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Open Houses Praha Teil 2

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
orientieren

02.08.2018

Ein weiterer beeindruckender Ort, den ich im Rahmen der Veranstaltung „Open Houses Praha“ besuchte, war der sogenannte Regierungssalon im Prager Hauptbahnhof. Dieser war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden und diente als Warteraum für abreisende Regierungsdelegationen. Zu Zeiten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie hielten sich hier die Kaiser auf, ehe ihre Züge losfuhren. Nachdem der „Reichsprotektor“ Reinhard Heydrich, besser bekannt als „Henker von Prag“, 1942 nach einem Attentat tschechoslowakischer Widerstandskämpfer verstarb, bahrten die Nationalsozialisten hier seinen Leichnam auf, ehe dieser mit einem Sonderzug nach Deutschland transportiert wurde. Von außen wirkt der Salon unscheinbar. Er ist nicht perfekt restauriert, sondern ein wenig verstaubt und mit Spinnweben verhangen, was das Erlebnis aber umso eindrucksvoller machte.
Der dritte und letzte Ort, den besuchte, war das beeindruckende Hotel International im Stadtteil Dejvice, das zur Zeit des Sozialismus entstand. Schon in der Lobby gibt es einige Besonderheiten: Als nach dem Tod Stalins 1953 all seine Denkmäler entfernt wurde, vergaß man offenbar ein Wandgemälde in der Lobby und so ist es heute die einzige noch erhaltene künstlerische Darstellung des Stalin-Denkmals. Von dieser Zeit zeugt auch ein integrierter Atombunker, in dem angeblich 600 Menschen 14 Tage überleben konnten sowie der anderthalb Meter große Stern an der Spitze des 88 Meter hohen Gebäudes, der einst rot in Richtung Prager Burg strahlte und nun golden ist. Direkt unter ihm, befindet sich die Aussichtsplattform des Hotels, von wo man einen beeindruckenden Blick über Prag und seine Häuser hat.

 

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