Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren im Ausland

Registrieren an der Prager Uni

An der Prager Uni, wo ich ja seit Neuestem ein Auslandssemester absolviere, läuft so einiges anders als an meiner Alma Mater in Leipzig. Zum Beispiel die Bürokratie: Während ich von meiner Leipziger Uni nicht einmal Post bekommen habe, weil dort alles online läuft, schickte man mir meine Prager Studiendokumente per Einschreiben in den Leipziger Briefkasten.
Auch die Immatrikulation funktioniert hier ein wenig anders. In Leipzig genügt es, die Uni-Karte am angegebenen Tag abzuholen und fertig. Diese Karte ist alles in einem: Mit ihr leiht man Bücher aus, bezahlt das Essen in der Mensa und kann im Mitteldeutschen Verkehrsverbund Straßenbahn, Bus und Zug nutzen. In Prag musste ich als Austauschstudent mit dem per Einschreiben verschickten Dokument im International Relations Office aufkreuzen. Dort erklärte ich per Unterschrift, die Brandschutzbestimmungen des Gebäudes der Philosophischen Fakultät zu kennen, nicht alkoholisiert in Lehrveranstaltungen aufzukreuzen und so weiter. Dann bekam ich einen etwa drei mal vier Zentimeter großen Zettel mit einem Wasserzeichen und einer Zahlenkombination darauf. Auf einer Liste musste ich den Erhalt dieses orangen Papierschnipsels bestätigen.
Mit diesem ging es dann weiter zur Juristischen Fakultät, wo ich ihn gegen die Uni-Karte eintauschen sollte. In Zimmer 34 saß eine ältere Dame an ihrem Schreibtisch. Sie schien – wohl wegen des Semesterbeginns – nicht viel anderes zu machen, als gegen Vorlage des Papierschnipsels die Plastekarte auszugeben. Sie verlangte noch meinen Personalausweis, dann musste ich auf einem Stuhl Platz nehmen, wo ich – von zwei Scheinwerfern gut ausgeleuchtet – fotografiert wurde. Ich erhielt meinen Perso zurück, ebenso den Papierschnipsel. Letzteren bekam ich zusammen mit der Plastekarte mit integriertem Foto in einem durchsichtigen Etui.
Als stolzer Austauschstudent musste ich mich dann nur noch in der Bibliothek registrieren und bei den Prager Verkehrsbetrieben ein Abo erwerben. Das kostet für fünf Monate zwar nur 1200 Kronen (etwa 40 Euro), der Kauf ist aber erst 24 Stunden nach der Anmeldung an der Uni möglich. Aber eigentlich tut so eine Pause vom Anmelden auch mal gut.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Mar 2, 2018
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Mar 2, 2018

