interaktiv

Studieren im Ausland

Ich will (nicht) nach Berlin

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

26.09.2018

So langsam muss ich mich entscheiden, wo ich mein Referendariat machen möchte. Zwei Städte stehen für mich zur Auswahl: Hamburg (meine Perle) und das dicke B, Berlin. Da kann ich eigentlich nicht viel falsch machen, trotzdem fällt mir die Entscheidung schwer.
Sie ist auch eine zwischen Altbekanntem und Neuem, zwischen „meinem Hamburg“, in dem mir viele Ecken wohl vertraut sind und ich mich ohne große Mühen wieder einleben könnte, und Berlin, das mit seinen unbekannten Seiten, mit interessanten Veranstaltungen und einem besonderen Umfeld lockt – aber auch mit der Notwendigkeit, mir ein Gefühl von „zu Hause“ erst zu schaffen. Das kann anstrengend sein.
Eines ist klar: Durch einen Umzug nach Berlin würde ich mich bestimmt stärker weiterentwickeln. Berlin eckt an, Berlin fordert heraus. Ich würde neue Impulse erhalten, neue Dinge ausprobieren und müsste offener auf neue Menschen zugehen als in Hamburg. Aber muss ich mich erneut so pushen? Wann ist der Punkt gekommen, an dem man keine starken Veränderungen mehr braucht, sondern sich auf dem bereits Erprobten und Erreichten ausruhen kann – und sollte?
Inzwischen weiß ich, dass bestehende Freundschaften in Hamburg nicht ausschlaggebend für meine jetzigen Überlegungen sind. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir so manche Herausforderung trotz der Entfernung überstehen können. In der Zukunft werde ich ohnehin aufgrund von Familie und Arbeit unvermeidlich nicht mit all meinen Freunden am selben Ort wohnen können.
Also geht es um die Stadt und mich. Gemütlichkeit gegen Abenteuerlust. Wohlfühlen gegen Herausforderung. Sesshaftigkeit gegen Drang nach Neuem.
Ich will nach Berlin. Ich will nicht nach Berlin. Ich will nach Berlin. Ich will nicht nach Berlin. So läuft es gerade ununterbrochen in meinem Kopf. Zu wissen, was man will, ist manchmal gar nicht so einfach.

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