interaktiv

Studieren im Ausland

Die Bretagne

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

04.05.2018

Es ist dunkel und kalt, als ich Prag verlasse, und auch, als ich in Rennes in der Bretagne ankomme. In dieser mehr als beschaulichen Stadt besuche ich eine Freundin. Allerorts werden Crêpes verkauft und es gibt Boutiquen in schmucken Häuschen. Beim Markt kommen die Bauern und Händler aus der Region zusammen und bieten ihre Waren an. Besonders beeindruckend ist die Auswahl an Meeresfrüchten: Hier gibt es nicht nur frische Austern, sondern auch gigantische Schalentiere und ganze Fische. Es regnet – zum Glück ist der Großteil des Marktes überdacht.
Weiter geht’s nach Fougères, ein netter Ort im Nordwesten. Nur ein paar Touristen haben sich hierher verirrt und laufen die Orte ab, die auf dem kostenlosen Stadtplan der Touristinformation verzeichnet sind. Das Großartigste an Fougères ist die Burg, deren Burggraben noch intakt und mit Wasser gefüllt ist und von deren Türmen man einen großartigen Ausblick genießt – zum Beispiel auf eine heranrollende Regenfront.
Nach eineinhalb Stunden Autofahrt per Anhalter erreiche ich Guérande. Die Stadt ist europaweit für den Handel mit „Fleur de Sel“ (Salzblumen) bekannt. Die dicken Stadtmauern scheinen den Stadtkern heute nicht mehr vor fremden Feinden, sondern vor dem Laufe der Zeit zu schützen, der es hier augenscheinlich nur langsam herein schafft. Die Salzfelder werden gerade nicht bewirtschaftet, erst im Sommer wieder. Im modernen Salzmuseum und dem daran angeschlossenen Shop ist nicht viel los. Nur ein paar Kilometer von hier endet Europa an der Küste und irgendwo da drüben, in tausenden Kilometern Entfernung, liegt Amerika. Wie sich Menschen hier wohl früher gefühlt haben, als sie von dessen Existenz noch nichts wussten? Die Wellen peitschen an den Strand und dann kommt das Wasser auch von oben. Es regnet mal wieder. Doch das stört mich gar nicht mehr, denn die Bretagne ist eben nicht nur reich an Regen, sondern auch an Regenbögen.

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