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Studieren im Ausland

Die universitären Treffen

Bereits vor mehreren Monaten hat unser Tanzlehrer Marcos angekündigt, dass er zusammen mit drei Freundinnen hier an der Uni den ersten „Encontro Nacional Univeritário de Danças Populares“ organisieren würde. Diese universitären Treffen gehören in Brasilien zum Uni-Alltag. Normalerweise organisiert jeder Studiengang einmal im Jahr einen „Encontro“, bei dem sich Studierende des ganzen Landes zusammenfinden, ihre Arbeiten zu bestimmten Forschungsgebieten vorstellen, unterschiedliche Vorträge besuchen und über verschiedene Themen diskutieren. Die „Encontros“ dauern in der Regel vier bis fünf Tage, wobei die Gastgeberuniversität den Studierenden, die aus anderen Städten und Bundesstaaten anreisen, Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.

Genau so ein Treffen organisiert nun auch der Leiter unserer Tanzgruppe; nur nicht für einen bestimmten Studiengang, sondern für universitäre Folklore-Tanzgruppen. Die drei anderen Organisatorinnen kennt er aus seinem Heimatstaat Minas Gerais. Dort haben sie zusammen Sport studiert. Mittlerweile sind sie jedoch über ganz Brasilien verstreut. Eine unterrichtet an der föderalen Uni im Süden Brasiliens, in Porto Alegre. Eine weitere in Cuiabá, einer Stadt im mittleren Westen und die dritte leitet eine Tanzgruppe an der staatlichen Universität in Ouro Preto, einer Stadt im Südosten Brasiliens. Marcos erzählte uns, dass er es schön fände, wenn auch noch eine Tanzgruppe aus dem Norden des Landes käme, da dann aus jeder Region des Landes eine Tanzgruppe vertreten wäre. Ich finde, für den Anfang sind die vier Gruppen aus dem Süden, dem Südosten, dem mittleren Westen und dem Nordosten jedoch schon mal nicht schlecht. Immerhin ist es das erste Treffen dieser Art überhaupt. Und wer weiß? Vielleicht können sie ja im nächsten Jahr auch noch eine Gruppe aus dem Norden gewinnen.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Jan 11, 2016
Autor: Esther
Rubrik: studium
Jan 11, 2016

Studieren im Ausland

In der Delfinbucht

Als wir nach der achtstündigen Autofahrt endlich in dem kleinen Ferienort Pipa ankamen, erwartete uns Rafas Familie bereits am Eingang der Unterkunft. Seit fast zehn Jahren hatten sie sich nicht mehr gesehen. Rafa hatte mir erklärt, dass der Inhaber des kleinen Hotels ein Neffe zweiten oder dritten Grades seines Vaters sei. Direkt nachdem er die Schule in Floripa beendet hatte, war er nach Pipa gezogen und hatte hier zuerst einige Jahre als Surflehrer gearbeitet, bis er schließlich genug Geld hatte, um die Ferienunterkunft zu eröffnen. Sie war wirklich sehr schön. Die üppigsten Pflanzen rankten sich um die Hauswände und im Innenhof standen aus Holz geschnitzte Tische und Stühle, an denen die Gäste frühstücken konnten. Zudem gab es mehrere Hängematten, in denen man sich gemütlich zu einer kleinen Siesta hinlegen konnte.

Nachdem wir unser Gepäck auf unsere Zimmer gebracht hatten, erzählte uns Rafas Neffe, dass heute der letzte Tag des großen Jazz-Festivals sei, das hier einmal im Jahr stattfindet und dass wir dies auf keinen Fall verpassen sollten. Besonders Rafas Bruder Dênis war total begeistert, da er ein absoluter Jazz-Fan war. So verbrachten wir den Abend erst auf dem Festival und gingen anschließend noch in einem gemütlichen Restaurant direkt am Strand essen. Gelungener hätte unser erster Abend kaum sein können!

Auch die nächsten zwei Tage waren einfach wunderschön! Morgens frühstückten wir im Schatten der Palmen im Innenhof unserer Unterkunft und anschließend gingen wir am Strand spazieren, tranken Kokoswasser und schwammen im türkis-blauen Wasser der „Delfinbucht“. Und als ob sie sich von uns verabschieden wollten, kamen an unserem letzten Tag schließlich auch noch die berühmten Delfine zum Vorschein. Als sie plötzlich nur einige Meter von uns entfernt auftauchten, konnte ich es kaum glauben.

Der Abschied von Pipa fiel uns allen sehr schwer. Einerseits, weil wir einen traumhaften Ort zurückließen, andererseits aber auch, weil Rafa und ich wussten, dass wir uns nun auch von seiner Familie verabschieden mussten. Am nächsten Tag würden sie von Fortaleza aus zurück nach Florianópolis fliegen. Zum Abschied umarmten mich Tereza, Rafa und Dênis lange und versicherten mir, dass ich nun auch eine Familie in Südbrasilien hätte, die darauf warte, dass ich sie bald besuchen würde.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Dec 22, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Dec 22, 2015

Studieren im Ausland

Teil der Familie

Vom ersten Augenblick an schloss ich Rafas Familie in mein Herz. Zur Begrüßung umarmten sie mich innig und sagten, sie würden sich sehr freuen, mich endlich kennenzulernen. Rafa hat wohl viel von mir erzählt und gesagt, ich sei die kleine Schwester, die er sich immer gewünscht hat. Und genau so behandelten sie mich auch in den zwei Wochen, die sie bei uns verbrachten: wie ein vollwertiges Familienmitglied. Sie nahmen mich zu allen Ausflügen mit, und wenn wir abends zusammen essen gingen, ließen sie mich nie bezahlen. Jedes Mal sagten sie, das komme nicht in die Tüte, ich sei schließlich Teil der Familie! Und als ich zu ihrem Wochenendtrip nach Canoa Quebrada und Jericoacoara nicht mitkommen konnte, weil ich einen wichtigen Auftritt mit meiner Uni-Tanzgruppe hatte, waren sie richtig enttäuscht.

An ihrem letzten Wochenende planten sie, zu einem Strand im angrenzenden Bundesstaat Rio Grande do Norte zu fahren. Entfernte Verwandte der Familie besitzen dort eine Ferienunterkunft und haben sie schon vor Jahren zu sich eingeladen. Nun können sie der Einladung endlich nachkommen. Dieses Mal dürfe ich aber keineswegs fehlen, hatte mir Tereza, Rafas Mutter, gesagt. Schließlich seien das ihre letzten Tage hier im Nordosten, bevor sie wieder zurück nach Floripa mussten.

Ich würde den Strand lieben! Dort gäbe es sogar Delfine, die in den Buchten manchmal direkt neben einem her schwimmen. Ich hatte bereits von diesem Strand Praia da Pipa gehört, doch da er relativ weit weg von Fortaleza war – mit dem Auto acht und mit dem Bus zwölf Stunden –, hatte ich mir die Idee, diesen berühmten Strand kennenzulernen, aus dem Kopf geschlagen. Da Rafas Familie jetzt jedoch darauf bestand, dass ich mit ihnen dorthin fuhr, freue ich mich richtig auf diesen glücklichen Zufall und auf unsere gemeinsame Reise.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Dec 14, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Dec 14, 2015