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Studieren im Ausland

Grandes Écoles in Frankreich

Die sogenannten „Grandes Écoles“ lassen sich als gesonderte Kategorie des französischen Hochschulsystems verstehen. Ursprünglich wurden sie zu Napoleons Zeiten gegründet, um eine Elite in Bereichen wie Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Militär heranzuziehen. Der Besuch einer solchen Schule eröffnet einem auch heute noch viele Möglichkeiten, genießen sie doch ein sehr hohes Ansehen. Man kann diese Schulen ohne weiteres als Eliteuniversitäten bezeichnen. Und: Ein großer Anteil politischer Amtsträger sind Absolventen einer solchen Schule. Ein ziemlich schwerer Aufnahmetest soll vermeiden, dass diese Art der Ausbildung zu einem Privileg der oberen Klassen wird. Wer jedoch bereits aus einer gut gebildeten Familie stammt, hat entsprechend bessere Chancen, die Aufnahmeprüfung zu bestehen. Hinzu kommen die hohen Studiengebühren.
Sorgt diese Situation also für eine Gleichförmigkeit der Zusammensetzung der Oberschicht? Kann jemals neues Gedankengut in die Gesellschaft einfließen, wenn ihre führenden Köpfe von den immer gleichen Schulen ausgebildet wurden? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen die Debatte um die „Grandes Écoles“, die in einem meiner Seminare geführt wurde.
Genau das war einer der Gründe, die mich von diesem Studiengang überzeugt haben. Es fiel mir immer schwer, mich auf ein Fach festzulegen, da mich so viele Dinge interessierten. Meine Entscheidung für ein deutsch-französisches Studium verbindet mein Interesse an Politik mit der Vertiefung meiner Sprachkenntnisse und erlaubt mir überdies einen Einblick in eine Menge anderer Fächer.

Autor: Lea  |  Rubrik: studium  |  Nov 24, 2017
Autor: Lea
Rubrik: studium
Nov 24, 2017

Studieren im Ausland

Eine europäische Woche - 1

Meine letzte Woche war so europäisch wie keine andere Woche. Am Freitag haben einige Katalanen zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Da die Unabhängigkeit Kataloniens ein hochsensibles und persönliches Thema ist, ging es hierbei explizit nicht um eine inhaltliche Diskussion, sondern eher um einen persönlichen Eindruck davon, wie verschiedene Katalanen zu den jüngsten Entwicklungen stehen. Es waren alle politischen Richtungen vertreten: Katalanen, die gegen die Unabhängigkeit sind, solche, die sich dafür aussprechen und solche, die ein föderales System wie in Deutschland bevorzugen würden. Zu Anfang hat jeder erzählt, wie er zu den verschiedenen Schritten auf dem Weg zur Unabhängigkeitserklärung und schließlich dem Haftbefehl Puigdemonts steht. Im zweiten Teil der Veranstaltung konnte das Publikum Fragen stellen.
Was mich an dieser Fragerunde wohl am meisten erschreckt hat, ist die Tatsache, dass Katalonien, ähnlich wie Großbritannien, keinen Fahrplan für die Zeit nach der Unabhängigkeit vorgesehen hat. Das Ziel ist zunächst einmal die Unabhängigkeit. Wie es danach weitergehen soll, insbesondere wie die Beziehungen zur EU aussehen sollen, darüber redet anscheinend kaum jemand. Diese Veranstaltung war für mich das, was das „College of Europe“ ausmachen sollte: Dass man aktuelle politische Entwicklungen in Europa mit denen diskutieren kann, die direkt davon betroffen sind. Und aufgrund der persönlichen Erfahrungen habe ich nochmal einen ganz anderen Eindruck von den derzeitigen Entwicklungen bekommen.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Nov 20, 2017

Studieren im Ausland

Bereit fürs Spontan-Referat?

Im Rückblick vergingen die ersten zwei Monate hier im französischen Rennes schnell. Das ist kein Wunder, denn meine Wochen waren gut gefüllt mit Vorlesungen, Übungen und allerlei Hausaufgaben. Beispielsweise müssen wir in Makroökonomie jede Woche ein Dossier mit Artikeln durcharbeiten, was ohne tiefergehende Wirtschaftskenntnisse  viel Zeit in Anspruch nimmt – nicht zu vergessen, dass ich alles in einer Fremdsprache lernen muss. Jede Woche geht es um ein anderes Thema und unsere Professorin erwartet von uns einen ausreichenden Überblick über die Materie, sodass jede Arbeitsgruppe immer in der Lage wäre, ein kleines, spontanes Referat zum Besten zu geben. Die konkrete Fragestellung erfahren wir erst in der Stunde selbst, woraufhin sie uns 20 Minuten Zeit gibt, mit unserem Partner einen Plan auszuarbeiten.
Diese und ähnliche Anforderungen in anderen Fächern übten anfangs einen gewissen Druck auf uns Deutsche aus, die es nicht gewohnt waren, während des Semesters Leistungsnachweise erbringen zu müssen. Insgesamt fühle ich mich durch diese Atmosphäre oft in meine Schulzeit zurückversetzt, was sich allein schon in der Zahl der Fächer ausdrückt – wir haben insgesamt acht verschiedene, von privatem Recht bis zur Geschichte des Osmanischen Reichs sind so gut wie alle Themen der Geisteswissenschaften abgedeckt.
Diese Vielseitigkeit ist aber keine Eigenheit französischer Hochschulen, denn an Universitäten in Frankreich wählt man meines Wissens nur ein Fachgebiet, wie auch in Deutschland. Aber genau hier liegt der Knackpunkt: Ich gehe nicht auf eine „normale“ Universität. Was es mit den sogenannten „Grandes Écoles“ auf sich hat, erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag.

Autor: Lea  |  Rubrik: studium  |  Nov 8, 2017
Autor: Lea
Rubrik: studium
Nov 8, 2017