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Studieren im Ausland

Das richtige Leben

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

22.03.2018

Während einer Studentenlaufbahn erlebt man sehr viele Reden. Schnell verschwimmt da die eine mit der anderen. Vorige Woche war ich allerdings bei einem dieser Vorträge, an die man sich wohl noch lange erinnern wird. Der ehemalige finnische Premierminister Alexander Stubb hat über „Leben, Freiheit, und das Streben nach Glück“ am Europakolleg gesprochen.
Dieser Slogan stammt in Teilen aus der amerikanischen Verfassung und auch in der restlichen Rede hat Herr Stubb das Rad nicht neu erfunden – aber zumindest neu verpackt. Es ging, grob gesagt, um seine Einstellung zum Leben und was er uns empfehlen würde, um ein glückliches Leben zu führen. Endlich mal ein ganzheitlicher Ansatz an dieser Uni, wo es sonst so viel um Karriere geht!
Das Konzept von Alexander Stubb, ein ehemaliger Student des Kollegs, baut auf drei Pfeilern auf: Gesundheit, Geist und soziale Kontakte. Sein Rezept ist simpel: Jeden Tag acht Stunden schlafen, auf die Ernährung achten, lesen, das tun, was man mag, mit Neugierde an Dinge herangehen, sich Zeit für Familie und Freunde nehmen und auf andere eingehen. Dazu kommen zwei Formeln: „8 + 8 + 8“ und „1 + 1 + 1“. Die erste bedeutet: pro Tag acht Stunden Schlaf, acht Stunden Arbeit und acht Stunden Zeit für sich selbst oder sonstige Dinge; die zweite: eine Stunde lesen, eine Stunde Sport und nicht mehr als eine Stunde soziale Medien am Tag. Sicher, man bekommt das im Leben nicht immer genau so hin. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Formeln zu einem ausgeglichenen Leben führen können.
Herr Stubb hat uns alle mit seiner Authentizität, Offenheit und Bodenständigkeit bestochen. Mit 49 Jahren sieht er aus wie Mitte 30. Er hat in seiner Ehefrau eine „Seelenverwandte gefunden“ und mit ihr zwei Kinder bekommen. Außerdem hat er elf Bücher geschrieben, beim Ironman-Triathlon auf Hawaii mitgemacht und ist derzeit Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank – doch von Arroganz keine Spur. Im Gegenteil: Mit kecken Sprüchen über das Kolleg hat er schnell das Eis gebrochen. Zum Schluss gab es für ihn tosenden Applaus.
Für viele von uns war Herr Stubb so etwas wie „Mr. Perfect“: einer, dem alles scheinbar mühelos gelingt. Ich freue mich sehr, dass es solche Menschen tatsächlich gibt – Respekt!

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