlernen, fügte Rapha hinzu. Als wir dort ankamen, erwartete sie uns auch schon in der Tür stehend. Sie hatte zu unserer Begrüßung eine unglaublich leckere „Feijoada“ – einen Bohneneintopf, der als das Nationalgericht Brasiliens gilt – gekocht und umarmte mich herzlich. Auch sie sagte mir, ich solle mich wie zu Hause fühlen. Und das tat ich. Mit Rapha und Fa besuchte ich alle im Dorf zurückgebliebenen Freunde und wir unternahmen zusammen verschiedene Tagesausflüge; mal zu einem Wasserfall, mal auf die Fazenda eines Großonkels. Wie schon in Salvador verging auch hier im Süden der Bahia die Zeit schnell, und das Ende der Reise kam näher.

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