Studieren im Ausland

Was wird aus Dublin III? Teil 1

Im zweiten Semester ging unser Simulationsspiel zu einem laufenden Gesetzgebungsverfahren der EU in die zweite Runde. Nachdem wir im ersten Semester ein „policy paper“ geschrieben hatten, in dem wir verschiedene Akteure über ihre Strategie zum Gesetzgebungsverfahren beraten haben, fanden nun tatsächlich die Verhandlungen statt.
Unser Jahrgang hatte einen äußerst wichtigen Gesetzgebungsvorschlag zu behandeln: Die Reform von Dublin III. Das ist das Verfahren, nach dem Asylsuchende in Europa verteilt werden. Bislang gilt die sogenannte „Regel der ersten Ankunft“. Das heißt dort, wo ein Asylsuchender zum ersten Mal von den Behörden aufgegriffen wird, muss er registriert und sein Asylgesuch bearbeitet werden. Das führt nicht nur zu überfüllten Flüchtlingscamps in Grenzländern wie Griechenland und Italien, sondern auch dazu, dass Flüchtlinge ihre Registrierung hinauszögern wollen – um beispielsweise bis zum Binnenland Deutschland zu kommen. Außerdem haben die Behörden einiger Mitgliedsstaaten Flüchtlinge einfach nicht registriert, damit sie den Asylgesuch nicht bearbeiten müssen. Wegen dieser vielen Probleme muss nun also eine Reform her. Ein Vorhaben, das alles andere als einfach zu erreichen ist, da das Thema die Souveränität eines Landes betrifft und damit hochsensibel ist. Zudem könnten die Auffassungen nicht unterschiedlicher sein, mit asylkritischen Ländern wie Polen und Ungarn und asylfreundlichen wie Deutschland und Schweden.
In unserem Jahrgang wurden nun die verschiedenen Akteure verteilt: Wir mimten etwa Mitglieder der Kommission, Europaparlaments-Abgeordnete mit verschiedenen Hintergründen, die Mitglieder des Rats der Europäischen Union, Lobbyisten und Journalisten. Hinzu kommen die wichtigen Mitglieder der sogenannten „Triloge“, das sind informelle Verhandlungen vor den verschiedenen Etappen des Gesetzgebungsverfahrens: der Ratspräsident, der Kommissar sowie der Präsident des Europaparlaments und die Berichterstatter. Was meine Aufgabe sein wird und wir die simulierten Verhandlungen abliefen, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

 

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Feb 28, 2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Feb 28, 2018

Studieren im Ausland

Neue Kurse, neues Glück

Im ersten Semester meines Masterstudiengangs waren die Kurse noch ziemlich allgemein gehalten. Wir betrachteten die EU jeweils aus politik-wissenschaftlicher, juristischer und wirtschaftlicher Perspektive. Im zweiten besteht dann die Möglichkeit, sich zu spezialisieren – das verspricht, wesentlich spannender zu werden.
Ich entschied mich für „Die EU-Außenbeziehungen und die Weiterentwicklung der EU insgesamt“. Mit dem Großteil meiner Kurse bin ich sehr zufrieden. Allerdings war deren Vorstellung aufgrund der Vielzahl der Instrumente der Nachbarschaftspolitik, bei der es um gute Beziehungen zu den Staaten rund um die EU geht, unübersichtlich und damit langweilig. In „EU-Außenbeziehungen“ schlagen wir uns bisher noch mit dem institutionellen Gefüge herum, bevor es wirklich spannend wird. Aber in „Regionale Wirtschaftsintegration“ lernen wir verschiedene regionale Zusammenschlüsse wie Mercosur für den südamerikanischen oder Ecowas für den westafrikanischen Markt kennen. Wir erfahren, warum diese entstanden sind, wie sie sich auf die Wirtschaft auswirken und inwiefern sie Mittel gegen oder für die Globalisierung waren. Weiterer Pluspunkt dieses Kurses: Der Professor hat morgens für alle (Schoko-)Croissants mitgebracht!
Mein Lieblingskurs, der mich auch samstags von 9 bis 13 Uhr durchhalten lässt, ist „Beyond the nation-state“. Hier geht es um die Geschichte und Entwicklung des klassischen Nationalstaates, mit interessanten Diskussionen beispielsweise über eine europäische Identität oder darüber, ob die Ausübung von Gewalt im Rahmen des Selbstbestimmungsrechts der Völker legitim ist. Nicht nur erinnert mich der Kurs viel an meinen Schwerpunkt und Lieblingsbereich von Jura – Völkerrecht – und ist besonders interaktiv, sondern endlich kann man von dem profitieren, dass das College so besonders macht: den unterschiedlichen Nationalitäten. So erzählte eine Studentin aus Aserbaidschan beispielsweise von den positiven Aspekten der Sowjetunion und wie dort eine Identität geschaffen worden ist. Die Griechen berichten von ihrer positiven Einstellung gegenüber Russland, die mit der vieler mittel- und westeuropäischer Staaten gar nicht übereinstimmt. Und als deutsche (Juristin) kann ich den anderen Nationalitäten den Begriff des „Verfassungspatriotismus“ nahebringen.

 

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Feb 20, 2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Feb 20, 2018