interaktiv

Studieren im Ausland

Buffet der Sprachen

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

18.10.2017

Mein Tag in Brügge fängt, wie für fast jeden, mit dem Klingeln des Weckers an. Doch schon kurz nach dem Aufstehen wird es anders: Ich sitze jeden Tag mit Personen am Tisch, die aus vielen verschiedenen Ländern kommen. Ich höre Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch – und das schon zum Frühstück.
Dann schwinge ich mich aufs Fahrrad und düse zu einem der zwei College-Gebäude in Brüssel. Entweder geht es an wunderschönen Kanälen entlang und durch ruhige Gassen nach Verversdijk, oder ich kämpfe mich durch die Touristenströme am Großen Markt nach Dijver. Wo ich am Vormittag bin, bestimmt meine Route am Mittag: Gibt es wieder Kanäle und Touristen auf Bootstouren zu sehen oder muss ich nur einmal kurz eine Straße hinablaufen?
Ein Gefühl bleibt jedoch immer gleich: Die „Angst“ vor der Schlange. Unsere Kantine stammt nämlich anscheinend aus den 50er oder 60er Jahren, als es nur 100 Studierende hier am Europakolleg gab. Inzwischen sind wir 350 – aber es gibt weiterhin nur eine Essensausgabe und eine Kasse. Da sind nervige Wartezeiten von 20 Minuten schon mal drin. Dafür habe ich hier die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen. Will ich mich entspannen und nur Deutsch reden? Oder mich zum Beispiel mit einem extrovertierten Spanier unterhalten? Jeder Tag ist anders, aber immerhin traue ich mich inzwischen, mich mit den Franzosen auf Französisch zu unterhalten.
Nach dem Mittagessen geht es weiter, entweder mit Diskussionsrunden, Tutorials, Vorlesungen oder einer Leserunde in der Bibliothek. Jede Woche bekommen wir einen neuen Stundenplan. Manchmal haben wir 30 Stunden Vorlesungen pro Woche, manchmal nur zehn. Manchmal ist sogar samstags Unterricht, manchmal nur an vier Tagen pro Woche. Ich mag Strukturen sehr und muss mit so wenig Konstanz erst mal klarkommen. Ein Grund dafür, dass ich noch immer keine Lernstruktur habe und auf den großen Knall vor der Klausurphase warte.
Abends kommt, wenn man nicht das Pech von einem spätabendlichen Kurs hat, die Qual der Wahl des Abendprogramms: Entspannt mit Leuten einen Tee trinken; mit der Aussicht auf wenig Schlaf in eine Bar mitgehen; oder den vielen Leuten entfliehen und sich einen ruhigen Abend zu Hause machen? Eines ist sicher: Langweilig wird mir hier nicht.

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