interaktiv

Studieren im Ausland

Ins Herz geschlossen

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

19.05.2016

Ich besuchte nun also zum ersten Mal das Kinderheim, in dem eine Freundin von mir ihren Freiwilligendienst absolviert hatte. Bereits auf dem Schotterweg vor dem großen Gebäude hörte ich das fröhliche Lachen zahlreicher Kinder, die sich prompt um mich reihten, als sie mich entdeckten. Sie begleiteten mich sogar zum Büro der Heimleiterin, die mich freundlich empfing und direkt von meiner Freundin schwärmte. Dann bot sie mir sogar an, noch zum Mittagessen zu bleiben. Ich nahm das Angebot natürlich dankend an und wurde direkt von einer Gruppe 12- bis 15-jähriger Mädchen eingeladen, bei ihnen am Tisch zu sitzen. Sie erzählten mir vom Alltag im Heim und ihren Hobbys und ich erzählte ihnen im Gegenzug, was ich in Brasilien machte. Dann fragten sie mich noch, ob ich schon die neusten Funk-Lieder kannte – eine Art brasilianischer Hip Hop. Da meine Kenntnisse in dieser Musikrichtung eher mittelmäßig sind, beschlossen sie, mir nach dem Essen ein wenig „Nachhilfe“ zu geben und mir auch die dazugehörigen Choreographien zu zeigen.

Meine Freundin hatte mir zwar erzählt, dass sie die Arbeit in dem Heim geliebt hatte und dass alle unglaublich offen und nett zu ihr waren, doch ich hatte nun wirklich nicht erwartet, dass ich bereits beim ersten Treffen alle Kinder so in mein Herz schließen würde. Den gesamten Nachmittag erzählten sie mir Geschichten, spielten mir Musik vor, tanzten für mich und machten mir die aufwändigsten Frisuren. Als es schon langsam dämmerte, musste ich zurück nach Fortaleza, durfte aber erst gehen, nachdem ich versprochen hatte, in der kommenden Woche wiederzukommen.

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