zum Inhalt

Kopfbereich

interaktiv

Hauptbereich

Studieren im Ausland

Fragende Blicke im Bus

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

14.04.2016

Ich hatte einer Freundin versprochen, eine Fotocollage in das Heim zu bringen, in dem sie arbeitet. Da ich aber nicht wusste, wie ihre Arbeitszeiten sind und ob ich zu einem bestimmten Zeitpunkt stören würde, entschied ich vorher anzurufen. Doch jedes Mal, wenn ich die Nummer des Heims wählte, erzählte mir eine automatische Stimme, dass die Nummer nicht vergeben sei. So beschloss ich schließlich, erst einmal ohne Collage hinzufahren.

Meine Freundin hatte mir ganz genau aufgeschrieben, welchen Bus ich nehmen sollte, wie viel er kostete, und wo ich aussteigen musste. Trotzdem bat ich den jungen Mann, der die Tickets verkaufte, ob er mir Bescheid geben könnte, wenn wir das Heim erreichten. Lächelnd versicherte er mir, dass er mir ein Zeichen gäbe, wann ich die Halteschnur ziehen müsste.

Ich muss zugeben, so ganz hatte ich mich immer noch nicht an das Busfahren hier gewöhnt. Jedes Mal, wenn ich eine neue Route fuhr und nicht wusste, wo ich aussteigen musste, war ich nervös. Es gibt hier nämlich keine Durchsagen, manche Haltestellen haben keine Namen und die Busse halten auch nicht zwangsläufig an jeder Haltestelle. Meistens schaute ich mir die Route deshalb vorher im Internet an und versuchte die Straßennamen zu entziffern, um dann zu wissen, wo ich aussteigen musste. Oder ich merkte mir, dass es beispielsweise noch drei Straßen nach der großen Kirche waren, bis ich die Halteschnur ziehen musste. Oft wählte ich auch die Methode, einfach den Busfahrer oder den Ticketverkäufer zu bitten, mir Bescheid zu sagen, wenn wir ankämen. Das Problem war nur, dass viele auf die gleiche Idee kamen, was dazu führte, dass der Busfahrer oder Ticketverkäufer manchmal durcheinander kam.

Also setze ich mich meist in ihre Nähe und werfe ihnen immer wieder fragende Blicke zu, ob wir uns meinem Ziel näherten. So wie auch dieses Mal. Nach einer guten halben Stunde gab mir der Ticketverkäufer zu verstehen, dass ich die Schnur ziehen müsse. Ein lautes Piepen ertönte und kurz darauf hielt der Bus an. Ich bin wieder einmal froh, richtig angekommen zu sein.

Diesen Artikel teilen