interaktiv

Studieren im Ausland

Neue Kurse, neues Glück

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

20.02.2018

Im ersten Semester meines Masterstudiengangs waren die Kurse noch ziemlich allgemein gehalten. Wir betrachteten die EU jeweils aus politik-wissenschaftlicher, juristischer und wirtschaftlicher Perspektive. Im zweiten besteht dann die Möglichkeit, sich zu spezialisieren – das verspricht, wesentlich spannender zu werden.
Ich entschied mich für „Die EU-Außenbeziehungen und die Weiterentwicklung der EU insgesamt“. Mit dem Großteil meiner Kurse bin ich sehr zufrieden. Allerdings war deren Vorstellung aufgrund der Vielzahl der Instrumente der Nachbarschaftspolitik, bei der es um gute Beziehungen zu den Staaten rund um die EU geht, unübersichtlich und damit langweilig. In „EU-Außenbeziehungen“ schlagen wir uns bisher noch mit dem institutionellen Gefüge herum, bevor es wirklich spannend wird. Aber in „Regionale Wirtschaftsintegration“ lernen wir verschiedene regionale Zusammenschlüsse wie Mercosur für den südamerikanischen oder Ecowas für den westafrikanischen Markt kennen. Wir erfahren, warum diese entstanden sind, wie sie sich auf die Wirtschaft auswirken und inwiefern sie Mittel gegen oder für die Globalisierung waren. Weiterer Pluspunkt dieses Kurses: Der Professor hat morgens für alle (Schoko-)Croissants mitgebracht!
Mein Lieblingskurs, der mich auch samstags von 9 bis 13 Uhr durchhalten lässt, ist „Beyond the nation-state“. Hier geht es um die Geschichte und Entwicklung des klassischen Nationalstaates, mit interessanten Diskussionen beispielsweise über eine europäische Identität oder darüber, ob die Ausübung von Gewalt im Rahmen des Selbstbestimmungsrechts der Völker legitim ist. Nicht nur erinnert mich der Kurs viel an meinen Schwerpunkt und Lieblingsbereich von Jura – Völkerrecht – und ist besonders interaktiv, sondern endlich kann man von dem profitieren, dass das College so besonders macht: den unterschiedlichen Nationalitäten. So erzählte eine Studentin aus Aserbaidschan beispielsweise von den positiven Aspekten der Sowjetunion und wie dort eine Identität geschaffen worden ist. Die Griechen berichten von ihrer positiven Einstellung gegenüber Russland, die mit der vieler mittel- und westeuropäischer Staaten gar nicht übereinstimmt. Und als deutsche (Juristin) kann ich den anderen Nationalitäten den Begriff des „Verfassungspatriotismus“ nahebringen.

 

Diesen Artikel teilen