interaktiv

Studium im Ausland

Europa, was ist das eigentlich?

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

13.04.2018

In Brügge zu leben, hat einen großen Vorteil gegenüber Hamburg: Man kommt viel schneller überall hin. Für eine ausgeglichene Work-Life-Balance habe ich daher ein paar kleine Reisen unternommen: in die Hauptstadt Europas, Brüssel, nach London und in die „Stadt der Liebe“ – Paris.
Wenn man mit dem Bus nach London fährt, wird einem klar, wie Europa aussehen könnte. Denn unabhängig vom Brexit gibt es auf dem Weg nach Großbritannien Grenzkontrollen, da Großbritannien nicht Teil des Schengen-Gebiets ist. In Frankreich musste die gesamte Truppe für die Pass- und Gepäckkontrolle raus aus dem Bus, das Gleiche noch mal in England – nicht unbedingt das, worauf man um 2 Uhr nachts Lust hat. Und dann gibt es auf der Insel diese komische Währung, das Pfund. Da heißt es umrechnen, bei Kreditkartenabhebungen Gebühren bezahlen und genau ausrechnen, wie viel Fremdwährung man am Ende der Reise noch braucht. Das alles war in Paris schon einfacher: keine Grenzkontrollen, keine fremde Währung, dafür aber trotzdem das Gefühl der Fremde.
Dieser Komfort ist aber nicht das Einzige, was die EU für mich ausmacht. In Paris habe ich eine Freundin besucht, die dort ein Praktikum macht. Wie das geht? Praktikumsplatz suchen und umziehen. Es ist nicht nötig, ein (Arbeits-)Visum zu beantragen, zu Konsulaten zu fahren, Formulare auszufüllen und Gebühren zu berappen. Als ich nach Brügge ging, musste ich mich auch einfach nur ummelden. Diese Freizügigkeit macht für mich die EU aus. Sie senkt die Hürden für den internationalen Austausch und trägt damit zur Völkerverständigung bei.
Am College of Europe merke ich deutlich, dass dadurch keiner seine jeweilige Kultur verliert oder sich alle angleichen. Im Gegenteil: Man tauscht sich aus. Diese enge kulturelle, politische und wirtschaftliche Bindung führt letztendlich dazu, dass ein Krieg in Mitteleuropa, der noch vor weniger als einem Jahrhundert quasi zur Tagesordnung gehörte, unvorstellbar geworden ist.
Natürlich ist nicht alles in der EU perfekt. Aber die Grundidee stimmt und am Rest kann man ja noch arbeiten.

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