interaktiv

Studieren im Ausland

Adventszeit voller Klausuren

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

20.12.2017

Mal wieder wird mir die Vorweihnachtszeit von einer Klausurphase vermiest. Statt gemütlich auf dem Weihnachtsmarkt gebrannte Mandeln zu essen oder Schlittschuh zu laufen, habe ich im Dezember jede Woche eine Klausur. Das ist zwar einerseits ziemlich luxuriös – noch nie hatte ich eine ganze Woche Zeit zum Lernen. Andererseits nervt mich diese extrem lange Klausurphase. Da ist mir das Prinzip „Augen zu und durch“ doch lieber.
Meine erste Klausur behandelte das Thema Eurokrise aus wirtschafts- und politikwissenschaftlicher Sicht. Da mich dies schon das ganze Semester über interessiert hat und ich gut mitgearbeitet hatte, war das kein großes Problem. Das zweite Thema „Politics and Policies in the EU“ ist DER politikwissenschaftliche Kurs, sodass ich vor der Klausur dementsprechend Bammel hatte. Aber ich habe mich gut geschlagen und die Essay-Fragen ausgewählt, die eher auf Wissen als auf politikwissenschaftliche Analysefähigkeiten abzielten.
Die Klausur „Droit institutionnel de l’Union Européenne“ sollte für mich als Juristin am einfachsten sein. Aber von wegen – hier wurde am meisten Stoff abgefragt, und dazu auch noch auf Französisch! Die juristischen Probleme zu verstehen, war für mich zwar keine große Herausforderung. Dafür aber die französische Art, einen großen Teil stumpf auswendig zu lernen, um Fragen beantworten zu können wie „Welche Mehrheit braucht man im Parlament in der zweiten Lesung, um einen Gesetzgebungsvorschlag abändern zu können“ – ohne im Gesetzestext zu gucken. Als deutsche Juristin, die immer ihr Gesetz als Hilfsmittel dabei hat und wo es mehr um Systemverständnis als um reines Wissen geht, kann man bei einer solchen Herangehensweise nur den Kopf schütteln.
Die drei Klausuren spezifisch für meinen Master habe ich inzwischen geschafft. Es fehlt nur noch die für das „Studium generale“. Ich kann also einen Gang runterschalten. Und trotz Klausuren kam ich doch noch in weihnachtliche Stimmung gekommen, als Brügge nach fünf schneelosen Jahren an zwei Tagen total zugeschneit wurde. Wir Deutschen haben den Südeuropäern unseres Colleges dann erst mal gezeigt, wie man einen großen und schönen Schneeman baut – sehr zur Freude unserer Bibliothekarin, die den Schneemann mit europäischer Flagge in der „Hand“ von ihrem Tresen aus beobachten konnte.

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