Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren im Ausland

Und wenn du mich küsst, ...

Von Bach bis Kraftklub, auf einer Brücke über die Moldau und an den beiden Ufern: Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds hat in Prag sein 20-jähriges Bestehen mit einem phänomenalen deutsch-tschechischen Nachbarschaftsfest gefeiert.
Der Zukunftsfonds wurde 1998 gegründet, hat seitdem über 10.000 bilaterale Projekte gefördert und ist zu einer wichtigen Institution in der Zusammenarbeit der beiden Länder geworden. Er hat nicht nur die Begegnung von 400.000 Kindern und Jugendlichen aus beiden Ländern ermöglicht, sondern auch die Restaurierung von mehr als 200 Kirchen und Friedhöfen unterstützt und 7.000 NS-Opfer entschädigt.
Und welch eine bessere Möglichkeit kann es geben, so ein Jubiläum zu feiern, als mit einem Fest für alle? Viele der deutsch-tschechischen Institutionen, die die Zusammenarbeit der beiden Länder aktiv gestalten, waren mit einem Stand vertreten – so auch das Deutsch-tschechische Jugendforum, in dem ich aktiv bin.
Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir die Fragen vieler interessierter Menschen beantworten. Doch wir fragten auch selbst, denn das Oberthema unserer aktuellen Amtszeit lautet: „Welche Zukunft (er) schaffen wir?“ Ihre Gedanken konnten die Festbesucher auf eine Ideenwand pinnen. Da kamen spannende Gedanken zusammen.
Das Nachbarschaftsfest bot viele Möglichkeiten zum Austausch und Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Außerdem gab es Theateraufführungen, eine Diskussionsstraßenbahn, ein buntes Kinderprogramm, Speis und Trank und einen Straßenfrisör, den man mit Geschichten bezahlen konnte.
Der Abend schloss mit einem Highlight: Nach einigen anderen Bands betraten die Jungs von Kraftklub aus Chemnitz die Bühne auf der Brücke. „Und wenn du mich küsst, dann ist die Welt ein bisschen weniger scheiße“, „Ich will nicht nach Berlin“ oder „Eeeh, ich komm aus Karl-Marx-Stadt“: Tschechen und Deutsche feierten gemeinsam, tanzten, gingen ab. Was für ein Konzert! Was für ein Fest! Dieser Tag wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jul 16, 2018
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jul 16, 2018

Studieren im Ausland

Zu Gast

Meine Zeit am Europakolleg geht zu Ende und ein Gedanke drängt sich mir wieder auf: Ich habe mich hier die meiste Zeit nur als Gast gefühlt. Je nachdem, welchen Platz im Wohnheim man bekommt, verhindern schon die Zimmer mit ihrer Standard-Einrichtung und ungemütlichen Atmosphäre ein Wohlgefühl. Dazu kommen die strengen Regularien (es herrscht zum Beispiel ein offizielles Übernachtungsbesuchs-Verbot) und die Tatsache, dass man keine Möglichkeit zum Kochen hat. Somit habe ich dem Abschied mit gemischten Gefühlen entgegengeblickt: Traurig, dass ein Jahr zusammen mit jeder Menge internationaler Studierenden und spannenden Themen nun zu Ende geht. Aber ich freute mich auch darauf, wieder richtig in mein Leben einzusteigen: in eine neue Stadt zu ziehen mit der Aussicht, länger als nur zehn Monate dort zu bleiben; mit richtigen Hobbys; mit mehr Zeit für Engagement und mit mehr Einbindung in das heimische Leben.
Dann kam es, wie es kommen musste: Zwei Wochen vor Ende des Kollegs habe ich eine richtig nette Gruppe kennengelernt, mit der ich während des Jahres hier bestimmt viel Spaß hätte haben können, was bestimmt dazu geführt hätte, dass ich mich in Brügge mehr zu Hause fühle. Darunter waren einige Franzosen, mit denen ich mein Französisch hätte trainieren können. Manchmal stimmt einfach das Timing nicht. Zudem ist ein einjähriger Master einfach kurz. Man braucht in der Regel bestimmt fast ein Jahr, um sich irgendwo einzuleben, in einer Touristenstadt wie Brügge vielleicht sogar länger. Auch Freundschaften brauchen eine gewisse Zeit und Aussicht auf Fortbestand, um sich zu bilden und zu festigen, ebenso ging es mir mit Hobbys und sonstigem Engagement. Dafür hat man schon nach einem Jahr seinen Master in der Tasche. Und mal ganz ehrlich: Ich glaube, wenn ich dort mehr als zehn Monate verbracht hätte, wäre mir die Decke auf den Kopf gefallen.
So endete meine Zeit dort dennoch mit einigen sehr schönen Erlebnissen und der Aussicht auf Freundschaften. Und eines weiß ich sicher: Sollte ich irgendwann mal nach Brüssel ziehen, werde ich bestimmt auf viele altbekannte und freundliche Gesichter treffen. Ich bin auch gespannt, ob ich jemanden aus meinem Jahrgang in ein paar Jahren im Fernsehen wiederentdecke – vielleicht Ministerpräsident oder EU-Kommissar?

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jul 11, 2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jul 11, 2018

Studieren im Ausland

Belgien

Mein jüngster Ausflug führte mich von Prag aus in das Land mit den beleuchteten Autobahnen: nach Belgien. Mit der Freundin, die ich in Brüssel besuchte, reiste ich zunächst nach Mons. Die Stadt im Süden der Wallonie, nah an der Grenze zu Frankreich, war 2015 Europäische Kulturhauptstadt. Dies ist auch 2018 noch zu spüren. Nach einer Portion leckerer Fritten besuchten wir das Van-Gogh-Haus in einem kleinen Örtchen in der Nähe. Der Maler verbrachte hier ein knappes Jahr seines Lebens und ging unter anderem zu den umliegenden Gruben der Bergbauregion, was er auch in Bildern verarbeitete. Aber ob der Aufenthalt in der Region für van Gogh tatsächlich so prägend war, dass er hier mit dem Malen begann? Ich frage mich, ob das Museum hier nicht ein wenig übertreibt.
In Flandern begeisterte mich die Studentenstadt Gent mit ihrer Schönheit. Schon der Bahnhof, dessen Haupthalle bunt verziert ist und der von außen wie ein Schloss aussieht, lässt erahnen, was einen in der Innenstadt erwartet: Ein großartiges Gebäude reiht sich an das nächste. Die Stadt ist auch von Kanälen durchzogen. Obwohl Sonntag ist, herrschte ein reges Treiben – in Gent ist viel los!
Weiter ging’s nach Knogge: ein Kopfbahnhof, dann das Meer. Auf dem Weg zur Promenade überholte ein Sportwagen den anderen. Vom Strand aus kann man wenige hundert Meter östlich schon die Niederlande sehen.
Letzter Stopp: Brüssel, die geschäftige Hauptstadt. Auf dem Street-Food-Market tummeln sich allerlei Menschen. Brüssel hat einen hohen Ausländeranteil, nicht zuletzt deshalb, weil es das Zentrum der Europäischen Union ist. „Schön“ wirkt Brüssel auch bei meinem zweiten Besuch nicht, lebenswert hingegen schon.
Als ich zurück in den ICE stieg, den Bauch vollgeschlagen mit Fritten, war ich froh, einen weiteren spannenden Ort der Erde kennengelernt zu haben – aber auch froh, wieder in mein geliebtes Prag zurückzukehren.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jul 9, 2018
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jul 9, 2018