interaktiv

Studieren im Ausland

Halbzeit

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

03.04.2018

Der Monat März bedeutete für mich nicht nur Frühling, sondern auch, dass die Hälfte der Bearbeitungszeit für meine Masterarbeit vorbei war. Im Januar habe ich angefangen zu schreiben, im Mai muss ich abgeben. Vom Umfang her ist die Masterarbeit am Europakolleg nicht vergleichbar mit einer an einer deutschen Universität, an der man sechs Monate zur Verfügung hat und weitaus mehr als diese rund 45 Seiten schreiben muss. Auch die Anforderungen an den akademischen Anspruch sind am College bestimmt geringer. Aber: 45 Seiten schreiben sich trotzdem nicht von alleine.
Ich habe versucht, die Tipps meiner Vorgänger zu befolgen und von Beginn an „dabei zu bleiben“. Anders als bei meiner Bachelorarbeit, wo mir die Struktur meine Arbeit schlaflose Nächte beschert hatte, habe ich bei dieser politikwissenschaftlichen Arbeit keine Probleme: Der Aufbau stand schon früh und ich konnte losschreiben. Neu für mich war, dass ich diesmal empirisch arbeiten, also systematisch selbst Daten sammeln würde – und zwar mit Experteninterviews. Viel Zeit geht dafür drauf, Kontakte herauszusuchen, Leute anzuschreiben, sie womöglich nochmals zu erinnern und Termine zu vereinbaren. Ich schätze, weit mehr als die Hälfte meiner E-Mails sind ins Leere gelaufen.
Diese Woche hatte ich aber gleich drei Interviews in Brüssel. Es ist erstaunlich, wie sehr der Nutzen dieser Interviews variiert: Ein Gesprächspartner fragte mich gleich zu Beginn, womit sich meine Arbeit beschäftigt und was ich schon weiß. Daraufhin beantwortete er gezielt meine Fragen. Ein anderer legte gleich mit eigenen Informationen los, die für mich leider überflüssig waren, und ließ sich auch von meinen Erläuterungen oder gezielten Nachfragen nicht vom eigenen Pfad abbringen. Insgesamt ist es jedoch beeindruckend, wie viel Zeit sich arbeitende Menschen dafür nehmen, geduldig die Fragen eines Studierenden zu beantworten. Kommilitonen von mir haben sogar Angebote bekommen, dass sich die Interviewpartner die komplette Arbeit durchlesen und Kommentare dazu abgeben.
So wächst meine Arbeit Seite um Seite. Manchmal habe ich Angst, am Ende nicht auf die Mindestwortzahl zu kommen – aber meistens ist es dann ja genau andersherum und man muss ohne Ende kürzen.

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