interaktiv

Studieren im Ausland

Es geht auf Klassenfahrt!

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

13.03.2018

Anfang Februar ist die gesamte politikwissenschaftliche Abteilung auf einen „study trip“ nach Luxemburg und Straßburg gefahren – bei 100 Teilnehmern in zwei Bussen kam da richtige Klassenfahrt-Stimmung auf. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter hatten ein spannendes Programm vorbereitet mit dem Besuch der Europäischen Investitionsbank und des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg, des Europarats und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (beides keine Institutionen der EU) sowie des Eurokorps und des Europaparlaments in Straßburg. Außerdem war eine Führung durch die Zentrale des deutsch-französischen Fernsehsenders Arte geplant.
Der Ausflug startete um 6.45 Uhr, deshalb an zirkulierten schnell Bilder schlafender Studierender in den sozialen Netzwerken, denen dann auch bei Vorträgen in Institutionen mal der Kopf nach vorne nickte. Die Qualität der Vorträge reichte ohnehin von „sehr gut“ bis „ungenügend“: Im Europarat war der Vortrag unglaublich spannend, während dem im Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aufgrund des genuschelten Französisch und des Wiederhalls im Gerichtssaal fast nicht zu folgen war. Ein General des Eurokorps schockte insbesondere die Studentinnen mit Aussagen, dass Frauen dort nicht sehr willkommen wären, weil sie ja schwanger werden würden. Ein Highlight war, als Antonio Tajani, Präsident des Europaparlaments, für 10 Minuten zu unserer Gruppe kam, um unseren Glauben an die europäischen Werte zu bestärken und uns daran zu erinnern, dass man egal, wo man arbeitet, sowohl den Bürgern zuhören als auch die europäische Idee verbreiten solle.
Zwischendurch gab es kleine Empfänge, beispielsweise in der Regierungsstelle der „Region Nord-West“ von Frankreich und im Rathaus von Straßburg. Die „Networking-Veranstaltung“ am Abend wirkte auf mich allerdings wie ein zwanghafter Versuch, mit jungen Mitarbeitern von Abgeordneten – böse gesagt „Karriere-Robotern“ – an der eigenen Karriere zu feilen. Dieser Fokus des Europakollegs auf Karriere nervt mich manchmal, denn es wirkt so erzwungen und irgendwie auch bar jeder inneren Motivation. Aber der Ausflug an sich hat mir sehr viele interessante Einblicke beschert.

Diesen Artikel teilen