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USA

Vorurteile - richtig oder falsch?

Autor:

Rubrik:
studium

15.01.2008

Eines habe ich inzwischen gelernt. Amerikaner ist nicht gleich Amerikaner. Zwar stimmen viele Vorurteile, die man über Amerika hat, aber nur wenn man von oben drauf schaut oder nur an der Oberfläche kratzt. Erste Eindrücke sind zum Beispiel multikulti, Höflichkeit, Toleranz, unendliche Möglichkeiten und die Neigung zur Dickleibigkeit. Aber nicht alle hier sind multikulti und Aufstiegschancen hat nicht jeder. Wie soll sich ein Kind, das in armen Verhältnissen in der Stadt aufwächst aus seinen Milieubeschränkungen lösen? Die Schulen der Stadt sind von schlechtem Ruf und das nicht unbegründet. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf eine Privatschule, 10.000 bis 25.000 Dollar im Jahr, pro Kind - oder wohnt in einem Vorort der Stadt, wo die Grundsteuer viel höher ist, aber dafür die Schulen auch besser sind. Dass diesbezüglich nur wenige alle Möglichkeiten ausschöpfen, also bezahlen können, ist offensichtlich.

Auf einer Thanks-Giving Feier, dem höchsten Feiertag der USA, habe ich verschiedene Leute kennen gelernt. Eine ältere Dame erzählte mir von ihren Reisen nach Deutschland und wie hilfsbereit und lebensfroh die Leute dort seien und wie sauber und gut organisiert alles sei. Aber die Steuern seien ja viel zu hoch und der Sozialstaat viel zu groß. Dass das eine, was sie so lobte vielleicht mit dem anderen, was sie so kritisierte, zusammen hängt, schien sie nicht zu bemerken.

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